Bereits in den achtziger Jahren fanden sich in Königsbronn und Heidenheim einige Bürgerinnen und Bürger zusammen, um hier an einen ehemaligen Mitbürger zu erinnern, den Schreinergesellen Georg Elser. Georg Elser war es, der am 8. November 1939 im Münchener Bürgerbräukeller einen Anschlag auf Adolf Hitler verübte, der nur durch Zufall scheiterte. Sein Motiv war eindeutig: »Ich habe den Krieg verhindern wollen« - diese Aussage durchzog alle Verhöre Georg Elsers.
Mit Vortragsveranstaltungen, Lesungen und Diskussionen erinnerte der Georg-Elser-Arbeitskreis immer wieder an den lange vergessenen Bürger Königsbronns und an seine Tat. Vor einigen Jahren erhielt das Haus in der Herwartstraße 3 eine Tafel zum Gedenken an Georg Elser. Bald darauf stimmte der Gemeinderat dem Aufbau einer Gedenkstätte zu. Der junge Bürgermeister Michael Stütz und sein Hauptamtsleiter Joachim Ziller hatten sich das Anliegen des Arbeitskreises zu eigen gemacht. Am 14. Februar 1998 wurde schließlich in Königsbronn die Georg Elser Gedenkstätte eröffnet, die einen Überblick über das Leben und die Tat von Georg Elser gibt.
Thematisch wurde die ständige Dokumentation von der Gedenkstätte Deutscher Widerstand gemeinsam mit dem Georg-Elser-Arbeitskreis erarbeitet, bedeutsam war aber vor allem die breite Unterstützung vor Ort. Die Gemeinde Königsbronn stellte ein Haus unmittelbar in der Nähe des barocken Rathauses zur Verfügung und übernahm die organisatorische Trägerschaft. Finanzielle Unterstützung erhielt die Gemeinde dabei vom Land Baden-Württemberg und von der Kultur-Stiftung der Deutschen Bank, wobei sich vor allem Dr. Brigitte Seebacher-Brandt persönlich stark engagierte. Hinzu kamen Mittel von der Gewerkschaft Holz und Kunststoff, aber auch von der Robert-Bosch-Stiftung und von der Daimler-Benz-AG.
Die Ausstellung in Königsbronn ist auch in Berlin zwischen Juli und Dezember 1998 in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand zu sehen. Sie war vom Ausstellungsgestalter Prof. Hans Peter Hoch aber bereits für die Gedenkstätte in Königsbronn geplant, wo die Dokumentation jetzt als Dauerleihgabe steht. Bürgerschaftliches Engagement führte in Heidenheim und Königsbronn dazu, dass die Erinnerung an Georg Elser wachgehalten wurde. Siegfried Vergin, MdB und Vorstandsmitglied von »Gegen Vergessen — Für Demokratie« hatte den Kontakt zur Gedenkstätte Deutscher Widerstand hergestellt. Deshalb war es in kurzer Zeit möglich, eine aussagekräftige Dokumentation zu erarbeiten, die an einen bisher oftmals übersehenen Widerstandskämpfer erinnert.
Am 8. November 1939 versuchte Georg Elser, Hitler durch ein Attentat im Bürgerbraukeller zu töten und so die Ausweitung des am 1. September 1939 von Deutschland begonnenen Krieges zu verhindern. Der 1903 im württembergischen Hermaringen geborene Georg Elser wuchs in Königsbronn auf. Er galt früh als handwerklich und zeichnerisch besonders begabter Schüler. Nach siebenjähriger Schulzeit und einer aus gesundheitlichen Gründen abgebrochenen Lehre im Hüttenwerk Königsbronn erlernte er das Schreinerhandwerk. Georg Elser war bald als ein sehr geschickter Schreinergeselle bekannt, der großen Wert auf sorgfältige Arbeit legte. Elser gelang es, auch komplizierteste Gegenstände zu fertigen. Er empfand Stolz auf seinen Beruf. Auffällig war sein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn. Wurde Elser ein angemessener Lohn verweigert, so wechselte er den Arbeitsplatz. Sowohl im Berufs- als auch im Privatleben legte er großen Wert auf seine Unabhängigkeit.
Georg Elser galt als ein zwar oftmals schweigsamer, aber dennoch geselliger Mensch. Seit seiner Schulzeit musizierte er. In Konstanz gehörte er einem Trachtenverein an, später dem Zitherverein in Königsbronn. Im Gesangverein seines Heimatortes spielte er den Kontrabass und musizierte oft auf Tanzabenden. Elser wanderte gerne zusammen mit seinen Freunden und war auch bei Frauen beliebt. Seine Freundin Mathilde Niedermann brachte 1930 den einzigen Sohn Elsers, Manfred, zur Welt.
