Die Gedenkstätte »Perm-36« in Russland

Solidarität mit einem bedrohten Ort der Erinnerung an Gulag und politische Repressionen
12/2014Gedenkstättenrundbrief 176, S. 39-50
Daniel Seifert

Die Gedenkstätte »Perm-36« in Russland ist einmalig: Sie ist der einzige Erinnerungsort ihrer Art auf dem Gelände eines ehemaligen Lagers des stalinistischen Terrors und der politischen Repressionen in der ehemaligen UdSSR. Das Besondere an »Perm-36« ist nicht zuletzt der zivilgesellschaftliche Ursprung und der dort über viele Jahre gepflegte offen-kritische Dialog über Demokratie, Menschenrechte und weltanschauliche Fragen. Die Geschichte des dort zwischen 1946 und 1988 existierenden Lagerkomplexes umfasst drei Phasen, die durch unterschiedliche Häftlingsgruppen sowie Arbeits- und Lebensbedingungen gekennzeichnet sind. Nach der offiziellen Schließung von »Perm-36« im Jahr 1988 wurde das Gelände teilweise als Klinik für psychisch kranke Menschen genutzt. Nur Dank der unermüdlichen Initiative ehemaliger Häftlinge und engagierter Bürger konnte der historische Ort jedoch gerettet werden.

Mitte der 1990er-Jahre eröffnete schließlich die »Gedenkstätte für die Opfer politischer Repressionen« mit dem Namen »Perm-36«[1]. Mithilfe von Fördergeldern ausländischer Stiftungen und der Permer Gebietsverwaltung entwickelte sich »Perm-36« zu einem international bedeutsamen Erinnerungs- und Begegnungsort. In verschiedenen Projekten arbeitet die Gedenkstätte seit vielen Jahren mit Partnern aus aller Welt zusammen. Seit 2011 besteht ebenso eine Kooperation mit der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten (u.a. Trägerin der Gedenkstätte Bergen-Belsen).[2] Gemeinsam mit dem Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau und der Internationalen Jugendbegegnungsstätte Auschwitz konnten 2013 und 2014 Fortbildungsprogramme für Fachkräfte der schulischen und außerschulischen Bildung umgesetzt werden.[3] Dazu trafen sich die Teilnehmenden jeweils in den Gedenkstätten Bergen-Belsen, Auschwitz-Birkenau und »Perm-36«. Sie reflektierten über nationale Deutungsmuster der staatlichen Verbrechen sowie die transnationalen Bedeutungen der NS- und der Gulag-Verbrechen durch einen vergleichenden, differenzierten und nicht gleichsetzenden Blick. In Bezug auf eine gemeinsame europäische Erinnerungskultur können insbesondere Menschenrechte eine verbindende Wertebasis darstellen. Im besonderen Fokus dieser mehrtägigen Begegnungen stand deshalb die Frage, wie an Orten von Massengewaltverbrechen des 20. Jahrhunderts Menschenrechte in Vergangenheit und Gegenwart thematisiert werden können.[4]

Das diesjährige Treffen in Perm fand vom 21. bis 25. Juli statt. Bereits die Vorbereitungen verliefen schwierig, da unser Partner »Perm-36« Anfang des Jahres zwangsweise verstaatlicht wurde und sich seit dem massiven Repressalien durch die Permer Gebietsverwaltung ausgesetzt sieht. Der Staat möchte den Erinnerungsort umgestalten und diesem ein anderes patriotisches Geschichtsbild verleihen. Mit der Verstaatlichung einher gingen die Streichung sämtlicher öffentlicher Gelder und der Beginn einer politischen Hetzkampagne einflussreicher Medien. Die Mitarbeiter und Unterstützer von »Perm-36« müssen sich zudem von neostalinistischen Aktivisten als Staatsfeinde und Faschisten bösartig verleumden lassen. Seit Sommer ist die Gedenkstätte faktisch geschlossen, sämtliche Bildungsprojekte mussten eingestellt werden und den Mitarbeitenden der bisherigen, nicht-staatlichen Trägerorganisation »Perm-36« wird der Zugang zum Gelände nur noch eingeschränkt gewährt.

