Die Jubiläumsausgabe des GedenkstättenRundbriefs

04/2001Gedenkstättenrundbrief 100, S. 7-8
Thomas Lutz

Der GedenkstättenRundbrief ist 100! Oder genauer gesagt, die 100. Ausgabe des GedenkstättenRundbriefs ist hiermit erschienen.

Als im Jahr 1983 der erste, auf Schreibmaschine geschriebene, mit Zeitungsausschnitten ergänzte und zusammengeschnippelte Rundbrief, der an einem Kopierer mit gewölbter Scheibe vervielfältigt und an ein paar Dutzend Interessenten verschickt wurde, hat sicherlich niemand daran gedacht, welche Form die 100. Ausgabe haben würde. Dabei verhält sich die Entwicklung des Rundbriefs sicherlich spiegelbildlich zur Veränderung zahlreicher Gedenkstätteninitiativen zu Institutionen. Die Metamorphose des Rundbriefs entwickelte sich über den Offsetdruck, die Aufnahme von Bildern und eines Titelblatts bis hin zur professionellen Gestaltung mit Hilfe modernster Techniken und die Herstellung in einer renommierten Druckerei. Auch der Versand wurde und wird immer umfangreicher und ist, wie üblich, vor einigen Jahren »outgesourced« worden.

Der hier vorliegende Jubiläums-GedenkstättenRundbrief weicht in seiner Struktur erstmals von dem Aufbau ab, wie er sich bereits im Jahr 1984 herauskristallisiert hat und bis heute im Großen und Ganzen beibehalten wurde: Diskussionsbeiträge über fachwissenschaftliche und gedenkstättenpolitische Fragestellungen, Berichte über neue Entwicklungen in Gedenkstätten und einen Serviceteil mit Veranstaltungs- und Literaturhinweisen. Letztere, die mittlerweile von den Mitarbeiterinnen der Bibliothek der Stiftung Topographie des Terrors zusammengestellt werden, erhalten vor allem auch Hinweise auf graue Literatur, die wohl kaum an anderer Stelle so umfangreich dargeboten werden.

Aufbau der Jubiläumsausgabe des Rundbriefs

Man darf behaupten, dass der Rundbrief seit seinem Bestehen ein kontinuierlicher Begleiter der Entwicklung der Gedenkstättenarbeit in Deutschland ist. Er hat berichtet und informiert weiterhin über die Entfaltung von Initiativen und Institutionen, über inhaltliche Diskussionen und entstehende Arbeitsfelder. Aus dieser Funktion des Rundbriefs ergibt sich der Aufbau dieser Sondernummer, die in drei Kapitel gegliedert ist. Der Jubiläumsband soll auch ein Versuch sein, einen Zwischenstand der Arbeit von Gedenkstätten in Deutschland zu Beginn des neuen Jahrhunderts festzuhalten.

Zur Geschichte und aktuellen Bedeutung

Im ersten Kapitel beschreiben mit Wolfgang Raupach-Rudnick, seinerzeit Geschäftsführer der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V., und Reinhard Rürup, wissenschaftlicher Direktor der Stiftung Topographie des Terrors, zwei Personen, die an entscheidender Stelle an der Etablierung und dem Ausbau des für die Redaktion des GedenkstättenRundbriefs zuständigen GedenkstättenReferats mitgewirkt haben, die Entwicklung dieses Arbeitsbereiches.

 

Rückblicke

Für das zweite Kapitel haben elf Autorinnen und Autoren Beiträge, die sie vor einigen Jahren im GedenkstättenRundbrief veröffentlicht haben, aus heutiger Sicht reflektiert und fortgeschrieben.

Jeweils zu Beginn der Beiträge ist in einer von mir verfassten kurzen redaktionellen Vorbemerkung eine Zusammenfassung der wichtigen Aussagen des alten Beitrags und die sich daraus ergebende Fragestellung für die Auseinandersetzung mit der Arbeit von Gedenkstätten heute entwickelt worden. Diese Vorbemerkungen sind zur deutlichen Abgrenzung der von den übrigen Autorinnen und Autoren erarbeiteten Texte kursiv gesetzt.

Vor allem in diesem Kapitel wird deutlich, welche Spannbreite von Themen im Laufe der Jahre im GedenkstättenRundbrief behandelt wurden – und dass die damals dargelegten Äußerungen auch heute noch Aktualität besitzen.

Um die inhaltlichen Schwerpunkte besser zusammenführen zu können, wurden die Texte drei Unterkapiteln zugeordnet: 1. Gedenkstättenarbeit vor Ort, 2. Reflexionen der Gedenkstättenarbeit, 3. Nationale Gedenkstättenpolitik?

Ausblicke

Im dritten Kapitel beschreiben fünf Autorinnen und Autoren den gegenwärtigen Stand der Gedenkstättenarbeit in unterschiedlichen Themenfeldern. Sie wagen darüber hinaus Ausblicke auf die zukünftigen Anforderungen an die Gedenkstätten, die gerade bei Historikern sehr vorsichtig und zögerlich ausfallen.

Die üblichen Servicerubriken des GedenkstättenRundbriefs (Veranstaltungs-, Literatur-hinweise und Internetverweise) werden erst in der Nummer 101, die im Juni 2001 erscheinen wird, wieder aufgenommen werden.

In der Zwischenzeit ist es jedoch möglich, diese Informationen im GedenkstättenForum, der seit Anfang des Jahres 2000 bestehenden Ergänzung des Printmediums GedenkstättenRundbrief im Internet (www.gedenkstaettenforum.de), abzurufen. Auch diese neue Form des Knotenpunkts für den Informationsaustausch und die Diskussion zwischen den Gedenkstätten wie auch als Serviceeinrichtung für weltweit an der Entwicklung der Erinnerungskultur in Deutschland Interessierte wird in Zukunft weiter ausgebaut werden.

Die Jubiläumsausgabe des GedenkstättenRundbriefs ist mit 2000 Exemplaren in einer fast doppelt so hohen Auflage erschienen wie normalerweise und wird ausnahmsweise auch über den Buchhandel vertrieben.

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