In der Häftlingsdatenbank werden die in den historischen Dokumenten vorhandenen personenbezogenen Angaben zu den ehemaligen Gefangenen des Konzentrationslagerkomplexes Flossenbürg digitalisiert. Mit Hilfe der elektronischen Datenverarbeitung wird die effiziente Bearbeitung von Haftanfragen ermöglicht, sowie eine Grundlage geschaffen sowohl für historische Forschung und Zusammenarbeit als auch für Namens-Denkmäler für die Opfer, etwa in Form eines Gedenk- bzw. Totenbuches, in dem die Häftlinge bzw. die Todesopfer verzeichnet sind. Auch zur noch zu erarbeitenden neuen Ausstellung in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg wird die Häftlingsdatenbank beitragen. In zunehmendem Maße werden die entstehenden Auskunftsmöglichkeiten in Anspruch genommen, denn die angestrebten Ziele konnten in Teilbereichen bereits verwirklicht werden.
Die Dokumentation der 3. U.S. Army
Bereits im September 19451 wurde von der 3. U.S. Army eine vierbändige Dokumentation über das Konzentrationslager Flossenbürg fertig gestellt, in der die bei Kriegsende vorgefundenen Unterlagen ausgewertet worden waren.2 Diese amerikanische Zusammenstellung dient nach wie vor als wichtigstes Hilfsmittel bei der Beantwortung von Haft- anfragen, denn sie enthält alphabetisch sortierte Namensverzeichnisse der Gefangenen. Band I enthält, nach einführenden Texten und Dokumenten, Teil A (eine »kleine« Häftlingsliste mit über 14 000 Personen, S. 1–234) und Teil B (3 weitere kurze Aufstellungen). Teil C umfasst eine »große« Häftlingsliste mit mehr als 75 000 Personen (S. 1–1252) und erstreckt sich von Band II bis Band IV. Teil D, ein Dokumenten-Anhang mit Statistik, befindet sich am Ende von Band IV (S. 1254–1331).3 Des weiteren kursierte zusammen mit den vier Bänden ursprünglich noch ein Teil E, bestehend aus ca. 5 000 Seiten Transportlisten,4 die dem Internationalen Suchdienst des Roten Kreuzes in Bad Arolsen übergeben wurden.5 Die verbliebenen 4 Bände hat man als Bestandteil des »Miscellaneous Non-Biographic Material« des Berlin Document Centers6 1960 verfilmt7, heute befinden sie sich in Washington D. C. in den U.S. National Archives.8 Die beiden alphabetischen Listen sind als Durchschlag ebenfalls beim ITS vorhanden.9 Von der Verfilmung von 1960 wurden Kopien und Rückvergrößerungen verbreitet,10 wobei die ohnehin problematische Qualität noch mehr gelitten hat. Doch war die Dokumentation offenbar bereits auch 1945 mikroverfilmt und anschließend reproduziert worden.11
Die Einträge in den alphabetischen Namenslisten beinhalten den Nach- und Vornamen, die Häftlingsnummer, die Volkszugehörigkeit und die Häftlingskategorie, das Geburts-, Registratur- und Verbleibsdatum, sowie Ortsangaben oder Hinweise auf Entlassung, Flucht oder Tod. Dabei sind wiederkehrende Informationen in erläuterten Abkürzungen verschlüsselt. Die 3. U.S. Army betitelte die kleine Liste (Teil A) in der Dokumentation als »Liste der Häftlinge, die das Konzentrationslager Flossenbürg vor dem 6. März 1944… verließen…«, die große Liste (Teil C) als »Liste der Häftlinge, die nach dem 6. März 1944 im Konzentrationslager Flossenbürg waren«. Grundlage für diese Einteilung waren wohl die Aussagen des Häftlingsschreibers Miloš Kučera, der dieses Datum auch während der Dachauer Flossenbürg-Prozesse angibt: Es seien in den acht Bänden der Nummernbücher (die er persönlich nach der Befreiung den Amerikanern übergeben hat12) keine Häftlinge eingetragen, die das Lager vor diesem Tag verlassen haben.13 Gemeint war, dass ungefähr ab März 1944 (das genaue Datum wird auch im Prozess in Frage gestellt) die bisherige Praxis der Nummernbuchführung beendet wurde. Bis zu dieser Zeit radierte man den Alteintrag abgegangener Häftlinge aus und vergab die freigewordenen Nummern neu (so wird z. B. im April 1939 die Nummer 13 neu belegt,14 nachdem wenige Tage zuvor Berthold Albold, der Häftling mit der Nummer 13, gestorben war15). Die Aussage Kučeras wird durch die Lagerbücher belegt. Bis auf wenige Ausnahmen16 findet sich darin kein Abgangsdatum vor März 1944.
Alle Einträge in der großen Liste verweisen auf einen zugehörigen Eintrag in den Nummernbüchern. Auch von der Menge der Namen besteht mit jeweils über 75 000 eine hohe Übereinstimmung, so dass davon ausgegangen werden darf, dass es sich um eine Auswertung dieser Hauptquelle handelt. Nach abschließender Digitalisierung der Lagerbücher könnte ein Abgleich nicht nur den Beweis für diese These erbringen, sondern vielleicht auch die Rekonstruktion der fehlenden Häftlingsnummern 91 bis 150 und anderer Beschädigungen, die erst nachträglich eingetreten sind17, erlauben.