Die Geschichte des Lagerkomplexes »Perm-36«

Perm liegt circa 1500 Kilometer nordöstlich von Moskau und ist die Hauptstadt der gleichnamigen Region. Während der Stalin-Herrschaft befanden sich in der Region zahlreiche Gulag[5]-Lager, in deren Umgebung die Häftlinge Zwangsarbeit beim Bau von Straßen, Eisenbahnlinien, Kraftwerken oder in der Land- und Holzwirtschaft leisten mussten. Etwa hundert Kilometer östlich der Stadt Perm entstand 1946 am Westrand des Uralgebirges, nahe des Dörfchens Kuchino, die Besserungsarbeitskolonie »ITK-6«[6]. Ohne maschinelle Hilfsmittel und im Winter bei bis zu minus dreißig Grad mussten die Inhaftierten in den umliegenden Waldgebieten Bäume fällen und zum nahen Fluss Tschussowaja transportieren. Die Häftlinge dieser ersten Lagerphase waren vermeintliche Kriminelle, Personen, die des Diebstahls von sozialistischem Eigentum[7] bezichtigt wurden sowie Menschen, die unerlaubt aus der Verteidigungsindustrie ausgeschieden sind.[8]

Viele Lagerpunkte des Gulags jener Zeit existierten nur solange an einem Ort, bis die jeweiligen Arbeitseinsätze beendet waren. Danach mussten die Häftlinge die Lager abbauen und an einem anderen Ort in der UdSSR wieder errichten, um ein neues »Projekt« zu beginnen. Das anfangs verhältnismäßig kleine Lager ITK-6 wurde nicht verlegt, da es wegen seiner günstigen Lage am Tschussowaja-Fluss eine wichtige Rolle in der staatlichen Holzindustrie spielte. Wenn das Wasser des Flusses im Frühjahr seinen Höchststand erreichte, konnten die von den Häftlingen gefällten Baumstämme stromabwärts relativ einfach in Richtung der Stadt Perm geschwemmt werden. Der Staat erweiterte das Lager, sodass ein von Stacheldrahtzaun umgebenes Gelände mit vier hölzernen Baracken für jeweils 250 Insassen entstand. In den Baracken mussten die Häftlinge meist ohne Decken oder Kissen auf puren Holzpritschen liegen. Unbeugsame Häftlinge isolierte das Lagerpersonal bei reduzierter Lebensmittelration in einer gesonderten Baracke. Auf dem Gelände befanden sich zu dieser Zeit außerdem eine Krankenstation und ein Badehaus. Um mehr Holz aus den Wäldern gewinnen zu können, wurden motorisierte Fahrzeugen angeschafft und außerhalb des Lagerzauns entstanden eine Werkstatt und eine Schmiede.

Nach Stalins Tod im Jahr 1953 kamen etwa 1,7 Millionen Gulag-Häftlinge in der UdSSR frei.[9] Die neue Staatsführung unter Generalsekretär Nikita Chruschtschow löste das Gulag-System schrittweise auf und ließ zahlreiche Lager schließen. Das Lager ITK-6 wurde jedoch nicht geschlossen, sondern mit einer anderen Ausrichtung weiter genutzt. In der zweiten Phase ab 1954 wurden eben jene Funktionsträger des stalinistischen Sicherheitsapparats zu Gefangenen, die zuvor selbst Menschen verfolgt, verurteilt und eingesperrt hatten: hochrangige Offiziere und Generäle, Mitarbeiter von NKWD und MGB[10], Polizisten sowie Ankläger und Richter.[11] Da viele der früheren Staatsbeamten den Inhaftierungsort gut kannten, gab es umfangreiche Änderungen im lagereigenen Sicherheitssystem. Trotz dieser Maßnahmen erfuhren die neuen Gefangenen im Vergleich zu ihren Vorgängern eine deutlich bessere Behandlung. Zwar mussten sie auch in der lagereigenen Holzindustrie arbeiten, jedoch erhielten sie beispielsweise eine bessere Verpflegung.[12]

