Vorbemerkung
Vor etwas über einem Jahr, am Wochenende 30. Juni und 1. Juli 2001, wurde die Ulmer KZ-Gedenkstätte nach gut siebenjähriger Debatte und einjähriger praktischer Umsetzung in neuer Gestalt wiedereröffnet. Ihr Leitgedanke – im Vorraum in Leuchtschrift sichtbar – ist der erste Satz aus Artikel 1 des Grundgesetzes: »Die Würde des Menschen ist unantastbar.«
In diesem Beitrag sollen die Voraussetzungen und wesentlichen Bestandteile der Neugestaltung sowie deren gestalterisch-pädagogische Prinzipien beschrieben und mit den ersten Besucher-Erfahrungen konfrontiert werden.
Der Beitrag steht in weiterführendem Kontext zu vier neueren Veröffentlichungen:
• zum Ulm-Beitrag im GedenkstättenRundbrief 100, 20011
• zu drei historischen Beiträgen im Band 1 (Dezember 2001) von Wolfgang Benz’ und Barbara Distels »Geschichte der Konzentrationslager 1933–1945«2
• zu den Nummern 33, 34, 35, 36 (2000/01) der »Mitteilungen« des Dokumentationszentrums Oberer Kuhberg, Ulm
• und vor allem zum im Januar 2002 erschienenen Katalog zur Ulmer Neugestaltung.3
Voraussetzungen der Neugestaltung
Die Ulmer KZ-Geschichte und ihre Überlieferung Das Ulmer Konzentrationslager bestand in der NS-offiziellen Bezeichnung »Württembergisches Schutzhaftlager Oberer Kuhberg, Ulm/Donau« zwischen November 1933 und Juli 1935. Etwa 600 männliche Häftlinge aus dem Land Württemberg waren in dieser Zeit unterschiedlich lange eingekerkert: Kommunisten, Sozialdemokraten, drei katholische Pfarrer und einige Angehörige eines parteipolitisch unorganisierten, teils sozialen, teils weltanschaulichen Protestpotenzials.
Das Lager wurde eingerichtet und unterhalten vom Innenministerium (Politische Polizei) des Landes und aufgelöst u.a. im Zusammenhang mit der Zentralisierung des KZ-Systems im Rahmen der nunmehr reichsweit zuständigen, SS-geleiteten »Inspektion der Konzentrationslager«.
Zusammen mit dem Vorgängerlager für Männer, Heuberg bei Stetten am kalten Markt (März bis Dezember 1933), und der »Schutzhaftabteilung« für Frauen im Frauen-Gefängnis Gotteszell in Schwäbisch-Gmünd (März 1933 bis Januar 1934), bildet das Ulmer Lager eine landesspezifische Einheit als typisches frühes Konzentrationslager.
Was die Überlieferung dieser Geschichte anbelangt, so ist neben der üblichen staatlich-archivalischen Überlieferung – insbesondere in den Landesarchiven Baden-Württembergs – auf eine gewissermaßen »hausgemachte« Tradierung hinzuweisen, die für die Ausstellung von Bedeutung war.
Es ist die Tradierung durch die ehemaligen Häftlinge, die sich schon Ende Juni 1948 als »Lagergemeinschaft Heuberg – Kuhberg – Welzheim«4 in Stuttgart konstituiert hatten. Dies geschah in organisatorischer Einheit mit der »Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes« (VVN) Württemberg-Baden. Die VVN war genau zu dieser Zeit als Folge des »Unvereinbarkeitsbeschlusses« der SPD vom 6. Mai 19485 zumindest im öffentlichen Erscheinungsbild eine Organisation der KPD geworden, weshalb Sozialdemokraten auch der Eintritt in die »Lagergemeinschaft« untersagt war.
Aus der »Lagergemeinschaft« ging Ende der 60er-Jahre die Forderung nach einer »KZ-Gedenkstätte« und einem »Dokumentationszentrum« in Ulm hervor, zu einem Zeitpunkt, als die meisten Mitglieder schon gestorben waren. Dennoch hatte auch für die Nachfolge-Organisationen, das »Kuratorium KZ-Gedenkstätte« (1971) bzw. den »Verein Dokumentationszentrum« (gegründet 1977), diese Tradition Konsequenzen bis zum Ende der DDR, ja in deutlichen Spuren bis zum Ende der 90er-Jahre. Und zwar insbesondere im Ressentiment eines großen Teils der regionalen Öffentlichkeit, die Institution sei »irgendwie« immer noch »kommunistisch unterwandert«.
