Die Absprachen sind erledigt, ein Seminarhaus gefunden, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer angereist: Es kann losgehen! Zwei von uns Trainerinnen und Trainern aus dem Team von »Verunsichernde Orte« begrüßen die Gruppe. Mal kennen sich alle, weil sie an einer Gedenkstätte zusammenarbeiten, mal setzt sich die Gruppe aus Mitarbeitenden oder auch Lehrkräften verschiedener Gedenkstätten zusammen, die sich noch nicht kennen. Das Seminar wird drei verschiedenen Anliegen folgen: Vor dem Hintergrund der aktuellen erinnerungspolitischen Debatten sich a) mit den eigenen Bezügen zur NS-Geschichte oder zum Vermittlungsort auseinanderzusetzen, b) die Perspektiven der Besucherinnen und Besucher wahrzunehmen, sowie c) die Dynamik zwischen sich selbst als vermittelnder Person und den Besucherinnen und Besuchern zu reflektieren.
In den letzten Seminaren haben wir die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu Beginn gebeten, die Themen zu benennen, die sie zurzeit am stärksten beschäftigen. Diese und ähnliche Fragen wurden formuliert: Welchen Anspruch, welche Ziele habe ich? Was möchte ich (eigentlich) vermitteln? Welche Rolle spielen meine/»unsere« Geschichtsbezüge? Wie geht inklusive Gedenkarbeit? Zu uns kommen viele Gruppen, deren -Herkunft und Bezugnahmen sehr heterogen sind – sollte ich deswegen meine Praxis verändern? Müssen sich alle Menschen unabhängig von Herkunft, Sprache oder Religion mit der NS-Geschichte auseinandersetzen oder darf man sich auch nicht interessieren? Wie sieht eine angemessene Verbindung zwischen der Darstellung des Nationalsozialismus und aktuellen Ereignissen aus? Wie gehe ich mit begleitenden Lehrkräften um, die andere Vorstellungen und Erwartungen an den Besuch haben als ich? Wie reagiere ich auf Betroffenheit oder auch Desinteresse? Wie gehe ich mit Störungen um? Wo sind meine Grenzen? Und immer wieder wird das dringende Bedürfnis nach Austausch formuliert – offenbar gibt es an vielen Orten zu selten organisierte Gelegenheiten für einen strukturierten Austausch zu Themen des pädagogischen Alltags.
Da die konkreten Vermittlungsorte und -geschichten sehr vielfältig und die Seminarteilnehmenden selbst sehr unterschiedlich sind (etwa bezogen auf ihre Rolle in ihrer Institution, die Dauer der Mitarbeit, die biografischen Bezüge), wird das konkrete Seminarprogramm für jede Seminargruppe neu zusammengestellt. Auch wenn alle als pädagogischen »Gegenstand« einen Aspekt der Massenverbrechen in der Zeit des National-sozialismus vermitteln, so macht es einen großen Unterschied, ob der Vermittlungsort beispielsweise die Euthanasie-Gedenkstätte Grafeneck in der Schwäbischen Alb ist, in Nachbarschaft einer Einrichtung für psychisch Kranke und behinderte Menschen; das Anne Frank Zentrum an einem authentischen Ort im Herzen Berlins, das viele Touristen aufsuchen; der neu geschaffene »Denkort Bunker Valentin« bei Bremen, der allein durch seine spektakuläre Größe beeindruckt oder die Gedenkstätte Buchenwald, Ort eines der Hauptlager des nationalsozialistischen KZ-Systems und nach 1945 eines der »Sowjetischen Speziallager«, danach nationale Mahn- und Gedenkstätte der DDR und heute eine der vom Bund geförderten KZ-Gedenkstätten.