In der dritten Phase ab 1972 hieß das Lager nicht mehr ITK-6, sondern »VS-389-36«. Daraus abgeleitet und um die Nähe zur Stadt Perm anzudeuten, prägten die Häftlinge den Namen »Perm-36«, den bis heute die Gedenkstätte am selben Ort trägt. Unweit errichtete der Staat zwei ähnliche Lager: »VS-389-35« und »VS-389-37«. Gemeinsam bildeten sie das sogenannte Permer Dreieck. Die Insassen der Lager waren vor allem politische Gefangene, die der Staat zu seinen größten Feinden stilisierte: Angehörige der 1976 gegründeten Moskauer Helsinki-Gruppe; Systemkritiker, die im Selbstverlag (»Samisdat«[13]) Menschenrechtsverletzungen anprangerten[14]; Vertreter der nationalen Bewegungen der UdSSR[15]; und »ehemalige Partisanen, die in den 1940er- und 1950er-Jahren im Baltikum und in der Ukraine für die Unabhängigkeit ihrer Länder von der UdSSR gekämpft hatten«[16]. Unter allen Straflagern für politische Gefangene in diesen Jahren herrschten in »Perm-36« die schärfsten Haftbedingungen. So entstand 1980 unweit vom bereits existierenden Lagerbereich die Baracke mit »besonderem Haftregime«, in dem die zu zehn Jahren Haft verurteilten Gefangenen unter höchster Geheimhaltung und mit schärfsten Sicherheitsvorkehrungen vollständig von der Außenwelt isoliert wurden. Außer ihren Zellengenossen und den Wächtern bekamen die Gefangenen niemanden zu sehen. In einer Zelle befanden sich zwischen zwei und sechs Häftlingen. Neben den »Wohnzellen« gab es »Arbeitszellen«. In die Zellen drang kein Tageslicht und im Winter herrschte dort bittere Kälte. Nur einmal täglich durften die Häftlinge für 45 Minuten in einem winzigen, mit Stacheldraht überspannten Hofraum an die frische Luft. In diesem Zustand und ohne Kenntnis der Mehrheit der Bevölkerung existierte »Perm-36« bis 1988. Erst im Zuge der Perestroika-Politik unter Michail Gorbatschow wurden die Häftlinge entlassen und das Lager endgültig geschlossen.

Ein Erinnerungs- und Begegnungsort der besonderen Art

Zwei Jahre nach Schließung des Lagers zerstörten Einheiten des Permer Strafvollzugsapparats die kompletten Sicherheitsanlagen im vormaligen »besonderen Haftregime«. Vermutlich sollten damit Beweise für die dort verübten Verbrechen vernichtet werden. Zudem demontierten Bewohner des umliegenden Dorfes Kuchino Teile des Lagers und nutzten diese als Baumaterial.