Politische Anregungen und Anstöße erhielt Elser erst während seiner Lehrzeit. Er wurde Mitglied im Holzarbeiterverband und trat 1928/29 dem kommunistischen Roten Frontkämpferbund bei, ohne sich in beiden Organisationen stark zu engagieren. Bis 1933 wählte er die Kommunistische Partei Deutschlands, weil er sie für die beste Vertretung der Arbeiterinteressen hielt.
Georg Elser lehnte den Nationalsozialismus von Anfang an radikal ab. Nationalsozialistischen Demonstrationen schenkte er keine Aufmerksamkeit. Er verweigerte konsequent den »Hitlergruß« und nahm auch nicht am gemeinschaftlichen Empfang von Hitlerreden im Rundfunk teil. Ein erstes und wichtiges Motiv für seine Gegnerschaft zum Nationalsozialismus war die Verschlechterung der Lebensbedingungen der Arbeiterschaft während der ersten Jahre des NS-Regimes.
Elser nahm ebenso Anstoß an der Einschränkung der individuellen Freiheitsrechte durch die NS-Führung nach 1933. Er widersetzte sich bewusst dem totalen Anspruch der nationalsozialistischen Erziehung und Propaganda. Elser, der im christlichen Glauben verwurzelt war, registrierte auch die spürbare Unterdrückung der Glaubens- und Religionsfreiheit. Sein Verständnis von Politik war stark durch sein persönliches Freiheits- und Unabhängigkeitsstreben geprägt.
Das ausschlaggebende Motiv für Elsers Entschluss, die nationalsozialistische Führung durch ein Attentat zu beseitigen, war jedoch sein Wunsch, einen drohenden Krieg zu verhindern. Nach dem deutschen Überfall auf Polen am 1. September 1939 war er sich sicher, dass nun ein Weltkrieg bevorsteht. Mit seiner Tat wollte Elser im November 1939 »noch größeres Blutvergießen« durch die Ausweitung des Krieges im Westen vermeiden.
Georg Elser bereitete seit Herbst 1938 seine Tat zielstrebig vor. Mit dem Saal im Münchener Bürgerbräukeller fand er einen geeigneten Ort für sein Attentat auf die NS-Führung. In monatelanger Arbeit konstruierte Elser einen Sprengkörper, entwickelte eine mechanische Zündvorrichtung und verschaffte sich Preßpulver. Zugleich prüfte er die Möglichkeiten eines illegalen Grenzübertritts bei Konstanz, um so aus Deutschland zu entkommen.
Seit dem Frühjahr 1939 beschäftigte sich Elser nur noch mit den Vorbereitungen für den Anschlag. Um sich Sprengstoff zu beschaffen, nahm er Arbeit in einem Steinbruch in Königsbronn an. Unbemerkt konnte er genügend Sprengpatronen und -kapseln entwenden. Einen Arbeitsunfall im Mai 1939 nutzte Elser zu weiteren Vorbereitungen und unternahm im Juli 1939 Zündversuche im Obstgarten seiner Eltern. Im August 1939 mietete er sich in München ein Zimmer. Elser lebte von seinen Ersparnissen und präparierte mit einfachen Werkzeugen in mehr als 30 Nächten die Säule über Hitlers Rednerpult im Bürgerbräukeller.
In der Nacht vom 2. auf den 3. November 1939 füllte er den mühsam geschaffenen Hohlraum in der Säule mit Sprengstoff, in der Nacht vom 5. auf den 6. November installierte er den Zündmechanismus mit zwei Uhrwerken. Am selben Tag besuchte er seine Schwester in Stuttgart und verabschiedete sich von ihr. Einen Tag später kehrte Elser nach München zurück, um seinen Zeitzünder erneut zu kontrollieren. In der Nacht vom 7. auf den 8. November 1939 stellte er fest, dass die Uhrwerke richtig liefen. Nun fuhr er am 8. November nach Konstanz, um dort illegal die Grenze zur Schweiz zu überschreiten. Um 20.45 Uhr wurde er von einer Zollstreife festgenommen und der örtlichen Grenzpolizei übergeben. Gegen 21.20 Uhr explodierte der Sprengkörper im Bürgerbräukeller, den Hitler erst 13 Minuten zuvor, um 21.07 Uhr, - und damit unerwartet früh - verlassen hatte.