Im Gegensatz zur großen Liste soll die kleine Aufstellung diejenigen Häftlinge enthalten, die das Konzentrationslager Flossenbürg vor dem 6. März 1944 verließen, also nicht in den Nummernbüchern aufgeführt sind. Doch sind darin einige spätere Abgangsdaten aufgeführt, die auch auf zugehörige Einträge in den Lagerbüchern verweisen. Diese Doppelung von Personen in beiden Listen, häufig mit gleicher Nummer aber abweichender Schreibweise, war jedoch kaum beabsichtigt, da ja die Gesamtzahl der Häftlinge ermittelt werden sollte. Wie also war diese Liste entstanden? Die Aussage eines weiteren Häftlingsschreibers während der Dachauer Flossenbürg-Prozesse gibt einen Hinweis. Karl Prohaska berichtet von einer Häftlingspersonalkartei, die nach der Befreiung in der Effektenkammer des Lagers gefunden worden war. Sie bestand aus zwei Teilen: Den Karten der Lagerinsassen und den Karten der abgegangenen Häftlinge.18 Was also lag näher, als aus letzterem Bestand anhand der dort vermerkten Angaben zum Verbleib diejenigen herauszufiltern, die vor dem 6. März 1944 das KZ verließen, um so möglichst rasch eine vollständige Aufstellung zu erhalten (zumal werden diese Effektenkarten auch als Quellen der Dokumentation aufgeführt19)? Rätselhaft bleibt, wie die Duplikate in die Liste gelangen konnten, zumal über die Häftlingsnummern ein rascher Abgleich mit den Lagerbüchern möglich gewesen wäre. Einer der Häftlinge taucht sogar drei mal auf: Leon Gueneau mit der Häftlingsnummer 7000 wurde sowohl als letzte Nummer des ersten Bandes der Lagerbücher, als auch als erster Eintrag des zweiten Bandes registriert. Nach seiner Überstellung und Rückkehr nach und von Buchenwald bekam er die neue Nummer 9093, ohne dass die beiden bestehenden Zeilen ausradiert worden wären. In der Folge ist er in der amerikanischen Dokumentation sogar drei mal zu finden.20
In der täglichen Gedenkstättenarbeit ermöglicht die große Liste als Findmittel über die Häftlingsnummer den Zugang zum Originaleintrag in den Lagerbüchern, die kleine Liste dient als wertvolle Sekundärquelle. Wurde ein Name in einer abweichenden Schreibweise erfasst, was häufig der Fall ist, so ist die Position in der ohnehin nicht durchgängigen alphabetischen Sortierung21 verschoben oder gar unauffindbar – und damit auch kein Nachweis möglich. Eine statistische Auswertung findet sich im Anhang am Ende des vierten Bandes:22 Darin wird eine Gesamtzahl von nahezu 90 000 registrierten Häftlingen im gesamten Konzentrationslagerkomplex Flossenbürg einschließlich aller Außenlager festgestellt, darunter ca. 29 500 Polen, ca. 20 000 Russen und ca. 11 000 Ungarn. Ungefähr 25 % der Inhaftierten waren Juden. In der Statistik sind außerdem mehr als 21 000 Tote angeführt. Heute gehen wir von einer Anzahl von wenigstens 100 000 Gefangenen und mindestens 30 000 Ermordeten aus. Die – derzeit noch geschätzte – Steigerung begründet sich mit damals nicht ausgewerteten Dokumenten und mit nicht oder nicht mehr registrierten Häftlingen, die auf Evakuierungstransporten und Todesmärschen durch das Lager gingen oder den sowjetischen Kriegsgefangenen der Wehrmacht, die in Flossenbürg gefangengehalten oder exekutiert worden waren, ohne in der Registratur der SS aufzuscheinen.23 Diese Zahlen nachweisbar zu machen, ist eines der Ziele der Häftlingsdatenbank. Vordringlich ist aber in erster Linie die Recherche nach Einzelpersonen, was die Namenslisten zwar ermöglichen, jedoch nur innerhalb gewisser Grenzen.
Die Zahlen in der Gedenkstätte Flossenbürg
Verwirrende Zahlenangaben sind im Gelände der KZ-Gedenkstätte anzutreffen: Bei der ersten Gestaltung durch polnische »Displaced Persons« während der Nutzung als UNRRA-Lager wurden die Opferzahlen – zusammengestellt aus anscheinend fragwürdigen Quellen vom »Komitee zur Erbauung eines Denkmals im Konzentrationslager Flossenbürg«24 – nach 17 Nationalitäten und jüdischen Häftlingen getrennt auf einer Tafel am Kamin des Krematoriums angebracht,25 die nicht mehr vorhanden ist. Als Summe war die Zahl 73296 angegeben, die sich noch heute an der Hinrichtungsstätte neben dem Krematorium auf dem am Boden dargestellten roten Winkel findet und ebenso im Langhaus der Gedächtniskapelle »Jesus im Kerker« zu beiden Seiten des Chorbogens angebracht ist. Dort finden sich auch die Zahlen des Kamins an den beiden Seitenwänden auf Steintafeln mit nationalen Symbolen wieder, wobei die Menge der Franzosen um 400 angewachsen ist. Ohne Zahlenangaben wurden die Nationen Österreich, Ukraine und Estland hinzugefügt, mit Zahlenangabe Lettland. Unter den symbolischen Grabplatten auf dem »Platz der Nationen« fehlen Juden, Norweger und Litauer, auf denjenigen von Österreich, der Ukraine und Estland sind – wie in der Kapelle – keine Zahlen angegeben. Die Zahlen der jugoslawischen und italienischen Opfer sind dort niedriger.26 Auf all diese Summen und ihr Zustandekommen soll hier nicht näher eingegangen werden.