Der Staat übergab wenig später einen Abschnitt des ehemaligen Lagerkomplexes an die Permer Behörde für soziale Wohlfahrt, die dort eine Klinik für psychische kranke Menschen einrichtete. Erst mit einem Treffen ehemaliger politischer Häftlinge 1992, anlässlich des 20. Jahrestages der Einrichtung der »Permer Politlager« 1972, rückte die Erinnerung an »Perm-36« wieder stärker in den Vordergrund. Bei einem anschließenden Besuch sahen sich die ehemaligen Gefangenen gemeinsam mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern nicht nur mit den dort verübten Verbrechen, sondern auch mit dem insgesamt sehr schlechten Zustand des Areals konfrontiert. In der Folge wurden einige von ihnen aktiv. Vom Staat erhielten sie die Erlaubnis, sich auf dem Gelände zu engagieren und so den Ort und seine Geschichte wieder sichtbar zu machen. Langfristig war es ihr Ziel, einen Erinnerungsort mit Museum zu errichten. Zu den damaligen Schlüsselpersonen zählten Viktor Schmyrow, der spätere Direktor der Gedenkstätte »Perm-36« und Aleksandr Kalich, Vorsitzender der Permer Abteilung der internationalen Menschenrechtsorganisation MEMORIAL. Die Aktivisten verlegten gemeinsam Fußböden neu, montierten Türen sowie Fenster und reparierten Dächer und Raumdecken. Zudem bildeten sie an das historische Vorbild angelehnte Alarm- und Zaunanlagen nach. Bei all diesen ehrenamtlichen Arbeiten wurden sie bald von weiteren Freiwilligen im Rahmen von Workcamps unterstützt.

Im Dezember 1995 konnte schließlich die Gedenkstätte »Perm-36« eröffnet werden. Als Träger wurde eine nicht-staatliche Organisation[17] gegründet, in deren Vorstand sich neben ehemaligen Häftlingen auch Vertreterinnen und Vertreter von MEMORIAL sowie Bürgerinnen und Bürger engagierten. Parallel zum Aufbau der Gedenkstätte wurden an Permer Universitäten umfangreiche wissenschaftliche Forschungen zur Geschichte des Lagers betrieben. Mithilfe der neuen Erkenntnisse konnten Führungen ausgeweitet, pädagogische Programme entwickelt und eine Dauerausstellung zum Thema »Gulag: Geschichte, Arbeit und Leben« eröffnet werden. Diese Ausstellung besteht aus historischen Schriftstücken, Fotos und Alltagsgegenständen. Nicht zuletzt dieses Museum macht die Gedenkstätte »Perm-36« einzigartig in Russland und steht damit stellvertretend für die Erinnerung an den gesamten Gulag-Terror und die Millionen vergessener Opfer in der ehemaligen UdSSR. Neben der Dauerausstellung entstanden Einzelausstellungen zur Geschichte von ITK-6 und VS-389-36 wie auch zur Dissidentenbewegung in der Sowjetunion sowie verschiedene Wanderausstellungen, die an mehreren Orten in Russland gezeigt wurden.

Mit der Zeit erkannten nicht nur verschiedene ausländische Stiftungen, sondern bemerkenswerterweise auch die Permer Gebietsverwaltung die Bedeutung und das Potenzial von »Perm-36«. Auf diese Weise ergab sich eine für Russland außergewöhnliche Finanzierung der Gedenkstättenarbeit aus staatlichen und nicht-staatlichen Geldern. Die Mittel wurden u.a. eingesetzt, um weitere historische Lagerteile zu erhalten bzw. zu rekonstruieren sowie Seminar- und Aufenthaltsräume einzurichten. Dadurch konnte die Gedenkstätte entscheidend weiterentwickelt werden. Trotz der positiven Entwicklung stellten die Abgeschiedenheit, die einfache Ausstattung der Gedenkstätte und die insgesamt noch zu geringen Finanzmittel eine fortwährende Herausforderung dar. Vor diesem Hintergrund ist es umso höher zu bewerten, dass »Perm-36« seit Jahren zahlreiche Projekte und Veranstaltungen erfolgreich umsetzt. Dazu gehören Fort­bildungen für Geschichtslehrerinnen und -lehrer in Zusammenarbeit mit dem Permer Bildungsministerium, Sommerschulen für Museologinnen, Museologen und internationale Jugendbegegnungen. Auch mit deutschen Partnern gibt und gab es Kooperationen. Neben dem eingangs erwähnten gemeinsamen Fachkräfteprogramm fanden zum Beispiel Projekte mit der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste, dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und den Universitäten Jena[18] und Bremen[19] statt.