Bei seiner Festnahme trug Georg Elser eine Ansichtskarte des Bürgerbräukellers, ein Abzeichen des Roten Frontkämpferbundes, Aufzeichnungen über Rüstungsfertigungen sowie einige Teile des Zeitzünders bei sich. Als der Anschlag auf Hitler in Konstanz bekannt wurde, brachte die Polizei Elser nach München. Dort wurde er in der Staatspolizeileitstelle München im Wittelsbacher Palais verhört und gefoltert. In der Nacht vom 13. auf den 14. November 1939 gestand Elser seine Alleintäterschaft.
Die Nationalsozialisten schenkten seiner Behauptung, alleine gehandelt zu haben, zunächst keinen Glauben. Hitler selbst vermutete hinter dem Anschlag den britischen Geheimdienst. Diese Deutung stellte die NS-Propaganda in den Mittelpunkt ihrer Berichterstattung. Dabei nutzte sie die Entführung von zwei britischen Geheimagenten im niederländisch-deutschen Grenzort Venlo aus. Dieses Ereignis stand in keinem Zusammenhang mit dem Attentat, sondern war vom Sicherheitsdienst des Reichsführers SS lange vorbereitet worden. Die NS-Propaganda behauptete, die in eine Falle gelockten Agenten seien die »Hintermänner« des Münchener Anschlags.
Die Vernehmungsbeamten der Kriminalpolizei und der Geheimen Staatspolizei waren hingegen schon nach kurzer Zeit sicher, dass Elser allein gehandelt hatte. Fast alle Angehörigen Elsers wurden festgenommen, nach Berlin gebracht und dort im Reichssicherheitshauptamt verhört. Erst nach einigen Wochen wurden sie freigelassen, nachdem sie zum Schweigen verpflichtet worden waren.
Die Gestapo verhörte auch in Königsbronn viele Einwohner. Der Steinbruchbesitzer Georg Vollmer, bei dem Elser gearbeitet hatte, wurde für mehr als ein Jahr in einem Konzentrationslager festgehalten. Die Polizei warf ihm vor, Elser den Zugang zu den Sprengstoffen im Steinbruch zu leicht gemacht zu haben. Um weitere Informationen zu erlangen, verhörte die Geheime Staatspolizei zwischen dem 19. und 23. November 1939 Georg Elser erneut im Berliner Reichssicherheitshauptamt in der Prinz-Albrecht-Straße 8. Immer wieder musste er seine Tat bis ins Detail erläutern und Skizzen anfertigen, mit deren Hilfe er in der Haft auch seinen Sprengkörper rekonstruierte. Das ausführliche Protokoll dieser Vernehmungen gilt bis heute als der wichtigste Zugang zum Denken und Handeln von Georg Elser.
Die nationalsozialistische Führung wollte erst nach dem erwarteten Sieg über Großbritannien vor dem Volksgerichtshof einen Schauprozess gegen Elser durchführen. Deshalb wurde er nach Abschluss der Vernehmungen als »Sonderhäftling« im Zellenbau des Konzentrationslagers Sachsenhausen, später im Konzentrationslager Dachau gefangen gehalten. Am 9. April 1945 wurde Georg Elser dort auf Weisung von »höchster Stelle« erschossen. Am selben Tag ermordeten die Nationalsozialisten im Konzentrationslager Flossenbürg Dietrich Bonhoeffer gemeinsam mit anderen Widerstandskämpfern.
Georg Elsers Tat jedoch wurde in den Nachkriegsjahren nicht anerkannt, sondern diffamiert. Fast nahtlos setzte sich die nationalsozialistische Deutung fort. Es muss daran erinnert werden, dass der Widerstand gegen den Nationalsozialismus bis weit nach 1945 heftig umstritten war. Erst in den fünfziger Jahren wurde seine Bedeutung für die politische Kultur der Bundesrepublik und ihr demokratisches Selbstverständnis deutlich. Seit Mitte der fünfziger Jahre wurden etwa die Militäropposition, der 20. Juli 1944 oder die Münchener Studenten der Weißen Rose im öffentlichen Bewusstsein akzeptiert.
Die Tat Georg Elsers gehörte jedoch zu den Aspekten des Widerstandes, um die sich noch lange Zeit Gerüchte rankten. Das Bild, das die Propaganda der Nationalsozialisten von ihm gezeichnet hatte, sollte noch lange Zeit Gültigkeit haben. Noch lange nach 1945 wurde Georg Elser oftmals diffamiert und sein Handeln verschiedensten Auftraggebern zugeordnet. Heute können seine Alleintäterschaft und seine politisch-moralische Motivation nicht mehr bezweifelt werden.