Die Bilanz in der Forschung
Diesen sehr spekulativ wirkenden Angaben konnte Ende der Siebziger Jahre der Journalist Toni Siegert Zahlenmaterial entgegenstellen,27 das er u. a. einem damals noch freieren Zugang zu der KL-Dokumentenabteilung des ITS verdankte: So glich er Zugangslisten und Nummernbücher ab und kam so auf 18 632 Männer bis zum 20. 3. 44. Den Zugangsbüchern entnahm er weitere 54 695 Häftlinge für das restliche Jahr 1944 und 23 389 für 1945, zusammen also 96 716. Als nicht oder nicht mehr registrierte Personen addierte er zu dieser Zahl hinzu: 2 000 sowjetische Kriegsgefangene von 1941, die Evakuierungstransporte von Buchenwald (6 000) und Dachau (600) nach Flossenbürg, sowie Exekutionen von Personen, die keine Häftlinge des Lagers waren, einschließlich der Sonder- und Ehrenhäftlinge. Die letzte Gruppe bezifferte er inklusive überlebender Sonderhäftlinge auf ca. 2 000 und kam somit auf über 100 000 Personen, die durch Flossenbürg bzw. seine Außenlager gegangen sind.
Die Zahl der Toten wurde in einem unmittelbar nach der Befreiung des Lagers von der 90. US- Infanteriedivision verfassten Bericht mit 30 000 angegeben, die Aussagen der ehemaligen Häftlingsschreiber Kučera und Prohaska führten zur Zahl von 29 000 in den Dachauer Flossenbürg-Prozessen. Die amerikanische Militärregierung konnte die Namen von 11 043 Toten feststellen. Im Standesamt Flossenbürg zählte Siegert 2 083 Sterbebescheinigungen, mit weiteren Ermittlungen des ITS Arolsen ergaben sich insgesamt 20 374 namentlich feststellbare Tote. Nicht nachweisbar seien gewesen ca. 1 000 sowjetische Kriegsgefangene, ca. 2 000 Exekutionen im Arrestbau und ca. 6 900 Todesmarschopfer, so dass in der Summe mehr als 30 000 Tote blieben.
Quellen
Um wissenschaftlich fundierte Zahlen vorweisen zu können, werden nun die vorhandenen Dokumente ausgewertet und abgeglichen. Vor der Räumung des Lagers konnte die SS zwar den Großteil der Häftlingspersonalkarten vernichten,28 doch eine sehr große Menge an Unterlagen blieb erhalten und verschafft uns heute die Möglichkeit, auf eine ausgesprochen gute Quellenlage zum Konzentrationslager Flossenbürg zurückgreifen zu können. Die 3. U.S. Army listete die bei der Befreiung vorgefundenen Dokumente auf:29
• Umfangreiche Korrespondenz des Wirtschafts-Verwaltungshauptamtes, Sektion D (Konzentrationslager), evakuiert aus Oranienburg
• 8 Nummernbücher
• Alphabetisches Verzeichnis der Kleidung abgegangener Häftlinge (unvollständig)
• Numerisches Verzeichnis der Kleidung der Häftlinge am 1. 3.1945 (unvollständig)
• Personalkarten und Dienstpläne der SS (unvollständig?)
• Dokumente und Papiere entlassener Häftlinge
• Umfangreiche Nummernlisten von Transporten aus Groß-Rosen
• Negative von Häftlings-Fotografien (unvollständig)
• Ausweise und Pässe ehemaliger Häftlinge (unvollständig)
• Korrespondenz des Konzentrationslagers Flossenbürg
Nicht eigens aufgeführt sind andere wichtige Materialien wie Lagerstärkemeldungen, Sterbebescheinigungen, Totenbücher oder die große Menge an Transportlisten. Ein breites Spektrum an personenbezogenen Dokumenten ist überliefert und befindet sich überwiegend im Archiv des Internationalen Suchdienstes des Roten Kreuzes in Bad Arolsen. Dort wurden auf der Grundlage der Effekten- und der Häftlingspersonalkarten Sekundär-Nummernbücher erstellt.30 Die Originale dieser und weiterer Dokumente, etwa einer Original-Dokumentation, wurden zum Hauptindex Flossenbürg kompiliert, der ca. 85 000 Namen enthielt.31 Bedauerlicherweise werden die dortigen Unterlagen der historischen Forschung zur Zeit nur äußerst eingeschränkt zugänglich gemacht.