Internationale Strahlkraft hat die Gedenkstätte außerdem durch das jährlich an drei Tagen im Sommer stattfindende »Pilorama-Festival«. Pilorama bedeutet aus dem Russischen übersetzt Sägewerk. An dieser Maschine, die noch im Original auf dem Gelände existiert, mussten die Häftlinge früher Baumstämme zerkleinern. Angefangen hat alles 2005 in eher kleinem Kreis, als ehemalige Häftlinge sowie Unterstützerinnen und Unterstützer auf dem historischen Lagergelände zusammenkamen und das zehnjährige Bestehen der Gedenkstätte feierten. Nachdem das erste Pilorama erfolgreich war, fand es in den ­folgenden Jahren jeden Sommer statt. Dabei entwickelte sich das Festival programmatisch enorm weiter und wurde bald von Tausenden Gästen aus aller Welt besucht.

Wie bei einem Festival üblich, standen in dieser Zeit auf einer großen Wiese vor dem Gedenkstättengelände Hunderte Zelte, wo Menschen unterschiedlichen Alters schliefen, kochten, diskutierten und sangen. Wer noch nicht dort war, stellt sich unwillkürlich die Frage, wie Gedenkstätte und Festival zusammenpassen. Das Konzept basiert auf einem kreativen und dialogorientierten Ansatz.

Während Pilorama finden auf und neben dem Gedenkstättengelände musikalische Darbietungen, Theateraufführungen, Ausstellungen, Lesungen und Diskussionsrunden statt. Daran beteiligt sind bis zu 200 in- und ausländische Referentinnen und Referenten aus unterschiedlichen Bereichen. Es handelt sich um ehemalige politische Häftlinge, Künstler, Politiker und Regierungsvertreter, Menschenrechtsaktivisten, Journalisten und Juristen. Pilorama bringt sie zusammen und bietet ihnen vor dem Hintergrund der Geschichte des Ortes eine Plattform, sich mit der Erinnerung an die Verbrechen auseinanderzusetzen, aber auch kritisch über die aktuelle Situation von Demokratie und Menschenrechten in Russland zu diskutieren. Einige Jahre war all dies ohne Einschränkungen von staatlicher Seite möglich. Die Permer Gebietsverwaltung trug sogar einen wesentlichen Anteil der Kosten und der damalige Gouverneur Oleg Tschirkunow war selbst Gast bei Pilorama. Erste Anzeichen, dass die Zukunft dieses einzigartigen Festivals keineswegs sicher ist, gab es 2012, nachdem der im Mai ins Präsidentenamt zurückgekehrte Wladimir Putin den gegenüber der Gedenkstätte wohl gesonnenen Tschirkunow auswechselte. Kurz nach dessen Amtsantritt versuchte der neue Gouverneur Wiktor Bassargin Pilorama zu unterbinden, wogegen sich die Organisatoren jedoch noch erfolgreich wehren konnten. Während des Festivals mischten sich deutlich sichtbar Mitglieder der neostalinistischen Organisation »Sut’ Vremeni«, zu Deutsch »Wesen der Zeit«, unter die Gäste. Der Anführer der Organisation, Wladimir Kurginjan, begreift den Zusammenbruch der Sowjetunion, ähnlich wie Putin, als persönliche Tragödie.[20] Die Neostalinisten bezichtigen »Perm-36«, ein falsches Geschichtsbild darzustellen und bezeichnen Pilorama als »liberalen Hexensabbat«[21]. Angesichts der geschilderten Ereignisse ist es kein Zufall, dass Pilorama in jenem Jahr leider zum bislang letzten Mal stattfand. Für das Festival 2013 war bereits alles organisiert, als kurz vor Beginn die neue Permer Gebietsverwaltung die bereits zugesagten Gelder unter anderem mit der fadenscheinigen Begründung zurückzog, es seien nicht ausreichend sanitäre Anlagen auf dem Gelände vorhanden.