Die Diffamierung setzte kurz nach der Tat ein: Die Gestapo akzeptierte zwar kurz nach Elsers Festnahme und den ersten Verhören bereits Mitte November 1939 die Täterschaft Elsers. Die NS-Propaganda stellte Elser jedoch als das Werkzeug des englischen Geheimdienstes und des exilierten Führers der »Schwarzen Front«, Otto Strasser, dar. Ausländische Pressestimmen, die diese unhaltbaren Behauptungen nicht akzeptierten, gingen dagegen davon aus, die NS-Führung selbst habe den Anschlag inszeniert. Damit solle der Mythos des von der »Vorsehung« geschützten »Führers« Adolf Hitler untermauert werden. Nach 1945 setzte sich diese Einschätzung zuerst auch in Deutschland durch. Die Interpretation, Elser sei ein Agent provocateur der Gestapo, schien zuerst durch vielfache Äußerungen gestützt:
All diese Versionen standen auf sehr schwachen Beinen. Während Niemöller und Payne Best nur Gerüchte aus Sachsenhausen weitergaben, die sich in dieser Form auch in anderen Häftlingsberichten fanden, waren die Motive des ehemaligen SS-Unterführers Uslepp nur zu durchsichtig. Vor allem die Wirkung des Buches von Payne Best darf für die weitere Rezeptionsgeschichte des Elser-Attentats nicht unterschätzt werden. Tatsächlich aber sind fast alle Details, die er über Elser berichtet, frei erfunden und stimmen mit den historischen Fakten nicht überein. Martin Niemöller gab schließlich zu, dass er Elser überhaupt nur einmal kurz gesehen hatte.
Spekulationen gab es immer um Zusammenhinge zwischen Elser und Otto Strasser, dem Führer der »Schwarzen Front«. Ebenso gab es die These, dass Georg Elser über den Geschäftsmann Karl Kuch oder sogar direkt Kontakte zu Otto Strasser gehabt habe. Selbst wenn es die Bekanntschaft zwischen Karl Kuch und Georg Elser in enger Form gegeben haben sollte, so muss auf die banale Tatsache verwiesen werden, dass Karl Kuch bei einem Verkehrsunfall im Juni 1939, also fünf Monate vor dem Attentat, ums Leben kam. Wäre Elser nur ein Werkzeug von Karl Kuch gewesen, dann hätte er in den folgenden Monaten Gelegenheit genug gehabt, von seinen Attentatsplänen zurückzutreten, statt diese konsequent in die Tat umzusetzen. Was die angeblichen Kontakte zwischen Elser, Kuch und Strasser angeht, so werden sie von Otto Strasser selbst in einem Brief vom 15. Mai 1964 eindeutig widerlegt: »Ein Mann namens Karl Kuch ist mir völlig unbekannt; er kann schon deshalb 1939 nicht wenige Hauser von mir entfernt« gewohnt haben, weil ich nie in Zürich wohnte, sondern ... immerhin 20km von Zürich weit weg ... Ein Zeug wird zusammenfabuliert — scheußlich!«
1969 veröffentlichte Anton Hoch vom Institut für Zeitgeschichte die Ergebnisse seiner Recherchen und konnte zweifelsfrei mit den alten Mythen um Elser aufräumen. Hoch konnte belegen, dass Elser weder der SA noch der SS angehört hatte und sein Lebensweg bis November 1939 eindeutig überschaubar ist. Damit war klar, dass Elser vor dem Attentat weder vor 1939 im KZ gewesen noch von Hitler oder Himmler beauftragt worden war.
Ein Jahr später veröffentlichte Lothar Gruchmann das Protokoll der Vernehmung Elsers, die er in den Akten des Reichsjustizministeriums im Bundesarchiv gefunden hatte. Dieses eindrucksvolle Dokument ist zwar über weite Strecken in der Sprache der Täter gehalten; es ermöglicht uns dennoch wichtige Einblicke in das Leben und in das Denken von Georg Elser. Die Publikationen von Hoch und Gruchmann leiteten eine Wende in der öffentlichen und wissenschaftlichen Einschätzung zu Georg Elser ein.
Dennoch blieb Georg Elser weiterhin jene öffentliche Anerkennung versagt, die seine Tat verdient. Es ist zwar leider nur eine Spekulation, aber ein Gelingen seiner Tat hätte mit großer Wahrscheinlichkeit sowohl die Ausweitung des im Herbst 1939 begonnenen Krieges als auch den Massenmord an den Juden Europas verhindern können. Insofern ist es logisch, wenn Joseph Peter Stern in Elser den »wahren Antagonisten« Hitlers und dessen »moralisches Gegenbild« sieht.