Die Nummernbücher des KZ Flossenbürg
Die herausragendste Quelle jedoch befindet sich nahezu vollständig32 in den Vereinigten Staaten und liegt in Form verschiedener Kopien vor: die acht Bände der Nummernbücher des KZ Flossenbürg, auch Zugangsbücher, Eingangsregister oder schlichtweg Lagerbücher genannt. Die Verteilung der Nummern über die acht Bände gestaltet sich folgendermaßen:33
• Buch 1 (Männer: Häftlingsnummer 1–7 000)
• Buch 2 (Männer: Häftlingsnummer 7 000–19 999)
• Buch 3 (Männer: Häftlingsnummer 20 000–34 999)
• Buch 4 (Männer: Häftlingsnummer 35 000–44 999)
• Buch 5 (Männer: Häftlingsnummer 45 000–50 000 und 80 001–84 999)
• Buch 6 (Männer: Häftlingsnummer 85 000–94 999), letzter Eintrag: Nummer 89 960
• Buch 7 (Frauen: Häftlingsnummer 50 000–59 999)
• Buch 8 (Frauen: Häftlingsnummer 60 000–73 000), letzter Eintrag: Nummer 66059
Auf den ersten Blick fällt – neben den doppelten Vorkommen der 7 000 und der 50 000 – ein Sprung im Buch 5 von der 50 000 auf die 80 001 auf. Als das vorherige Männerlager Flossenbürg am 1. September 1944 durch die verwaltungsmäßige Umgliederung mehrerer Außenlager des KZ Ravensbrück die ersten weiblichen Häftlinge registrierte, war man mit der Nummernvergabe bei 21 370 angelangt. Der freie Bereich bis 50 000 erschien damals offenbar als ausreichend für die noch aufzunehmenden männlichen Gefangenen. Doch am 13. Februar 1945 waren alle Nummern bis 50 000 vergeben und man entschied sich, den Platz für die Frauen bis zur 80 000 zu reservieren und zu überspringen. Demnach verweist die Nummernbelegung auf die Erfassung von mehr als 16 000 Frauen und nahezu 60 000 Männern. Die Gesamtzahl der Registrierungen lag aber darüber, da die Nummern auch mehrfach vergeben wurden (vgl. dazu das Kapitel »Die Dokumentation der 3. U.S. Army«). Wegen Lückenhaftigkeit, u. a. durch Ausradierungen, verblieben nur etwas mehr als 75000 Einträge. Auch diese leeren Nummernzeilen (nicht mehr ausgefüllt oder ausradiert) werden in der Datenbank abgebildet, um später die ursprünglichen Inhalte rekonstruieren zu können. Die Anzahl der Datensätze (derzeit 57 030) ist also höher als die Anzahl der erfassten Personen (derzeit 56 392), aber niedriger als die Gesamtzahl der Häftlinge.
Eine Nummernbuchzeile ist in sechs Spalten unterteilt und enthält in der Regel die Häftlingsnummer, Volkszugehörigkeit und Häftlingskategorie, Nach- und Vorname, Geburtsdatum und -ort, Datum der Registratur und Angaben zum Verbleib. Die Eintragungen sind nicht immer eindeutig: So ist die Registratur nicht immer mit der Ankunft im KZ-Komplex Flossenbürg gleichzusetzen. Oft sind Hinweise auf Transporte durch spätere Vermerke gestört und kaum mehr zu verifizieren. Gerade in den letzten beiden Spalten lassen sich oft zusätzliche Informationen entnehmen, etwa Blocknummern oder Exekutionen. Die Lesbarkeit der Eintragungen ist von höchst unterschiedlicher Qualität. Zum Teil, v. a. in den Frauenbüchern, ist die Struktur einfach und die Deutlichkeit sehr hoch. Andererseits ist ein Großteil der Seiten, besonders im Nummernbereich unter 40 000, durch Nachträge und Ausbesserungen derartig unübersichtlich, dass eine Eingabe ohne Interpretation nahezu unmöglich ist. Dabei sei der Vorteil der Dateneingabe im Haus sowie die Betreuung durch täglich mit den Büchern arbeitende Fachleute hervorgehoben.
Die Hauptquelle der Nummernbücher konnte nur zum Teil anhand von vorhandenen Xerokopien (Buch 1, Teile von Buch 7 und 8) ausgewertet werden, zum Großteil musste anhand von Mikrofilmen gearbeitet werden. Die Dateneingabe wurde stellenweise durch die schlechte Qualität der Verfilmung (Schatten, Unschärfe) unmöglich gemacht, wodurch es nötig wurde, sich um besseres Material zu bemühen. Eine neue Color-Verfilmung aller acht Bände34 wurde in die Wege geleitet und nach Fertigstellung digitalisiert, so dass nun unabhängig vom Filmlesegerät an jedem PC-Monitor die image files angezeigt werden können. Wegen der Häufigkeit des Zugriffs wird zusätzlich eine direkte Anbindung an die Datenbank eingerichtet.
Der Aufbau der Häftlingsdatenbank
Das Projekt wurde im August 2000 im Rahmen einer AB-Maßnahme des Fördervereins initiiert. Nach einer sechsmonatigen Konzipierungs- und Vorbereitungsphase konnte die Dateneingabe zu Anfang des Jahres 2001 begonnen werden. Seit August 2001 wird der Aufbau der Datenbank mit Hilfe der Gedenkstättenförderung des Bundes fortgeführt.