Aber auch die unterschiedlichen Rollen in der Institution und vielfältigen Motivationen zu dieser Tätigkeit prägen die Anliegen und die Diskussionen im Seminar: Bin ich eine von fast hundert freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die den Gedenkstättenleiter noch nie persönlich kennenlernen konnte; bin ich der einzige Kollege meiner Leiterin und wir beide sind für alle Belange der Gedenkstätte zuständig; bin ich Pädagogische Leiterin eines kleinen Teams von Mitarbeitern, die von mir Orientierung erwarten; bin ich auf eigenen Wunsch abgeordneter Lehrer an einer Gedenkstätte, dort aber nicht der Pädagogischen Leitung zugeordnet, sondern dem Ministerium unterstellt etc.
Ähnlich unterschiedlich sind auch die Motivationen, sich in diesem Arbeitsfeld zu engagieren: Ein allgemeines Interesse an Geschichte; das Erleben »diese Geschichte lässt mich nicht los«; der Wunsch, das Wissen um die NS-Verbrechen weiter geben zu wollen, in der Hoffnung, dass »aus der Geschichte gelernt werde«; das Anliegen, für Demokratie und die Wahrung der Menschenrechte werben zu wollen oder die Zufriedenheit, mit einer interessanten und sinnstiftenden Tätigkeit Geld verdienen zu können.
So unterschiedlich diese Perspektiven und Bezugnahmen auch sind, so gibt es eine Reihe von Fragestellungen und Situationen, mit denen die meisten Kolleginnen und Kollegen bei der Begleitung von Gruppen an Gedenkstätten konfrontiert werden. Von den im Laufe der Zeit 30 entwickelten Übungen kommen einige regelmäßig zum Einsatz, weil sie offenbar den Austausch in der Seminargruppe zu zentralen Themen erleichtern:
»Mein Bild vom Nationalsozialismus« – eine Möglichkeit, die Entwicklung des eigenen Geschichtsbildes bezogen auf die Zeit des Nationalsozialismus zu reflektieren.
»Aus gutem Grund« – ein Angebot, zwischen den Motivationen zur Tätigkeit an einer Gedenkstätte und den möglichen Missionen, die einen dabei antreiben können, zu unterscheiden.
»Toleranzgrenze« – eine Möglichkeit, sich in der Seminargruppe über schwierige Situationen mit Besucherinnen und Besuchern auszutauschen und verschiedene Reaktionsmöglichkeiten zu besprechen.
»Manipulation vermeiden« – ein Angebot, die eigenen didaktischen Entscheidungen selbstkritisch zu hinterfragen.
»(Un)angemessene Vergleiche« – eine Anregung, (eigene oder fremde) Vergleiche nach Inhalt und Motivation zu unterscheiden.
»Würde versus Beweis?« – ein Angebot, gemeinsam den Umgang mit historischem Bildmaterial an der Gedenkstätte wahrzunehmen und ggf. nach Alternativen zu suchen.
Wir, aktuell elf Trainerinnen und Trainer von »Verunsichernde Orte«, möchten allerdings noch mehr als nur einen Reflexionsraum zu zentralen Fragen der pädagogischen Arbeit an Erinnerungsorten anbieten. Die meisten von uns sind oder waren als hauptamtliche oder freiberufliche Mitarbeitende an Gedenk- oder Bildungsstätten bereits an der Entwicklung[1] der Übungen beteiligt. Die Kommunikation mit Besucherinnen und Besuchern an Gedenkstätten weiter zu professionalisieren – verstanden als theorie- und empiriebezogene Reflexion und Weiterentwicklung des pädagogischen Handelns – bleibt uns ein Anliegen.
Dabei sind einige grundlegende Fragen weiterhin strittig: Inwiefern eignen sich ehemalige Verbrechensorte überhaupt zur pädagogischen Vermittlung? (Wofür) Können sie Lernorte sein? Was kann und soll (realistisch) Gegenstand der Vermittlung sein? Wie bedingen sich das eigene Menschen- sowie Geschichtsbild und die eigenen pädagogischen Überzeugungen? Kann Erinnerungsarbeit für demokratische Überzeugungen werben und zu demokratischem Verhalten motivieren? Sollte der Grundsatz der Freiwilligkeit aus der außerschulischen politischen Bildung auf den Besuch von Gedenkstätten übertragen werden? Wie kann an Orten, die als überwältigend wahrgenommen werden können, dem Vorsatz entsprochen werden, Überwältigung zu vermeiden? Solche Fragen immer wieder neu zu debattieren, ermöglicht eine dynamische Entwicklung des Berufsbildes Gedenkstättenpädagogik.