Dieser zähe Ruf hatte personell und inhaltlich nur noch äußerst wenig mit der Wirklichkeit zu tun. Mit Beginn der 90er-Jahre entstand aus den mündlichen und schriftlichen Materialien, die schon in den frühen 80er Jahren durch systematische Recherche ergänzt worden waren, ein wissenschaftlich fundiertes regionales »Archiv zur NS-Zeit in der Region Ulm und Neu-Ulm«. Dieses Archiv enthielt fast alle für die Neugestaltung der Gedenkstätte nötigen Materialien. Dabei war es ein glücklicher, aber ausschlaggebender Faktor, dass Myrah Adams, die Projektleiterin der neuen Ausstellung (August 2000 bis Sept. 2001) unmittelbar davor zwei Jahre lang (mit Landesmitteln) das Archivmaterial per EDV erfasst hatte.
Das Bauwerk und seine »Authentizität« Das Gebäude des Ulmer KZ, das »Fort Oberer Kuhberg«, steht im äußersten Westen der Stadt auf einem Höhenzug namens »Hochsträss«, früher ganz, heute relativ isoliert von weiteren Gebäuden. Die Stadt mit dem Münster ist von Ferne im Osten sichtbar. Das Fort war um 1850 vom »Deutschen Bund« erbaut worden und war Teil der ganz Ulm und Neu-Ulm umfassenden »Bundesfestung Ulm«. Sie machte Ulm – als gigantischstes Bauwerk in der Geschichte der Stadt – in den hundert Jahren danach zur Militär- und Soldatenstadt. Angesichts veränderter Militär- und Bau-Technologie wurde das Fort Oberer Kuhberg 1878/79 und nach 1900 zweimal »modernisiert«. Seit dem Ende des Ersten Weltkriegs stand das Fort leer. Da es schon 1870/71 und 1914/18 (und später wieder 1939/45) als Kriegsgefangenenlager genutzt wurde, bot es sich den Machthabern im Sommer 1933 zu neuer »Nutzung« als Haftstätte für den »inneren Feind« an, als Nachfolgelager für das KZ Heuberg.
Das aus mächtigen Jurakalk-Quadern in der Festungsbau-Technik des 18. Jahrhunderts erbaute rechteckige Fort ist von Mauern umgeben, die mit unterirdischen Wachgängen, den Kasematten, unterbaut sind. An der der Stadt Ulm zugewandten östlichen Mauerseite dominiert ein beherrschender Bau, das so genannte Reduit als Zugang zum Fort. Dieses Reduitgebäude diente in der KZ-Nutzung als »Kommandantur« für den Kommandanten Karl Buck und seine Verwaltung. Die Kasematten waren die Hafträume der Gefangenen.
Obgleich die Anlage des Forts nach dem Ende der militärischen Funktion (1918) vielerlei Nutzungen erfuhr – nach der »KZ-Nutzung« (1933/35) u.a. auch die Nutzung als Gastwirtschaft (1947–1956) – ist sie heute weitgehend in Gelände- und Gebäudestruktur im Zustand von etwa 1919, dem Ende der Militärnutzung, erhalten.
1960 unter Denkmalschutz gestellt, hat sich seither der »Förderkreis Bundesfestung Ulm, e.V. » äußerst engagiert der Restaurierung und Bauerhaltung angenommen. Besitzerin der Anlage ist die Bundesrepublik Deutschland. Seit den 70er Jahren teilen sich als Mieter der »Förderkreis« und der Trägerverein der KZ-Gedenkstätte, das »Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg, Ulm«, die Nutzung des Forts.
Von »friedlicher Koexistenz« der beiden Mieter konnte bis Ende der 90er Jahre keine Rede sein. Heute freilich ist sie erreicht und man kann die überstandenen Konflikte gelassen historisch interpretieren: als in der deutschen Geschichte begründeten Zusammenprall zweier Traditionslinien: der militärisch-nationalen und der – im weitesten Sinne – »antifaschistischen« mit ihren pazifistischen und sozialistischen Implikationen. Seit diesem Jahr 2002 steht auf den Wegweisern: »Fort Oberer Kuhberg« und in den Zeilen darunter:«Festungsmuseum« bzw. »KZ-Gedenkstätte«.
Der gemietete Nutzungsanteil der Gedenkstätte, und damit im wesentlichen auch Gegenstand der Neugestaltung, waren einerseits die südliche Kasemattenmauer, in der unterirdisch etwa 60 Häftlinge untergebracht werden konnten, und andererseits das als KZ-Kommandantur genutzte Reduit.
Den »makellosen« Zustand des Forts ins Auge fassend, kommt der Begriff der »Authentizität« ins Spiel, und er ist einzugrenzen: verloren gegangen ist weitgehend noch in der Kriegs- und unmittelbaren Nachkriegszeit die spezifische KZ-Authentizität, also das gesamte KZ-Inventar, auch Anstrich und Ausstattung der Räume. Alles andere ist erhalten geblieben und hat eine spezifische Aura des Ortes bewahrt, die die KZ-Häftlinge wahrgenommen haben und die bis heute die Besucher mit allen Sinnen wahrnehmen – d.h. be-greifen, sehen, riechen: die wehrhaft-abwehrende Mächtigkeit der Mauern, die Düsternis, Kälte, Feuchtigkeit, Modrigkeit der Innenräume – alles hart kontrastierend mit der freundlichen Natur-Außenwelt der schwäbischen Alb, mit Hügeln, Wiesen, Mischwald.
