"Gedenkbuch verfolgter Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten"

02/1998Gedenkstättenrundbrief 81, S. 42
Christl Wickert

Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten haben unter den totalitären Regimen dieses Jahrhunderts für ihre Überzeugung Gefahren an Leib und Leben auf sich genommen. Sie stehen für die Kontinuität demokratischer Einstellung von der Weimarer Republik bis heute. Ihr Lebensweg ist Vorbild für alle, die die Gefahren von Linksradikalismus und Rechtsradikalismus bekämpfen. Unter der NS-Herrschaft wurden Tausende sozialdemokratischer Frauen und Männer ihrer Freiheit beraubt und in Konzentrationslagern und Strafanstalten inhaftiert. Auch in der SBZ und DDR wurden viele wegen ihrer politischen Überzeugungen in Speziallagern, sowjetischen Arbeitslagern und Strafanstalten inhaftiert und gefoltert. In beiden Diktaturen haben Menschen ihr Leben verloren oder bleibende Schäden an ihrer Gesundheit erlitten.

Nun soll ein Gedenkbuch dazu beitragen, das Opfer dieser Frauen und Männer vor dem Vergessen zu bewahren. Zum Umzug des SPD-Parteivorstandes von Bonn nach Berlin 1999 wird eine erste Fassung des Gedenkbuches im Willy-Brandt-Haus öffentlich präsentiert werden. Seit dem 1. Oktober 1997 ist eine Arbeitsgruppe beim Parteivorstand in Bonn eingerichtet, die die dafür notwendigen historischen Recherchen in Archiven, Privatsammlungen und Gesprächen mit Zeitzeugen leistet: Allen Hinweisen wird sorgfältig nachgegangen, die biographischen Daten werden dokumentiert. Vor der offiziellen Aufnahme in das Gedenkbuch wird die Historische Kommission beim Parteivorstand zu jedem Einzelfall Stellung nehmen.

Für diese Arbeit ist jeder Hinweis willkommen, um möglichst viele Opfer zu würdigen. Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sind gebeten, sich bei folgender Kontaktadresse zu melden:

Dr. Christl Wickert

SPD-Parteivorstand

Gedenkbuchprojekt

Postfach 2280

53012 Bonn