Bei der Erarbeitung des Konzepts und der Übungen hatten sich verschiedene Denkmodelle und Maximen zur Orientierung angeboten. Die Gruppe der Konzept-Entwicklerinnen und -Entwickler war auch mit dem Anspruch angetreten, den gedenkstättenpädagogischen Alltag auf seine demokratische Praxis hin kritisch zu befragen, getreu dem Motto walk your talk: Gedenkstätten können nur für Demokratie werben, wenn an ihnen demokratischer Umgang auch erlebt werden kann. Mit Susanne Ulrich (Leiterin der Akademie Führung & Kompetenz am C·A·P München) war eine Fachkollegin in die Steuerungsgruppe eingeladen worden, die für einen »radikaleren« Demokratie-Ansatz nach dem israelischen BETZAVTA/Miteinander-Konzept[2] eintritt: Es gilt die Anerkennung des gleichen Rechtes auf freie Entfaltung aller anzustreben und zu ermöglichen. Doch was heißt das für die Alltagspraxis an Gedenkstätten?
Als wir uns die Maximen des »Beutelsbacher Konsens«[3] wieder in Erinnerung riefen, wurde die Herausforderung schon konkreter: a) das Kontroversitätsgebot zu achten, b) das Überwältigungsverbot zu praktizieren und c) die Vermittlung an den Interessen der Schülerinnen und Schüler zu orientieren (hier: Freiwilligkeit und Partizipation zu ermöglichen). Es dauert in den Seminaren nie lange, bis deutlich wird, dass sich viele der Fragestellungen im Spannungsfeld zwischen dem Anliegen, bestimmte Werte und Haltungen zu vermitteln und dem Anspruch, Meinungsfreiheit zu gewähren, abbilden: Halte ich es aus, wenn dieser Geschichte mit Desinteresse begegnet wird? Wie reagiere ich, wenn das NS--System oder einzelne seiner Praktiken gerecht-fertigt oder verharmlost werden? Wo liegt die Grenze, Meinungsfreiheit zu gewähren?
In den Übungen »Toleranzgrenze« und »Manipulation vermeiden« werden Beispiele gesammelt, die zu kontroversen Einschätzungen einladen. Entweder sind es zitierte Kommentare von Gästen der Gedenkstätte wie diese: »Für die Bewohner des Stadtteils XY sollten wir zwar keine KZ, aber wieder Arbeitserziehungslager einrichten.« – »Zeigen Sie doch bitte noch etwas, das die Schülerinnen und Schülern so richtig mitnimmt.« – »Aber die Deutschen waren doch auch Opfer.«.
Auch nachdenkliche sowie selbstkritische Äußerungen der Gedenkstättenmitarbeiterinnen und -mitarbeiter wurden in Seminaren geäußert: »Wenn Jugendliche in der Gedenkstätte rumalbern, irritiert mich das sehr.« – »Jetzt fällt mir auf, dass ich die britischen Filmaufnahmen der Räumung des KZ Bergen-Belsen zum Einstieg zeige, um die Gruppe entsprechend einzustimmen.« – »Ich erzähle nicht alles zur Biografie dieses Mannes, um ihn als Opfer sympathischer erscheinen zu lassen.« – »Ich erwähne die Lagerbordelle nicht.« – »Bei manchen Gruppen lasse ich den Ausstellungsraum zu den Bombenangriffen der Alliierten gezielt weg. Ich befürchte Aufrechnungsdebatten.«
Selbstverständlich gibt es keine allgemeingültigen Regeln für das Verhalten in solchen herausfordernden Situationen, aber es ist hilfreich, die Situationen im Seminar (und damit im Nachhinein) genauer zu betrachten und zu reflektieren, welche Inter-pretationen zu welchen Reaktionen geführt haben. Regelmäßig sind Teilnehmende überrascht, wie unterschiedlich in der Seminargruppe eine beschriebene Situation interpretiert und bewertet wird und wie viel Ideen zu alternativen Reaktionen aufkommen.