Beinahe alle erhaltenen Erinnerungen der Häftlinge beschreiben den ersten Eindruck und den Aufenthalt in diesen Gebäuden als Kern des Schreckens. Eines Schreckens, der das KZ Kuhberg zu einem »verwunschenen Ort« frühkindlicher Angstphantasien machte, wie man heute interpretieren könnte.
In einem historischen Dokument, dem illegalen »Tribunal – Organ […] der Roten Hilfe« vom Juli 1935 heißt es dazu unter dem Titel »Menschenfalle Kuhberg« exemplarisch: »Als eines der berüchtigtsten Konzentrationslager wird in letzter Zeit immer wieder das Lager Kuhberg genannt. Durch seine unterirdische Lage […] scheint es geradezu als Folterkammer geschaffen. Dunkle Kasematten, von deren Wänden ununterbrochen Wasser rieselt, sind die Aufenthalts- und Schlafräume der Gefangenen, und es bedurfte nur geringer Umbauten, um jene Arrestbunker herzustellen, in denen Antifaschisten dahinsiechen, täglich und stündlich von einer vertierten Wachmannschaft aufs grausamste gequält.«
Konzeptionen, Finanzierung, Verantwortliche und Macher Das Fehlen der unmittelbaren Zeitzeugen im Umfeld der Verantwortlichen und »Macher«, also derer, die die KZ-Haft erlebt und erlitten hatten, ist vielleicht das wesentliche Kennzeichen des Entstehungsprozesses der Neugestaltung der Ulmer Gedenkstätte. Drei Monate vor der Eröffnung, am 26. März, starb im 89. Lebensjahr der letzte noch lebende Kuhberg-Häftling, Alfred Rupp aus Waiblingen. Er war einst mit 21 Jahren 1933/34 einer der jüngsten Kuhberg-Häftlinge gewesen. Andere württembergische KZ-Überlebende und Widerständler, die in der Tradition der »Lagergemeinschaft« im Trägerverein bis in die 90er Jahre aktiv und auch einflussreich gewesen waren, wie zum Beispiel Hans Gasparitsch, verfügten nicht mehr über die nötige Gesundheit und Kraft, um bei der Neugestaltung aktiv mitzumachen.
Das heißt: im Entstehungsprozess der Neugestaltung hatten fast ausschließlich die Jahrgänge der 40-60-jährigen das Sagen, die keine eigene Erinnerung an das historische Geschehen haben. Die Fragen, was und warum und in welchen Formen, in welcher Sprache erinnert werden soll, stellten sich neu und fanden neue Antworten.
Die Phase einer neuen Historizität und Musealität hat auch im Ulmer Beispiel endgültig begonnen.
Nun zum Entstehungsprozess:
Die 1985 eröffnete erste Dauerausstellung der Gedenkstätte mit elf exemplarischen Häftlingsbiografien hatte Ausstellungsteile, die als Provisorien erkennbar waren und die später ersetzt werden sollten. Die in diesem Zusammenhang angestrebte umfassende Darstellung der gesamten NS-Geschichte in Württemberg, später »nur noch« in der Region Ulm/Neu-Ulm, wurde jedoch nie realisiert.
1995 entstand eine erste Neukonzeption, da sich zeigte, dass die Gedenkstätte inhaltlich, gestalterisch, pädagogisch und technisch nicht mehr den Ansprüchen der Gegenwart entsprach. Die erste Dauerausstellung war in den 16 Jahren ihres Bestehens von über 100 000 Menschen, davon etwa zwei Drittel Schülern, besucht worden.
Die Neuplanungen mündeten 1997 und 1998 in Konzeptionspapiere mit konkreten Finanzierungsanträgen an Kommunen und Land.
Folgende Grundsätze für den Ausbau wurden dabei festgelegt:
• Die Aura des historischen Tatorts und insbesondere die Kasematten seien als affektiv eindrücklichstes Kennzeichen des »Dokuments Fort Oberer Kuhberg« zu bewahren.
• Wo nötig und möglich sei der historische Ort durch Information und sparsamste »Inszenierung« in seiner Funktion als Konzentrationslager erkennbar zu machen, zum Sprechen zu bringen.
• Die Leerräume des Reduit-Gebäudes sollten mit einer neuen Dauerausstellung, mit einem variablen Ausstellungssystem für Wechselausstellungen, sowie mit drei Gruppenräumen ausgestattet werden.