Lothar Gruchmann konstatierte 1981: »Elser war weder ein von krankhafter Ruhmsucht noch von niedrigen Tötungsinstinkten getriebener Krimineller, der von anderen als Werkzeug benutzt wurde. Seine - eigenen Überlegungen entsprungenen – Motive für die Tat berechtigen vielmehr, ihn unter die Männer des deutschen Widerstands gegen das NS-Regime einzureihen.«
So ist es eine logische Folge, dass auch Bundeskanzler Helmut Kohl in seiner Rede zum 50. Jahrestag des 20. Juli 1944 ausdrücklich der Tat Elsers gedachte.
Doris Ehrhardt hielt 1996 als Fazit ihrer Studie fest: »Das Elser sich in keine politische Gruppierung einordnen lässt, ist ... ein Grund, warum er für das Selbstverständnis der Bundesrepublik Deutschland keine Bedeutung hat und im Bewusstsein der Deutschen kaum Platz fand. Andererseits würde ihn gerade seine politische Unabhängigkeit dafür prädestinieren, ihn als Widerstandskämpfer aller Deutschen zu sehen. Elsers politische Haltung ist gekennzeichnet von radikaler Ablehnung des Nationalsozialismus, von Pazifismus, vom Verlangen nach sozialer Gerechtigkeit und individuellen Freiheitsrechten. Es fällt schwer zu glauben, dass sich »die Deutschen« damit nicht identifizieren können.«
6. Wanderausstellung zu Georg Elser - Publikationen
Wegen des starken Interesses hat die Gedenkstätte Deutscher Widerstand die Dokumentation zu Georg Elser auch als Wanderausstellung produziert. Eine Fassung wird in Berlin noch bis Anfang November 1998 in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand zu sehen sein. Ein weiteres Exemplar der Ausstellung wird ab Mai 1998 in folgenden Orten zu sehen sein: Augsburg (Mai 1998), Memmingen (Juni 1998), Stuttgart (Juni/Juli 1998), Oldenburg (September 1998), München (Oktober 1998), Bremen (November 1998 bis Januar 1999), Heidelberg (November 1998 bis Januar 1999), Wiesbaden, Braunschweig, Breitenau, Konstanz. Die genauen Veranstaltungsorte sind in der nächsten Ausgabe des Gedenkstättenrundbriefes zu finden.
Die Ausstellung umfasst achtzehn Tafeln (je 2,15 m hoch, 1 m breit, ca. 14kg schwer). Sie sind als Stellwände mit Bodenberührung konzipiert, haben eine rückseitige Stütze und können nicht an eine Wand gehängt werden. Hinzu kommen sieben Mappen (Format: 43 x 34 x 8 cm) mit Dokumenten, die zum Lesen ausgelegt werden können: »Das Verhörprotokoll« I bis V und »Georg Elser und das Bürgerbräu-Attentat im Spiegel der Presse nach 1945« I bis II.
Die Gedenkstätte verleiht die Ausstellung kostenlos. Jedoch muss der Entleiher sie mit 60000,- DM versichern und die Kosten des Transports von der Gedenkstätte in Berlin zum Ausstellungsort und zurücktragen.
Wenn Sie Interesse haben, die Dokumentation (18 Tafeln, 7 Mappen) auszuleihen, setzen Sie sich bitte mit Herrn Ferdinand Schwenkner, Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Stauffenbergstraße 13-14, 10785 Berlin, Tel. 030-26 99 50 00, Fax 030-26 99 50 10 in Verbindung. Gegen Einsendung von 20,- DM ist bei der Gedenkstätte Deutscher Widerstand auch ein Katalog zur Dokumentation erhältlich: Peter Steinbach und Johannes Tuchel: »Ich habe den Krieg verhindern wollen«. Georg Elser und das Attentat vom 8. November 1939. Eine Dokumentation, Berlin 1997, 112 Seiten. Gegen Einsendung von 5,- DM ist ein Begleitheft zur Ausstellung (32 S.) erhältlich. In der Gedenkstätte Deutscher Widerstand selbst sind der Katalog für 15,- DM und das Begleitheft für 3,- DM zu erwerben.
Kontakte: Georg Elser, Gedenkstätte, Herwartstraße 3 (am Rathaus), 89551 Königsbronn
Öffnungszeiten: Samstag: 14-17 Uhr, Sonntag: 11-17 Uhr, Feiertag: 11-17 Uhr
Werktags für Gruppen nach Voranmeldung unter 073 28-962 50 (Rathaus).
Ansprechpartner ist Herr Ziller.