Mit dem Wunsch, eine demokratische Praxis der pädagogischen Kommunikation an Gedenkstätten zu befördern, geht für uns einher, dem Anspruch von Inklusion und Differenzsensibilität gerecht(er) zu werden. Verschiedenheit anerkennen und Diskriminierung vermeiden sollte das individuell pädagogische Handeln leiten als auch motivieren, die möglichen ungewollten und unbewussten strukturellen Diskriminierungen der Vermittlungstätigkeit in den Blick zu nehmen. Dabei ist es uns wichtig wahrzunehmen, dass Aspekte wie Herkunft, Sprache, politische Einstellung, Alter, Geschlecht oder sexuelle Orientierung vielfältig und miteinander verschränkt wirken. Diese Beschreibungen treffen nicht nur auf Gedenkstättenpädagoginnen und -pädagogen selbst zu, sondern auch auf die Besucherinnen und Besucher und natürlich auf die historischen Personen, über die gesprochen wird.
Vielfalt wird in der gedenkstättenpädagogischen Praxis – so die Erfahrungen in den Fortbildungsveranstaltungen – überwiegend bezogen auf »ethnische Herkunft« verstanden. (Vermutlich, weil Geschichtsdarstellungen meist immer noch national bezogen verstanden und vermittelt werden.)
Mit Inklusion wird alltagssprachlich meist nur die Einbeziehung von behinderten Menschen beschrieben. Im Konzept »Verunsichernde Orte« ist die Vorstellung weiter entwickelt worden, Inklusion als umfassenden Anspruch auch an die historisch-politische Bildung zu stellen und zwar in zweierlei Hinsicht: bezogen auf das Sprechen zu heutigen Teilnehmenden und das Sprechen über historische Gruppen und Personen. Alle haben dabei das »Recht«, in der Vielfalt ihrer (selbst- und fremd zugeschriebenen) Identitäten wahrgenommen und beschrieben zu werden. Dabei wird das Spannungsfeld, Menschen gleichzeitig als Individuen und als Zugehörige von Gruppen anzusprechen und zu beschreiben, nie auflösbar sein. Aber es wäre schon viel gewonnen, wenn Personen in historischen Situationen komplexer und weniger stark einordnend beschrieben würden, statt sie auf einen Aspekt ihrer Identität (Homosexualität, kommunistische Einstellung et cetera) zu beschränken.
Dank der Förderung der Stiftung »Erinnerung, Verantwortung und Zukunft« und der Bundeszentrale für politische Bildung konnten 2014 vier Seminare zum Schwerpunkt »Reflexionsperspektive: Diversität« realisiert werden, die dem Team und den Teilnehmenden viele Erfahrungen ermöglichten und die Erkenntnis, dass zu diesen Aspekten noch weitere Übungen entwickelt werden sollten.
Zwei unterschiedliche – jede in sich wiederum vielfältige – Perspektiven auf die NS-Geschichte und ihre Nachgeschichte haben sich in den Seminaren schon frühzeitig abgebildet: die der Kolleginnen und Kollegen, die in der BRD oder der DDR sozialisiert worden sind respektive an Gedenkstätten in Ost- oder Westdeutschland arbeiten. Am Modellprojekt waren Kolleginnen und Kollegen mit unterschiedlicher Sozialisation und Arbeitserfahrung beteiligt (ost- bzw. westdeutsch, westdeutsch aus türkischer Familie, österreichisch, polnisch, kleine und große Gedenkstätten, Euthanasie- und KZ-Gedenkstätten).