• Die Neugestaltung solle mindestens zehn Jahre Bestand haben, und das unter den schwierigen binnenklimatischen Bedingungen des Gebäudes. Das heißt, alle Installationen sollten einerseits so weit als möglich der Schnelllebigkeit von Moden in Gestaltung, Technik, Vermittlung widerstehen und andererseits von größtmöglicher klimatischer Widerstandsfähigkeit und Haltbarkeit sein.
• Da angesichts der absehbaren öffentlichen Haushaltslage mit einer Personalerweiterung nicht zu rechnen war, sollte der Ausbau so gestaltet sein, dass die inhaltliche, pädagogische, organisatorische Betreuung und technische Wartung mit dem vorhandenen Personal (eine Gedenkstätten-Pädagogin) geleistet werden könnten.
Die Finanzierungs-Bemühungen, die nach langwierigen Gesprächen einen Schlüssel von »je zwei Fünftel Land und Stadt Ulm, ein Fünftel Trägerverein« vorsahen, gestalteten sich schwierig. Infolge der Zuschussablehnung durch den Ulmer Gemeinderat wurde die Bausumme von 822 000 DM im Antrag 1997 auf 425 000 DM im Antrag von 1998 reduziert.
Doch auch bezüglich dieses Antrags lehnte der Ulmer Gemeinderat im November 1998 nach erregter Debatte mit knapper Mehrheit eine finanzielle Beteiligung ab. Das vorgetragene Argument war: das Ausbau-Projekt sei Angelegenheit des Landes, da die Stadt den laufenden Haushalt des Trägervereins schon mit 100 000 DM jährlich unterstütze.
Die in der Presse auch überregional weit beachtete Ablehnung führte in den Tagen danach zur Gründung des Spendenaufrufs »Ulm ist auch anders«. Diese Bürgeraktion brachte im Laufe von neun Monaten genau die 150 000 DM zusammen, die die Stadt verweigert hatte.
Bei der Endabrechnung nach Fertigstellung waren die letztlich erreichten Gesamtkosten von 532 500 DM durch folgende Zuschüsse gedeckt:
• je 150 000 DM Land Baden-Württemberg und Bürgeraktion,
• 160 000 DM Bundesrepublik (Gedenkstättenförderung, erst 2000 beantragt),
• 60 000 DM Industriespende,
• 10 000 DM Landkreis Neu-Ulm; 2 500 DM Eigenmittel.
Nicht deutlich genug zu betonen ist der Umstand, dass durch den Einsatz ehrenamtlicher Arbeit und von Arbeit zu Niedrigsthonoraren und in endlosen Überstunden mindestens 150.000 DM eingespart werden konnten.
Neben der Spendenaktion beweist auch dies, dass die Neugestaltung der Ulmer KZ-Gedenkstätte Ausdruck eines außerordentlichen Bürgerengagements war und dank einer guten Presseresonanz eine im besten Sinn öffentliche Angelegenheit der Region wurde.
Die Verantwortlichen für den Ausbau bzw. die begleitenden Gremien waren:
• In der Ulmer Volkshochschule traf sich in den Jahren 1999/2000 zweimonatlich ein offener »Ausbau-«Arbeitskreis, um das entfachte Bürgerengagement auch inhaltlich fruchtbar zu machen.
• Ein zweitägiger Expertenworkshop im April 2000 an der Universität Ulm mit fast 30 Gedenkstätten-Fachleuten aus der ganzen Bundesrepublik vertiefte die Ulmer Diskussion.
• Der »Landesbeirat« – in der Rolle eines Kontrollorgans zur Überprüfung der inhaltlich-pädagogisch angemessenen Verwendung öffentlicher Mittel – setzte sich aus Vertretern des »Hauses der Geschichte Baden-Württemberg«, der Landeszentrale für politische Bildung, des Oberschulamtes Tübingen, der Landesstelle für Museumsbetreuung, der Landesgruppe des Vereins »Gegen Vergessen – für Demokratie«, des Landesdenkmalamtes sowie der Stadt Ulm zusammen.
• Der Ausbau-Ausschuss des Trägervereins übernahm die Obliegenheiten des Bauherrn und die inhaltliche Assistenz der Projektleiterin Myrah Adams.
Im Herbst 1999 hatte schon die Suche nach einem Gestalter-Team eingesetzt. Ende 1999 fiel die Entscheidung für das ortsansässige Grafik-Büro von Gerhard Braun und Georg Engels, zusammen mit dem Büro des Architekten Max Stemshorn, im Juni 2000 wurden die Verträge abgeschlossen. Das Büro Braun&Engels hatte sich u.a. durch die Mitarbeit bei der »Dokumentation Obersalzberg« in Berchtesgaden empfohlen.