Als Software wird die weitverbreitete Datenbankanwendung ACCESS aus dem Office-Paket von Microsoft verwendet, die sich auch in der Gedenkstättenlandschaft immer größerer Beliebtheit erfreut. Als durchschlagender Vorteil erweist sich dabei nach wie vor die leichte Handhabung ohne externe Unterstützung, sowohl bei der Eigenentwicklung als auch bei Modifikationen während der Datenerfassung. Eine sog. Front-End/Back-End-Lösung mit Zugriff auf den gemeinsamen Datenbestand auf dem Server über das Intranet ermöglicht die gleichzeitige Datenerfassung und Recherche an mehreren Arbeitsplätzen. Auch die problemlose Integration von Daten anderer Gedenkstätten spricht für die getroffene Wahl: Bislang konnten 37 112 für Flossenbürg relevante Datensätze anderer Institutionen z. T. aus anderen Anwendungen, integriert werden:
• 16 581 Datensätze des Museums Groß-Rosen
• 12 747 Datensätze der KZ-Gedenkstätte Dachau
• 3 029 Datensätze des italienischen Häftlingsverbandes ANED
• 2 599 Datensätze der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück
• 1 371 Datensätze der KZ-Gedenkstätte Mauthausen
• 521 Datensätze des Museums Auschwitz-Birkenau
• 264 Datensätze von Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen
Bei der Datenbank-Konstruktion wurden Vor- und Nachteile bereits bestehender Häftlingsdatenbanken anderer Gedenkstätten und ähnlich gelagerter Projekte berücksichtigt. Dabei wurden und werden die modernen Möglichkeiten der Kommunikation und Informationsbeschaffung im Internet ausgiebig genutzt. Der gründliche Erfahrungsaustausch war Anlass, in der Datenbank nicht nur eine Personenerfassung durchzuführen, sondern Quelle für Quelle einzeln digital zu erfassen und erst anschließend zu verknüpfen, so dass die Herkunft der Daten stets eindeutig nachvollziehbar bleibt. Dadurch kann den wissenschaftlichen Erfordernissen von Quellennachweis und -authentizität in höchstem Maße entsprochen werden: Jede Quelle wird für sich als geschlossener Datenbestand abgebildet, der nach Abschluss der Erfassung keinen weiteren Veränderungen unterworfen wird – abgesehen natürlich von der Korrektur von Übertragungsfehlern. Die digitale Form kann so dem jeweiligen Dokument optimal angepasst werden. Die Schwierigkeit besteht sowohl in der heterogenen Struktur der Einträge als auch in der Gratwanderung zwischen möglichst authentischer Abbildung der Vorlage bei gleichzeitiger Erhaltung der Abfragbarkeit. Bislang einmaliges Novum: In der Häftlingsdatenbank der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg bleibt durch eine in Teilbereichen gleichzeitig authentische und interpretative Erfassung mit der sich daraus ergebenden Möglichkeit von Abfragen in beiden Ebenen eine leichte und vielseitige Auswertung gewährleistet, sowohl anhand der im Original verwendeten Abkürzungen (Bsp.: »Flo.«) als auch anhand der zugehörigen Bedeutungen (Bsp.: »Flossenbürg«).35 Dieses Prinzip wird im Beispiel nicht nur bei den Ortsangaben eingesetzt, sondern auch bei der Häftlingskategorie und der Volkszugehörigkeit. Mittels der mit einer Lupe gekennzeichneten Schaltfläche links oben kann vom Recherche-Modus aus der jeweilige Datensatz im authentischen Modus geöffnet werden.
Durch die Verwendung relational verknüpfter Tabellen werden in den erfassten Datensätzen nicht die Zeichenfolgen von Textfeldern gespeichert, sondern deren Datensatznummern. Dadurch ergeben sich weitere Vorteile: Während der Eingabe gibt das Feld bereits verwendete Begriffe nach dem ersten Tastenanschlag vor, wodurch sich der zeitliche Erfassungsaufwand verkürzt (–neue Einträge öffnen ein Dialogfenster zum Eingeben und Zuordnen der Zeichenfolge, die dann sofort eingefügt wird). Die Datenbank gewinnt an Geschwindigkeit, da sie mit Ziffern schneller arbeiten kann. Auf der Bedeutungsebene lassen sich für die Recherche die vorkommenden Begriffe auf eine Mindestanzahl reduzieren und so die Abfragen wesentlich vereinfachen. Korrekturen bezüglich der Zuordnung von Abkürzungen in diesen Feldern müssen nicht in allen Datensätzen geändert werden, sondern es genügt die Korrektur bei den datenliefernden Tabellen. Dort ist eine regelmäßige und v. a. abschließende Bereinigung von überflüssigen Begriffen auch nötig. Erschließen sich unklare Kürzel, lässt sich jederzeit nachträglich die Bedeutung ergänzen. Stellen sich Interpretationen als falsch heraus, lassen sie sich aktualisieren ohne die authentische Dokumentenebene verändern zu müssen.
Außerdem sind die selbstentwickelten sechsteiligen Datumsfelder hervorzuheben, die im Gegensatz zu herkömmlichen Systemen auch die Eingabe von unvollständigen Angaben erlauben. So kann sich die Erfassung auf die erkennbaren Teile beschränken oder sogar offenkundig falsche Datumsangaben aus den Dokumenten übernehmen. Die Vollständigkeit einer Datumsangabe wird durch das Ausfüllen aller sechs Felder, evtl. mit vorangestellten Nullen, signalisiert. Auf vierstellige Jahreszahlen wurde wegen des eingeschränkten Betrachtungszeitraumes verzichtet, das Prinzip ließe sich aber auf acht Felder erweitern. Per Makro könnte die Korrektheit eines Datums überprüft werden, wir wollen aber auch z. B. eine Monatsangabe »13.« abbilden, wenn es so in der Quelle geschrieben steht.