Um das Diskussionsfeld sinnvoll zu rahmen, wurden zwei Voraussetzungen für die Teilnahme am Projekt benannt: a) an einem ehemaligen Verbrechensort zu arbeiten, an dem b) ein Aspekt der Geschichte des Nationalsozialismus vermittelt wird. Die Projektgruppe (deren Mitglieder alle an oder mit NS-Gedenkstätten arbeiteten) wollte sich zunächst innerhalb ihres Arbeitsfeldes verständigen.
Inzwischen haben viele Seminare stattgefunden, an denen auch Kolleginnen und Kollegen von Gedenkstätten zur Geschichte der SBZ und der DDR-Diktatur teilgenommen haben. Dabei hat sich zweierlei gezeigt: Einerseits sind viele der Fragestellungen übertragbar. Andererseits gibt es entscheidende Spezifika an den Vermittlungsorten der Geschichte staatlicher Verbrechen in der SBZ und DDR, etwa die aktive Rolle ehemaliger Verfolgter in der Vermittlung, die Doppelrolle vieler Pädagoginnen und Pädagogen als Vermittelnde und DDR-Zeitzeuginnen und -Zeitzeugen. Diese legen nahe, ein eigenständiges Angebot zu entwickeln. Erste Schritte zu einer Kooperation zwischen dem Team von »Verunsichernde Orte« und Fachkräften aus dem Feld »Vermittlung der DDR-Diktaturgeschichte« wurden bereits unternommen.
Während schon in der Entwicklungsphase des Angebotes Seminare in Polen geplant wurden – leider jedoch noch nicht realisiert werden konnten – gibt es inzwischen auch erste Kontakte außerhalb Europas. Eine Kollegin der Gedenkstätte Haus der Wannseekonferenz hat uns eindrucksvoll über gelungene Seminare mit diesem Ansatz in Chile berichtet, inzwischen konnten wir ein Seminar in Minsk in Weißrussland durchführen und eine deutsche Mitarbeiterin des Zivilen Friedensdienstes am Tuol Sleng Genozid Museum in Phnom Penh (Kambodscha) hat Interesse an einer Zusammenarbeit bekundet. Selbstverständlich wurde und wird das Seminarprogramm für den jeweiligen historischen und kulturellen Kontext angepasst.
Seit der Beschreibung unseres Angebotes im Gedenkstätten-Rundbrief 2/2010[5] konnten wir in zwölf Bundesländern über 40 Seminare mit insgesamt 600 Teilnehmenden realisieren. Das Angebot wird weiterhin fachlich von Gottfried Kößler vom Pädagogischen Zentrum des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums Frankfurt a.M. betreut. Kerstin Engelhardt (SOCIUS Organisationsberatung gGmbH Berlin) koordiniert die Anfragen. Verunsichernde Orte erhält keine institutionelle Förderung. Die Seminare werden von den anfragenden Einrichtungen bzw. aus den Teilnahmebeiträgen finanziert. In einigen Fällen haben die Landeszentralen für politische Bildung erfreulicherweise cofinanziert.
Da wir das Konzept weiter bekannt machen und anregen wollen, die entwickelten Übungen zu nutzen, planen wir ein Seminar an der EJBW in Weimar, für das wir frühzeitig unter den Pädagogischen Leitungs- und Fachkräften an Gedenkstätten werben wollen.
Es hat zwei Teile: 1. Seminar – 28./.29. Oktober 2016 (Freitag ab 10 Uhr bis Sonnabend 16 Uhr, eine Anreise am Vortag ist möglich). Weiterbildung »Verunsichernde Orte«, für Kolleginnen und Kollegen, die das Konzept der Übungen noch nicht kennenlernen konnten. 2. Seminar – 29.–31. Oktober (Sonnabend 17 Uhr bis Montag ca. 16 Uhr). Ein Train-the-Trainer-Seminar für Kolleginnen und Kollegen, die daran interessiert sind, das Anleiten der Übungen zu erlernen. Eine Teilnahme nur an Teil 1 oder 2 ist möglich. Die Plätze für das zweite Seminar sind begrenzt.