Die schwierige Situation der »NGO ›Perm-36‹« im Jahr 2014

Sowohl in der ersten Amtszeit von Wladimir Putin als Präsident (2000–2008) als auch unter seinem Nachfolger Dmitri Medwedew (2008–2012) nahm »Perm-36« eine sehr positive Entwicklung. Medwedew rief am Ende seiner Präsidentschaft sogar ein auf »Perm-36« zugeschnittenes föderales Programm unter der Überschrift »Zum Gedächtnis an die Opfer politischer Repressionen« aus. Das Programm wurde vom Menschenrechtsrat beim Präsidenten für den Zeitraum 2014 bis 2018 erarbeitet und sollte ausgewählte Erinnerungsorte in Russland langfristig finanziell fördern. Auch der alte neue Präsident Wladimir Putin hielt sich zunächst daran fest. Die Gedenkstätte »Perm-36« hat sich im vergangenen Jahr um eine Aufnahme in dieses Programm beworben. Die Bewerbung war erfolgreich und die Gedenkstätte bekam den Status eines national bedeutenden Erinnerungsortes zugesprochen. Der Staat stellte insgesamt 400 Millionen Rubel Förderung, umgerechnet etwa acht Millionen Euro, in Aussicht.[22] Mit diesem Geld sollten zum einen ausstehende Restaurierungs- und Rekonstruktionsarbeiten auf dem Gelände weitergeführt und zum anderen »Perm-36« zu einem zukunftsträchtigen Lernort für unterschiedliche Zielgruppen entwickelt werden. Auf Basis der langjährigen wissenschaftlich-pädagogischen Expertise verfolgt die Gedenkstättenleitung schon länger die Vision, ein Europäisches Demokratiebildungszentrum aufzubauen.

Noch bis Anfang 2014 konnte sich »Perm-36« ernsthafte Hoffnungen machen, diese Idee zu verwirklichen. Doch bevor erste Schritte in diese Richtung gegangen werden konnten, zwang die lokale Regierung die Gedenkstätte in staatliche Trägerschaft. Dementsprechend bestimmte fortan die Permer Gebietsverwaltung über Territorium, Gebäude und Finanzen der Gedenkstätte. Die Pläne für die Verstaatlichung wurden zunächst hinter dem Rücken der »NGO ›Perm-36‹« entwickelt. Nach dem die Behörden der NGO ihre Absichten »kommunizierte«, konnte diese dem Staat zwar nach langwierigen Verhandlungen einen offiziellen Vertrag abringen, in dem Rechte und Pflichten beider Seiten festgelegt sind. Dieser Vertrag wurde allerdings bis heute von staatlicher Seite nicht unterzeichnet.

Bis Ende Mai 2014 war die Mitbegründerin der Gedenkstätte, Tatiana Kursina, Direktorin der Gedenkstätte. Mit der nun direkten staatlichen Einflussnahme begannen aber die Probleme. Die Permer Gebietsverwaltung begann in der Folge mit verschiedenen Schikanen, die »Daumenschrauben« gegenüber der NGO sukzessive anzuziehen. Zuerst unterwanderte sie die geplante Weiterentwicklung von »Perm-36«, indem sie ihre langjährige finanzielle Unterstützung komplett einstellte. Die Direktorin Tatiana Kursina war nun gezwungen, ohne jegliche staatliche Hilfe Gelder für die weitere Arbeit der Gedenkstätte einzuwerben.

Nur kurze Zeit später fiel schließlich auch Kursina der aggressiven Politik gegen »Perm-36« zum Opfer und wurde im Mai entlassen. Seitdem ist »Perm-36« komplett in staatlicher Hand. Die Permer Gebietsverwaltung begründete den Schritt mit der diffamierenden Behauptung, Kursina sei eine »ineffiziente Managerin« gewesen und habe sich nicht an Vereinbarungen gehalten. Ihre Nachfolgerin ist seitdem eine Funktionärin der Putin-Partei »Einiges Russland«.