Des Weiteren darf noch hingewiesen werden auf eine optisch ansprechende, übersichtliche Gliederung. Vom Dokumententeil abgegrenzt befindet sich (im Beispiel bei der Erfassung der Nummernbücher auf der rechten Seite) ein Bearbeitungsteil, der sich nicht nur auf ein Bemerkungsfeld und die automatische Speicherung von Bearbeiter und Datum der Erfassung sowie der letzten Änderung beschränkt. Die Schaltfläche »Quelle« eröffnet die Möglichkeit, per Mausklick die Herkunft der Daten genau nachzuvollziehen und die Archivalie zu lokalisieren. Ein erster Klick öffnet die Inventarisierungsmaske und zeigt, was sich hinter der Quellennummer verbirgt. In dieser Ebene werden alle Quellen verzeichnet, auch mehrfache Vorkommen mit unterschiedlicher Provenienz oder Qualität. Ein zweiter Klick führt von der Ebene der Quelle zur zugehörigen Archivalie. So können mehrere Quellen »Transportliste 1, 2, 3,…« zu einer Archivalie »Transportlisten« (Mikrofilm) führen oder eine Quelle »Lagerstärkemeldung 1« zu einer Archivalie »Lagerstärkemeldung 1« (Xerokopie). Während der Erfassung wird nur eine – die beste – Quelle anhand der Quellennummer mit dem Datensatz verknüpft. Anschließend werden auch die qualitativ schlechteren Quellen über eine endlos erweiterbare Quellennummernliste dem Datensatz zugeordnet. So ist jederzeit ersichtlich, wie viele und welche Versionen einer Überlieferung vorhanden sind und dem Datensatz zugrunde liegen.
Um einer Überladung des Kommentarfeldes vorzubeugen und die Bemerkungen des Eingabepersonals in strukturierte Bahnen zu lenken, stehen Schaltflächen zur Verfügung: »Brille« für mangelhafte optische Qualität der Quelle oder »Ausrufezeichen« für auffällige Besonderheiten. Wird ein Datensatz kontrolliert, etwa im Rahmen einer Haftanfrage, kann das mit dem »Haken« vermerkt und so der Aufwand bei der Gegenkontrolle verringert werden.
Die Dateneingabe erfolgt mit Hilfe von bislang dreiundzwanzig Praktikanten überwiegend aus dem universitären Bereich in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. Dabei zeigt sich die fortlaufende Betreuung vor Ort als das entscheidende Kriterium für die Qualität der erfassten Daten. Auf Rückfragen und unvorhersehbare Erfordernisse der jeweiligen Quellen kann unmittelbar und flexibel reagiert werden. Die Datensätze werden von einer jeweils anderen Person in einer Kontrollsequenz gegengelesen. Die durch Mikrofilme bedingte Auswertung am Lesegerät beschränkte diese Eingabe bis vor kurzem noch auf einen Arbeitsplatz an einem vorhandenen Gerät. Deswegen wurde parallel mit der Verarbeitung von anderen Quellen auf Xerokopien begonnen. Der derzeitige Stand der Dateneingabe umfasst insgesamt 80 245 Datensätze (überwiegend noch nicht kontrolliert) und gliedert sich wie folgt (Anzahl der Datensätze, nicht der Personen!):
• 57 030 aus den Nummernbüchern (= ca. 75 %)
• 8 728 aus Transportlisten
• 5 579 Gräber
• 3.940 aus der amerikanischen Dokumentation (kleine Namensliste)
• 2 295 Haftanfragen
• 2 061 Sterbebescheinigungen
• 506 Personenakten (davon 47 für Flossenbürg relevant)
• 104 Erinnerungsberichte
Weitere 3 613 Datensätze liegen noch in den Eingabeschienen (2 341 aus Transportlisten, 1 272 aus den Nummernbüchern). Inklusive der integrierten Daten befinden sich insgesamt derzeit 117 355 Datensätze zu Flossenbürger Häftlingen in der Datenbank. Zusammen mit weiteren externen Beständen stehen für die Recherche in der Gedenkstätte 175 073 Datensätze zur Verfügung. Ein Zugang über das Internet besteht nicht und ist momentan auch nicht geplant. Die stark ansteigende Zahl von Haftanfragen war Anlass, auch dafür möglichst rasch eine digitale Erfassung zu ermöglichen, die ab Eingang mit Fertigstellung der Antwort auch einen zugehörigen Datensatz zur Folge hat. So kann mit der Beantwortung gleichzeitig die Digitalisierung stattfinden.
Ebenfalls wegen sich häufender Anfragen nach Grablagen musste diesbezüglichen Unterlagen Priorität eingeräumt werden. Mit der Aufnahme der Gräberliste zum Ehrenfriedhof im Gelände vor Ort ließ sich ein erster Schritt unternehmen. Dieser Datenbestand ist bereits kontrolliert, angemerkte Nummerierungen zum Datenabgleich an andere Gedenkstätten übermittelt, um eventuell noch Identitäten feststellen zu können.
Die Sterbebescheinigungen sind noch nicht abgeschlossen, mit dem umfangreichen Bestand der Transportlisten wurde begonnen, modifizierte Eingabemasken für Zugangslisten und Lagerstärkemeldungen erstellt. Erinnerungsberichte erfassten wir vorläufig nur rudimentär nach Verfasser und Ablage.
Die zu bearbeitenden Unterlagen müssen provisorisch inventarisiert werden, da das bislang unverzeichnete Zwischenarchiv der Gedenkstätte Flossenbürg noch nicht über Signaturen verfügt. Langfristig erscheint die direkte Anbindung der Archivdatenbank sinnvoll, um ohne Mehraufwand stets den aktuellsten Stand verfügbar zu haben. Gleiches gilt für die Anbindung der Bild- und der Bibliotheksdatenbank. Für den Aufbau einer Täterdatenbank könnten die entwickelten Erfassungsmechanismen problemlos verwendet werden.