Die eigentliche Realisierungsphase der Neugestaltung begann am 1. August 2000 mit der Anstellung der Projektleiterin Myrah Adams, die dem Dokumentationszentrum schon mehrere Jahre hauptamtlich in Projekten verbunden und somit fast am gesamten, jahrelangen Vorbereitungsprozess beteiligt war. Dank größter Arbeitsdisziplin aller Beteiligten endete die Realisierungsphase plangemäß mit der Neueröffnung am 30. Juni 2001.
Die neu gestaltete Gedenkstätte
Grundlinien des Feinkonzepts der Ausstellung Das Ende Oktober 2000 verabschiedete und dann auch realisierte Feinkonzept von Myrah Adams umfasste einerseits den Informationsteil, also das Ausgestellte, und andererseits den pädagogischen Teil, wie zum Beispiel das Angebot von Gruppenräumen. Hier die Leitlinien für die historische Ausstellung:
• Eigenständigkeit gegenüber Raum und Architektur. Die Ausstellung im Erdgeschoss des Reduit soll sich gegenüber der Aura der Architektur als etwas mit ihr Korrespondierendes, aber Eigenständiges behaupten. Die Ausstellungsarchitektur bildet eigene Raumkörper.
• Klare geometrische Grundform. Das architektonische Grundmodul der Ausstellungsarchitektur ist ein teilweise begehbarer Kantenkubus aus schlanken Stahlkantrohren, der zwischen Architektur und Besucher vermittelt; gleichzeitig begehbares Möbel, Exponatträger und Stellwand.
• Acht »Themeninseln«. Die acht einzelnen Kuben (»Themeninseln«) sind formal dem jeweiligen Thema entsprechend variiert und enthalten ein gestaffeltes Informationsangebot: Leitexponate, Thementexte, wenige Originalexponate in Vitrinen. So genannte »links« – d.h. gekennzeichnete Stichworte – verbinden sie untereinander und mit einem an einer Seitenwand angebrachten »Besucherarchiv«.
• Informationsstaffelung. Die Informationen sind strukturiert und in verschiedenen Ebenen gestaffelt dargeboten: in den »Themeninseln«, im »Besucherarchiv«, in »Themenalben«, in Hörstationen und einer Datenbank (touch-screen).
• Entdeckendes Lernen. Die Ausstellung soll keinen verbindlichen Rundgang anbieten, vielmehr die »guides« und die Besucher anregen, sich selbst eine Informationskette zusammenzustellen. Ziel insbesondere auch des »Besucherarchivs« ist es, Eigentätigkeit und Interaktivität zu provozieren.
Die Einzelteile der Neugestaltung Eingangssituation: Authentizität und Inszenierung
Der Besucher betritt das Zentrum der Gedenkstätte, das Reduitgebäude des Forts, in dem während der Lagerzeit die Kommandantur, die Lagerverwaltung und die Arrestzellen untergebracht waren, durch das historische eiserne Tor. Gleich dahinter geht er über gleichfalls historische Holzplanken, die ein Kellergewölbe überdecken, das in der KZ-Zeit ein »Strafbunker« war. Hier wurden »Vergehen« gegen die »Lagerordnung« geahndet. Um diesen Ort als einen Ort des Leidens und der Interaktion zwischen Tätern und Opfern für die Besucher von heute deutlich zu machen, wurde aus einem Balken ein Stück herausgeschnitten und durch einen Metall-Rost ersetzt. Durch diesen Rost kann man in blauer Leuchtschrift am Boden des Kellers die von Häftlingen überlieferten Worte lesen: »…Hunger, Kälte und Misshandlungen… rein gar nichts als Nacht, Not und ein Eimer…«. Diese Worte zu Füßen des Eintretenden korrespondieren, wenn er den Kopf hebt, an der gegenüberliegenden Mauer mit dem gleichfalls in blauer Leuchtschrift geschriebenen Satz, »Die Würde des Menschen ist unantastbar«, dem Leitgedanken der gesamten Neugestaltung.
Der Strafbunker ist durch eine Wendeltreppe zu begehen. Eine dort installierte Hörstation gibt Berichte von Häftlingen über diesen Bunker wider. Vom Vorraum des Reduits kommt der Besucher in dessen Hauptraum mit den Themeninseln.
Die acht Themeninseln zur Geschichte des württembergischen Landes-KZ Oberer Kuhberg, 1933–1935
Vorschalttafel: »Lagertopografie« und die »Macher« der Ausstellung
»Machtergreifung« und frühe Konzentrationslager
Gründe für die Haft auf dem Kuhberg
Selbstbehauptung unter der Lagerordnung
Versprechen und Verführung
Institutionelle Verantwortung und Wachmannschaften
Fortbestehen politischer Opposition trotz der frühen KZ
Häftlingsschicksale nach der Schließung des Lagers auf dem Kuhberg
Die Gedenkstätte – ihre Geschichte, ihre Zukunft
Ergänzungen zu den Themeninseln
Im Erdgeschoss:
• Das Besucherarchiv: 100 zusätzliche Einzeldokumente zu den wichtigsten Stichworten aus den Themeninseln. Die Dokumente sind auf feste quadratische Kunststoff-Tafeln gedruckt, die in einer ca. acht Meter langen Schiene so aufgehängt sind, dass in ihnen geblättert werden kann.