Für alle anderen Interessierten bieten wir zweimal im Jahr ein offenes Seminar an: im Frühjahr an der Europäischen Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar und im Spätherbst am Gustav Stresemann Institut in Bad Bevensen (aktuelle Termine siehe www.verunsichernde-orte.de). Wir stehen darüber hinaus gerne zur Planung von Seminaren für Ihr Team an Ihrer Gedenkstätte oder gedenkstättenübergreifend zur Verfügung. Damit es wieder heißen kann: Die Absprachen sind erledigt, ein Seminarhaus gefunden, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer angereist: Es kann losgehen. Herzlich willkommen!
Die Publikation »Verunsichernde Orte. Selbstverständnis und Weiterbildung in der Gedenkstättenpädagogik« ist weiterhin über den Buchhandel erhältlich. Informationen zum Konzept und zu den Veranstaltungen finden Sie unter: www.verunsichende-orte.de
Kontakt: Kerstin Engelhardt | engelhardt@socius.de | Telefon (030) 4030102-26
Diskussionsbeiträge, Anregungen oder Nachfragen zum Artikel gerne direkt an die Autorin: thimm@socius.de
Barbara Thimm, Kulturpädagogin, hatte von 2007 bis 2010 die Projektleitung »Gedenkstättenpädagogik und Gegenwartsbezug – Selbstverständigung und Konzeptentwicklung« inne und war Mitentwicklerin von »Verunsichernde Orte. Weiterbildung Gedenkstättenpädagogik«. Seit 2011 Mitarbeit bei SOCIUS Organisationsberatung gGmbH Berlin, lebt und arbeitet zurzeit in Indien.
[1] Das Seminarangebot Verunsichernde Orte. Weiterbildung Gedenkstättenpädagogik ist ein Ergebnis des internationalen Modellprojekts »Gedenkstättenpädagogik und Gegenwartsbezug – Selbstverständigung und Konzeptentwicklung« (2007–2010), an dem Fachkräfte aus zwölf Gedenk- und Bildungsstätten aus Deutschland, Österreich und Polen beteiligt waren, und das vom BMFSFJ im Programm VIELFALT TUT GUT. Jugend für Toleranz, Demokratie und Vielfalt, der Stiftung »Erinnerung, Verantwortung und Zukunft«, der Stiftung Jugendgästehaus Dachau (heute: Max Mannheimer Studienzentrum) und dem Fritz Bauer Institut Frankfurt a.M. gefördert wurde.
[2] Informationen zum Konzept BETZAVTA-Miteinander bzw. zur neuen Publikation »Mehr als eine Demokratie« siehe www.cap-akademie.de bzw. www.betzavta.de.
[3] Der »Beutelsbacher Konsens« war Ergebnis einer Tagung der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg im Herbst 1976 in Beutelsbach. Im Protokoll der Tagung wurden drei Maximen für die politische Bildung in der Schule aufgelistet, die als »Beutelsbacher Konsens« bekannt wurden: 1. Das Überwältigungsverbot, 2. Das Kontroversitätsgebot, 3. Die Befähigung zur Artikulation und zum Vertreten eigener Interessen (gemeint sind die der Schülerinnen und Schüler).
[4] Mit Kolleginnen und Kollegen der Gedenkstätten Brandenburg an der Havel und weiteren Gedenkstätten in Brandenburg, Denkort Bunker Valentin und Haus Lidice Bremen, Geschichtsort Villa ten Hompel Münster, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf und weiteren Gedenkstätten in NRW. Bei Interesse kann der Bericht zu den Seminaren bei Kerstin Engelhardt nachgefragt werden.
[5] Gottfried Kößler, Barbara Thimm, Susanne Ulrich »Produktive Verunsicherung« Gedenkstätten-Rundbrief 2/2010, S. 3-8