Auf diesen weiteren drastischen Rückschlag folgte eine medial inszenierte politische Hetzkampagne gegen »Perm-36«. Diese erreichte mit einem Anfang Juni ausgestrahlten Beitrag des für seine propagandistische Berichterstattung berüchtigten Kremlnahen Senders NTW ihren Höhepunkt. In dem Beitrag werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Unterstützende der Gedenkstätte bösartig als Mitglieder einer »fünften Kolonne« verleumdet und der Zusammenarbeit mit dem feindlichen Ausland bezichtigt. Dem nicht genug wird »Perm-36« für den aktuellen Krieg in der Ostukraine instrumentalisiert: In »Perm-36« würden – finanziert durch das Innenministerium der USA – Faschisten und Bandera-Anhänger[23] glorifiziert, während aufrichtige russische Volksleute gegen ukrainische Faschisten kämpften. Zudem bezichtigt der für die Gedenkstätte zuständige Permer Kulturminister Igor Gladnew »Perm-36«, dem russischen Volk ein falsches Geschichtsbild zu diktieren. In dieselbe Richtung gehen die Aussagen von Mitgliedern der neostalinistischen Organisation »Wesen der Zeit« sowie zwei ehemaligen Aufsehern, die ebenfalls in dem halbstündigen Film befragt werden. Demnach seien im Lager ausschließlich Nazi-Kollaborateure und Staatsfeinde inhaftiert gewesen, die dort ihre rechtmäßige Strafe verbüßt hätten.[24] Diese Äußerungen verfälschen bewusst die Geschichte, da sie auf unwahren Tatsachen beruhen. Richtig ist, dass es im Lager unterschiedliche Häftlingsgruppen gab, darunter auch Nazikollaborateure und Kriegsverbrecher. Diese stellten jedoch eine Minderheit dar. Darüber hinaus ist die Gedenkstätte nicht ihnen, sondern den Menschen gewidmet, die unter Stalin und den späteren Regimen verfolgt und Anfang der 1990er-Jahre vollständig rehabilitiert wurden.[25]

Inwieweit Präsident Putin bei all diesen Maßnahmen direkt Einfluss genommen hat, bleibt unklar. Es ist aber sicher kein Zufall, dass parallel zu den Entwicklungen um »Perm-36« die russische Regierung die Umsetzung des millionenschweren Förderprogramms für Gedenkstätten hinauszögert und hintertreibt. So stellte ausgerechnet das zuständige Kulturministerium die prinzipielle Notwendigkeit des Programms infrage und beklagte dessen angeblich zu hohe Kosten und bürokratische Hürden.[26]

Seit Juli ist »Perm-36« faktisch geschlossen, Strom und Wasser wurden abgestellt. Im Moment entscheidet die neue staatliche Direktorin über die Gedenkstätte. Durch die Einstellung sämtlicher staatlicher Mittel können die Mitarbeitenden der »NGO ›Perm-36‹« nicht mehr bezahlt und geplante Bildungsprojekte mussten bis auf Weiteres gestoppt werden. Besuchergruppen dürfen die Gedenkstätte nur noch eingeschränkt betreten, ausländischen Gästen wurde der Besuch im Sommer ohne Angabe von Gründen sogar generell untersagt.

Vom 21. bis 25. Juli 2014 fand in Perm das dritte Seminar im Rahmen des transnationalen Fachkräfteprogramms der Gedenkstätten Bergen-Belsen, Auschwitz-Birkenau und »Perm-36« statt. Für den 22. Juli war ein Besuch der Gruppe in »Perm-36« geplant. In Abstimmung mit der ehemaligen Direktorin Tatiana Kursina entschied das Leitungsteam, die Gedenkstätte trotz des Verbots zu besuchen. Etwas überraschend gelangte die Gruppe ohne Probleme auf das Gelände und konnte am Vormittag gemeinsam mit einem erfahrenen Guide die Gedenkstätte erkunden. Während der Mittagspause auf dem Gelände traten der Gruppe jedoch unerwartet vier Beamte von Polizei und föderaler Migrationsbehörde gegenüber. Ausschließlich auf Russisch, ohne Angabe von Gründen und in rauem Ton kontrollierten sie – einem Verhör ähnlich – die Pass- und Aufenthaltsdokumente von jedem Gruppenmitglied.[27] Nachdem die Beamten alle Dokumente überprüft und keine Fehler festgestellt hatten, konnte die Führung ohne weitere Beeinträchtigungen fortgesetzt werden. Am historischen Ort der Verfolgung von Andersdenkenden und Menschenrechtsaktivisten so behandelt zu werden, hat jedoch bei allen Teilnehmenden einen starken negativen Eindruck hinterlassen.