• Drei Hörstationen: a) Das »Heuberglied« der Häftlinge, versetzt geschnitten mit Auszügen aus einer Hitlerrede vom 1. Mai 1934, die sich die Häftlinge anhören mussten; b) Berichte zu den Auswirkungen der KZ-Haft auf die Frauen und Familien der Häftlinge; c) Bericht einer Flucht.
• Interaktive Datenbank mit Namen, Herkunftsorten u.a. der Häftlinge.
Im Obergeschoss:
• Zehn Biografie- und Themenalben zu verschiedenen Häftlingen, u.a. zu Kurt Schumacher und Alfred Haag sowie zu Themen wie »Geschichte der Bundesfestung Ulm« oder »der Ulmer Münsterplatz im NS«.
Gedenkort, Wechselausstellungen, Gruppenräume Das Obergeschoss der ehemaligen Kommandantur war Ort der ersten Dauerausstellung von 1985 (es gibt dort noch ein Schaudepot mit Teilen der alten Ausstellung) und ist nun im weitesten Sinn vor allem »Gedenkort« geworden. Eine große Nische mit den 445 Namen der heute bekannten Häftlinge und allen vorhandenen Porträts bietet sich an als Ort individuellen Gedenkens und Verharrens. Auf frei von der Decke hängenden durchsichtigen Kunststoff-Täfelchen können Meinungen der Besucher notiert werden.
Der Hauptraum (nicht beheizbar!) kann bestuhlt werden und ist Ort der traditionellen Gedenkfeier am Volkstrauertag und anderer Veranstaltungen. Ein neues flexibles Ausstellungssystem steht an dieser Stelle für Wechselausstellungen zur Verfügung.
Eine wichtige Qualität in der Ulmer Gedenkstätte stellen die erneuerten und erweiterten drei beheizbaren Gruppenräume dar. Da ist der Raum für historisch-kognitive Informationen, ausgestattet mit Videorecorder u.a.; da ist der Aufsichten- und Info-Raum; und da ist schließlich der so genannte »SpielRaum« mit Materialien aus allen Kunstbereichen sowie aus der politischen Gegenwart, insbesondere zu Menschenrechts-Verletzungen. Hier wird die programmatische Orientierung des Neugestaltungskonzepts am Artikel 1 des Grundgesetzes, und damit die Verknüpfung historischer mit politisch-gegenwärtiger Bildung am greifbarsten.
Die Häftlings-Kasematten und der Rundgang Wie erwähnt, entsprechen die Unterkünfte der Häftlinge in den Kasematten des Forts am weitestgehenden in ihrem heutigen Zustand dem Erleben der KZ-Häftlinge. Auch wenn die KZ-Ausstattung mit Holzpritschen, Tischen, Bänken verloren gegangen ist, ist die bedrückende sinnliche Raumerfahrung – dämmrig, feucht, kalt, glitschig, modrig – so geblieben, dass sie ein Nachempfinden bei den Besuchern am intensivsten ermöglicht. (Wobei seitens der jugendlichen Besucher das Umdeuten dieser Wahrnehmungen im Kontext einer »geilen« Grusel-Romantik aus ihren »fantasy«-Welten keine Seltenheit ist.)
Die weitgehende Authentizität war der Grund, dass die Kasematten nicht in die Neugestaltung einbezogen wurden. Sie sind jetzt fast leer und enthalten nur als nachträgliche Einbauten von 1983 die Rekonstruktionen je eines Aufenthaltsraumes (zwei rohe Bänke, ein Tisch) und eines Schlafraumes (sieben rohe Stockbett-Stellen). Dazu kommen zwölf Waschbeton-Tafeln von 1994 mit kurzen Häftlingszitaten zu diesem Ort.
Rundgänge über das gesamte Gelände des ehemaligen KZ werden für geführte Gruppen angeboten. Dabei werden – von der Neugestaltung unberührt – der KZ-Appellplatz, die Handpumpe zur Wasserversorgung des Lagers, der Sanitätsbereich, der Unterkunftsort für die Wachmannschaften gezeigt. Von besonderer Bedeutung sind die beiden Einzelhaftzellen für die als »Drahtzieher und Verführer« gebrandmarkten »prominenten« Häftlinge, den Sozialdemokraten Kurt Schumacher und den Kommunisten Alfred Haag. In einer dieser Zellen wurde im Rahmen der Neugestaltung eine einfache Stele mit einem informativen Text aufgestellt.