Nötig ist ferner die Entwicklung der personenzentrierten Meta-Ebene »Häftlinge« mit entsprechenden datenbestandsübergreifenden Abfragemöglichkeiten. Damit ist keinesfalls das bloße Zusammenkopieren der wichtigsten personellen Angaben beabsichtigt. In einer übergeordneten Tabelle sollen die Datensätze aufgrund zuletzt subjektiver Entscheidungen mit Identitäten verknüpft werden. Hauptaufgabe wird dann der Datenabgleich sein. Die einzelnen Bestände und diese untereinander müssen verglichen und übereinstimmende Personen nach Feststellung der Identität in der Meta-Ebene verknüpft werden. Nur so sind Mehrfachnennungen weitestgehend zu vermeiden und summarische Aussagen möglich. Die Meta-Ebene wird sich mit wachsendem Erkenntnisstand fortlaufend dynamisch entwickeln und so der Wahrheit immer näher kommen. Im Gegensatz zu den Digitalisierungen der einzelnen Quellen, die nach und nach fertiggestellt werden können, wird die Meta-Ebene nie zu einem Abschluss kommen, sondern sich mit jeder neuen Information wieder verändern. Je nach Stand der Erfassung und des Abgleichs wird die Zahl der Personen steigen bzw. sinken. Eine Ergänzung der korrekten Namensschreibweisen in der jeweiligen Landessprache ist übrigens problemlos möglich.
Optisch wird sich die Erfassung der Häftlinge am Entwurf für die Personenakten orientieren. Dabei wurden einem Personendatensatz zwei endlos ergänzbare Listen zugeordnet: Zum einen die Aufenthalte der Person nach Zeiten und Orten, zum anderen die Dokumente (bzw. Datensätze), denen sich die Informationen entnehmen lassen. Per Mausklick können die zugrunde liegenden Daten, die Quellen und – sofern vorhanden – die digitalen Bilder aufgerufen werden und ermöglichen so einen raschen Abgleich.
Fortlaufend notwendig ist eine ausreichende Datenbankpflege, um eine Reduktion der Geschwindigkeit, Anomalien oder gar Datenverlust zu vermeiden. Beginnend mit der Vermeidung von Konstruktionsfehlern über die Verwaltung der Sicherheitsschranken und Zugriffsrechte bis hin zu Komprimierungen oder Neuanlage sind regelmäßig Maßnahmen zu treffen, um eine Datenbank frei von unnötigem Ballast (z. B. Abfrageresten, Duplikate etc.) und funktionsfähig zu halten. Was eigentlich selbstverständlich sein sollte, die Notwendigkeit einer dauernden Betreuung, idealer Weise gepaart mit personeller Kontinuität, die über den Rahmen zeitlich befristeter Projekte hinausgeht, muss in den historischen Wissenschaften immer wieder betont werden.
1 Vgl. die Datierung in der Einleitung zu Band IV (S.III) – im Gegensatz zur Beschreibung als
»amerikanische Zusammenstellung nach 1945« in der vorangestellten Beschreibung der Mikrofilme NARA T580 Roll 69 und 70 und in der Inventarisierung im Mikrofilm der National Archives
Washington D.C. NARA T580 Roll 999.
2 Vgl. AGFL (Archiv der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, unverzeichnetes Zwischenarchiv), Mikrofilme;
4-bändige amerikanische Flossenbürg-Dokumentation von 1945.
3 Teil D ist in der Verfilmung nicht als solcher kenntlich, sondern erschließt sich aus dem
Inhaltsverzeichnis am Anfang von Band I (S. III). Dort wird er aber – offenbar vor Fertigstellung der
Dokumentation – zusammen mit Teil C und einer in der Verfilmung nicht vorhandenen Liste der SS den Bänden II – III zugewiesen.
4 Vgl. AGFL (s. Fußnote 2), Beschreibung der amerikanischen Flossenbürg-Dokumentation durch das Niederländische Sozialministerium, Abteilung Repatriierung, Dokumentationszentrum Paris, im Jahr 1948 = Nederlands Instituut voor Oorlogsdocumentatie Amsterdam, C[14]911 3:C.3.
5 »Property of US Army on loan to I.T.S.”, vgl. AGFL (s. Fußnote 2), ITS-Katalog (Catalogue of
Concentration Camp Records held by the International Tracing Service, Allied High Commission for Germany), o. J. (ca. 1950), Vol. I, S. 142-161.
6 Berlin Document Center, Miscellaneous Non-Biographic Material (»Schumacher-Material«), Gruppe X, Ordner 332, Vol. I – IV.
7 U.S. National Archives Washington D.C., NARA T580, Roll No. 69 und 70.
8 NARA Record Group 238, stack area 190, row 13, compartment 26, shelf 01, box 1 und 2.
9 ITS (Internationaler Suchdienst des Roten Kreuzes Bad Arolsen), I A/2 GCC 5/1/a (kleine Liste) bzw. I A/2 GCC 5/1/b-d (große Liste); Angaben nach dem ITS-Katalog ca. 1950 (s. Fußnote 5).
10 Eine Kopie der Mikrofilme wurde im Bestand des Zentralen Staatsarchivs der DDR in Potsdam (S. 14429 und S. 14430) nach der Wende Teil des Bundesarchivs; Rückvergrößerungen der 4 Bände aus dieser Verfilmung waren Bestand des NS-Archivs der Staatssicherheit in Ost-Berlin, gelangten ins Bundesarchiv, Zwischenarchiv Dahlwitz-Hoppegarten, als Kl Hafta 4, 5/1, 5/2 und 6 und liegen heute im Bundesarchiv Berlin im Bestand NS4 Fl 431–434.