Erfahrungen und Erkenntnisse nach einem Jahr
Ein historischer Ort »angetasteter« Menschenwürde für Menschen von heute Am Nachmittag des 30. Juni vollzog sich der Festakt zur Neueröffnung mit etwa 300 geladenen Gästen: dem ersten Blick in die Gedenkstätte folgte ein »Gedenkpfad« zum Festsaal in der ehemaligen Ulmer »Hochschule für Gestaltung« (hfg). Der Gedenkpfad war umsäumt von zwölf theatralischen Aktionen zu den Themen »Macht, Gewalt, Menschenwürde«, realisiert von Schülern dreier Ulmer Schulen und von Student/innen der Ulmer »Akademie für darstellende Künste«.
Neben diesem Eröffnungstag für die »repräsentative Öffentlichkeit aus Staat und Gesellschaft« war vor allem der folgende 1. Juli, ein Sonntag, wichtig für das Selbstverständnis der Neugestaltung.
An diesem Tag wurde die Gedenkstätte der Ulmer Öffentlichkeit präsentiert, es kamen über 3000 Menschen. Diese Präsentation war mit einem Fest auf dem Platz vor der Gedenkstätte verbunden. Das Fest trug den Titel »Markt der Möglichkeiten gegen Rechtsextremismus – für Menschenwürde«. Beim »Markt« ging es um die Verknüpfung des Historischen mit der Gegenwart. Politische Gruppen, die deutsch-israelische Gesellschaft, der jüdische Kulturverein, Umweltschützer, Ausländergruppen, Behinderten-Organisationen, Menschenrechtsgruppen wie »amnesty« und das »Ulmer Zentrum für Folteropfer« stellten ihre Arbeit in Form von Infoständen dar. Daneben gab es den ganzen Tag über ein theatralisches und musikalisches Programm. Den Auftakt bildete eine Streichquartett-Matinee mit Beethovens c-Moll-Quartett und Dimitri Schostakovitschs Quartett Nr. 8, das die Widmung trägt: »Im Gedenken an die Opfer des Faschismus und des Krieges«. Das Konzert fand genau an der Stelle statt, an der 67 Jahre zuvor der KZ-Kommandant residiert und seine Verhöre durchgeführt hatte.
Die Eröffnungstage waren dank der in jeder Phase öffentlich gemachten und öffentlich diskutierten Entwicklung ein von der Presse sehr offen und wohlwollend befördertes, überregional wahrgenommenes Ereignis. Die Resonanz auf die Neugestaltung war und blieb bis heute durchgehend positiv.
Anspruch und Niveau der Eröffnungstage konnten im Jahr danach – trotz verschiedener weiterer Veranstaltungen – nicht mehr gehalten werden. Gründe dafür sind, dass die Gedenkstätte relativ entfernt von der Innenstadt liegt, das Gebäude von einer Aura der Düsternis umgeben ist und deshalb nicht von selbst als Veranstaltungsort gesucht wird. Man muss dafür werben und Anstöße geben, was etwa bezüglich der nahe gelegenen »Akademie der darstellenden Künste« und bezüglich einigen Schulklassen, die viel Eigeninitiative mitbringen, ganz gut gelingt. Der Hauptgrund jedoch, warum der eigene Anspruch, die Gedenkstätte zu einem lebendigen Ort der Aneignung und Begegnung zu machen, noch nicht verwirklicht ist, liegt am chronischen Personalmangel: eine einzige ABM-Kraft ist für die Entwicklung pädagogischer Konzepte, die Organisation der Führungen und Aufsichten sowie für die gesamte technische Betreuung der Gedenkstätte (z. B. Geräte-Wartung und Hausmeisterarbeiten) zuständig.
Besucher Die Zahl der Besucher im »Jahr danach« ist nicht »explodiert«, sie ist nur leicht auf etwas über 7000 Personen angestiegen. Über 5000 Besucher sind Schüler und Erwachsene (viele Bundeswehr-Einheiten) im Rahmen geführter Gruppen. Zu den allgemeinen Öffnungszeiten – je drei Stunden samstags und sonntags – kommen pro Wochenende im Durchschnitt etwa fünfzig Personen.
Das Standard-Programm der zwölf Mitarbeiter, die Führungen machen – davon sechs Lehrer mit einem Deputatsnachlass von einer Stunde pro Woche – ist die Zwei-Stunden-Führung geblieben. Dabei wird etwa eine Stunde für den Gang durch Gebäude und Gelände samt Erläuterungen verwendet. Ein halbe Stunde ist für das Nachgespräch – was bedeutet das Erlebte in der Gegenwart der Schüler? – reserviert und eine halbe Stunde dazwischen bleibt für die Ausstellung.