11 Inklusive von zumindest Teilen von Teil E, vgl. AGFL (s. Fußnote 2), Abschrift der Beschreibung der Mikrofilm-Dokumentation Flossenbürg des Ministère des Anciens Combattants et des Victims de Guerre Paris durch das Niederländische Sozialministerium, Abteilung Repatriierung, Dokumentationszentrum Paris, im Jahr 1947 = Nederlands Instituut voor Oorlogsdocumentatie Amsterdam, C[14]911.3: C.3.
12 Vgl. AGFL (s. Fußnote 2), Mikrofilm, Protokoll vom 10. 7. 46 = BA, FC 6281, S. 1248.
13 ebda., S. 1252f.
14 Vgl. AGFL (s. Fußnote 2), div. Kopien der Nummernbücher, Band 1: Häftlingsnummer 13,
15 Vgl. AGFL (s. Fußnote 2), Sterbebescheinigungen der Lagerärzte 1939/39.
16 z.B. die Häftlingsnummern 3294, 3996, 7362, 15144, 16953 mit Todestagen im Januar und Februar 1944..
17 Nach Kuc˘eras Aussage war die fehlende Seite noch vorhanden, als er die Bücher übergab, vgl. Protokoll vom 10. 7. 46, S. 1249 (s. Fußnote 12).
18 Vgl. AGFL (s. Fußnote 2), Mikrofilm, Protokoll vom 9. 7. 46 = BA, FC 6281, S. 1156f; er gibt die Zahl der angeblich vollständigen Karteikarten wohl übertreibend mit über 100 000 an.
19 Vgl. die 4-bändige amerikanische Flossenbürg-Dokumentation, Einführung am Anfang von Band I, S. V (s. Fußnote 2).
20 Vgl. die 4-bändige amerikanische Flossenbürg-Dokumentation, Teil C, S. 358 (s. Fußnote 2).
21 Damit ist nicht nur die ungewohnte Position von »Sch…« und »St…« nach »Sz…« gemeint, vgl. z.B. S. 54 oder S. 325 der großen Liste (Band II, s. Fußnote 2).
22 Vgl. AGFL (s. Fußnote 2), Mikrofilm; Statistik am Ende der 4-bändigen amerikanischen Dokumentation (Vol. IV, S. 1335ff).
23 Vgl. das Kapitel »Die Bilanz in der Forschung«. In Flossenbürg ist bislang im Gegensatz zu anderen Konzentrationslagern keine eigene Registratur der sowjetischen Kriegsgefangenen nachweisbar, vgl. OTTO, Reinhard: Wehrmacht, Gestapo und sowjetische Kriegsgefangene im deutschen Reichsgebiet 1941/42, München 1998 (= Schriftenreihe der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, Bd. 77), insbesondere S. 190f.
24 Vgl. SIEGERT, Toni: Das Konzentrationslager Flossenbürg, gegründet für sogenannte Asoziale und Kriminelle, S. 466–468, in: Bayern in der NS-Zeit II, Herrschaft und Gesellschaft im Konflikt, Teil A, hrsg. v. Martin Broszat und Elke Fröhlich, München/Wien 1979, S. 490, Fußnote 146.
25 Vgl. AGFL (s. Fußnote 2), Fotografie des Kamins mit der Tafel.
26 Jugoslawien: 1750 statt 2140, Italien: 3143 statt 3413.
27 Vgl. SIEGERT 1979 (s. Fußnote 24), S. 489ff; gekürzte Zusammenfassung in: ders.: 30000 Tote mahnen, Die Geschichte des Konzentrationslagers Flossenbürg und seiner 100 Außenlager von 1938 bis 1945, Weiden 61996 (11984), S. 69ff.)
28 Vgl. die 4-bändige amerikanische Flossenbürg-Dokumentation, Einleitung zu Band IV,S.III (s. Fußnote 2); der dort erwähnten Verbrennung stehen die 6583 Häftlingskarten beim ITS in Arolsen entgegen (vgl. BOBERACH, Heinz: Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates, Die Überlieferung von Behörden und Einrichtungen des Reichs, der Länder und der NSDAP, hrsg. v. Institut für Zeitgeschichte [= Texte und Materialien zur Zeitgeschichte, Bd. 3], München/London/New York/Paris 1991, S. 131).
29 Vgl. die 4-bändige amerikanische Flossenbürg-Dokumentation, Einführung am Anfang von Band I, S. V (s. Fußnote 2).
30 Vgl. ITS-Katalog ca. 1950 (s. Fußnote 5), S. 160: V/I GCC 5/79 (Männer) und 5/80 (Frauen).
31 Vgl. ebda, S. 148: II/A GCC 5/63.
32 Von kleineren Beschädigungen abgesehen, fehlt die dritte Seite mit den Nummern 91–150.
33 Vgl. AGFL (s. Fußnote 2), Mikrofilme (Der leere Nummernbereich von 66 121 bis 73 000 liegt nicht als Film vor; die Angabe basiert auf S. 7 der Einleitung zur Color-Verfilmung von Anne Rothfeld, NARA M 1935 Rolls 1–4).
34 Vgl. AGFL (s. Fußnote 2), Color-Mikrofilme = NARA M 1935 Rolls 1–4.
35 Dieses in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg entwickelte System fand in Teilen Eingang in die Datenbank zur Digitalisierung der WASt-Kartei in sowjetischen Militärarchiven.
Die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg beteiligt sich mit Unterstützung ihres Fördervereins seit 2002 an diesem deutsch-russischen-belarussischen Projekt von Bund und Ländern, um die sowjetischen Kriegsgefangenen in Flossenbürg identifizieren zu können.