Für eine intensivere selbständige Aneignung der vielfältigen Informationen – in Form von Unterrichts- oder Schulprojekten – durch die Schüler fehlen einige Voraussetzungen: einerseits die vom Stundenplan vorgeprägte Zeit der Klassen und die geringe Initiative der Schüler; vor allem aber ein differenziertes didaktisches Angebot, um das Material der Ausstellung für die Schüler »aufzuschließen«. In diesem Fall macht sich der Personalmangel am negativsten bemerkbar.
Fazit Das für eine deutsche Region große Projekt einer im Bundesmaßstab kleinen Gedenkstätte am Ort eines frühen Konzentrationslagers ist beendet. Die Arbeit der Vermittlung hat begonnen. Der im Rückblick glückliche und erfolgreiche Verlauf des Projektes darf nicht den Blick auf den problematischen Zustand der kontinuierlichen Arbeit jetzt und in naher Zukunft verstellen.
Trotz sehr engagierter ehrenamtlich und hauptamtlich tätiger Mitarbeiter, trotz einer Eigenfinanzierung des laufenden Haushalts von über 60 Prozent, trotz des Einstiegs in die Gründung einer »Ulmer Stiftung Erinnerung«, können die finanzielle Grundausstattung (durch die Kommunen der Region 127 000 DM im Jahr 2001) und damit die Personalsituation nur als desolat bezeichnet werden.
Gerade angesichts der weltpolitischen und nationalen Ereignisse unserer unmittelbaren Gegenwart – gekennzeichnet von Gewaltausbrüchen und Menschenrechtsverletzungen, die alle auch mit Geschichte, unserer deutschen Geschichte, zu tun haben – sind und bleiben Gedenkstätten Orte des Nachdenkens und Nachempfindens, des Innewerdens, des Mutmachens zum Handeln und Sich-Einmischen.
Dies in verantwortungsvoller und professioneller Weise zu ermöglichen, sind die Kommunen, ein privater Träger und alles zivilbürgerliche Engagemet auf die Dauer überfordert. Es bleibt somit nur der Appell an Länder und Bund, diese Arbeit nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten, und das heißt finanziell besser zu unterstützen.
Verwaltung/Bibliothek/Archiv
Postadresse:
Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg, Ulm, e.V.
Postfach 2066, 89010 Ulm
Tel: (07 31) 213 12
Fax: (07 31) 92 140 56
www.dzokulm.telebus.de
dzok@gmx.de
Gedenkstätte:
Fort Oberer Kuhberg, Am Hochsträss 1, 89010 Ulm (keine Postadresse!)
Das Fort liegt im äußersten Westen der Stadt, nähere Infos im Internet.
Einzelbesucher: Sa/So 14–17 Uhr · Führung sonntags 14.30 Uhr –
Gruppen: Führung nach Vereinbarung prinzipiell jederzeit,
möglichst 14 Tage vorher
1 Myrah Adams, Silvester Lechner, Die KZ-Gedenkstätte Oberer Kuhberg in Ulm im Jahr 2001, GedenkstättenRundbrief 100, 25- 34.
2 Wolfgang Benz, Barbara Distel (Hrsg.), Terror ohne System. Die ersten Konzentrationslager im Nationalsozialismus 1933–1935, Berlin (Metropol) 2001; darin: Markus Kienle zum württembergischen Vorgängerlager des Ulmer KZ: Das Konzentrationslager Heuberg in Stetten am kalten Markt, 41–63; Markus Kienle zum gleichzeitigen württembergischen Frauenlager: Gotteszell – das frühe Konzentrationslager für Frauen in Württemberg, 65–77; Silvester Lechner: Das Konzentrationslager Oberer Kuhberg in Ulm, 79–103. – Von Markus Kienle erschien im Juni 2002 die erste Monographie über Gotteszell: Gotteszell – das frühe Konzentrationslager für Frauen in Württemberg, Ulm (Klemm & Oelschläger) 2002; Hrsg.: Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg.
3 Myrah Adams, Die Würde des Menschen ist unantastbar. Das KZ Oberer Kuhberg in Ulm, 1933–1935, Katalog zur Ausstellung, Ulm (Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg) 2002
4 Vgl. »Mitteilungen« 30/1998 des Dokumentationszentrums.- Das KZ Welzheim, eingerichtet im ehemaligen Polizeigefängnis Oktober 1935, bestand bis Kriegsende und war ein Lager »für kleinere Fälle« (die »großen« kamen ins KZ Dachau) in Regie der Landes-Gestapo.
5 Der Beschluss, der bis heute nicht offiziell aufgehoben ist, bedeutete, dass SPD-Mitglieder mit Parteiausschluss zu rechnen hatten, wenn sie Mitglied der als »kommunistische Hilfsorganisation« verstandenen VVN seien.