Blick in eine ungewisse Zukunft

Mit »Perm-36« droht, ein weltweit einzigartiger Ort der Erinnerung an die Opfer von Gulag-Verbrechen und politischen Repressionen in der ehemaligen UdSSR unterzugehen. Die Existenz der Gedenkstätte ist der langjährigen, beharrlichen Aufbauarbeit ehemaliger Häftlinge sowie zahlreicher engagierter Bürgerinnen und Bürger zu verdanken. Heute, über zwanzig Jahre und viele erfolgreich umgesetzte Projekte später, stehen die Mitarbeitenden der »NGO ›Perm-36‹« vor dem Nichts. Seit der neuerlichen Präsidentschaft Putins 2012 und dem Austausch des Permer Gouverneurs im selben Jahr, führt der Staat eine Zerstörungskampagne gegen die Gedenkstätte. Die Permer Gebietsverwaltung, die mit der nichtstaatlichen Trägerorganisation lange Jahre gut zusammenarbeitete und den Erinnerungsort maßgeblich mitfinanzierte, hat innerhalb kürzester Zeit die Übernahme von »Perm-36« vollzogen und die NGO nach und nach »ausgetrocknet«. Die Mitarbeitenden der NGO erhalten mittlerweile nur noch eingeschränkt Zugang zu »ihrer« Gedenkstätte. Was mit den Ausstellungen und den historischen Hinterlassenschaften auf dem Gelände passiert, obliegt der Entscheidung des Staates.

Die tiefe Sorge der Unterstützenden ist berechtigt, denn was die Permer Gebietsverwaltung mit »Perm-36« vorhat, ist nach den dramatischen Ereignissen im Sommer offenkundig: Auf Anweisung der neuen Direktorin zerstörten staatlich beauftragte Arbeiter bereits eine historische Torschleuse, deren Restauration bevorstand. Außerdem soll mittelfristig am Ort der früheren Staatsverbrechen ein anderes, positive Identität stiftendes Geschichtsbild vermittelt werden. Die Rede ist von Projekten zur »patriotischen Erziehung der Jugend«[28] und der Neugestaltung der Ausstellung unter Einbezug des Veteranenverbands ehemaliger Aufseher des Strafvollzugsdienstes. Eine differenziert geführte Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und zivilgesellschaftliches Engagement bei der Aufarbeitung wird in diesem Szenario kein Raum mehr gelassen.

Über den Fall »Perm-36« haben im Laufe des Sommers durchaus einige ausländische Medien berichtet.[29] Eine umfangreiche internationale Berichterstattung, die das Thema verdient hätte, hat es jedoch bislang nicht gegeben. Um eine breite Weltöffentlichkeit auf die Situation von »Perm-36« aufmerksam zu machen, hat die Permer Abteilung der Menschenrechtsorganisation »MEMORIAL« eine Online-Petition ins Leben gerufen. Darin werden die Geschehnisse um »Perm-36« angeklagt, verbunden mit der Forderung an den russischen Präsidenten und den Permer Gouverneur Bassargin, die Gedenkstätte auf Basis der zivilgesellschaftlich-staatlich vereinbarten Zusammenarbeit wiederzueröffnen und Tatiana Kursina als Direktorin zurückzuberufen.[30] Die bislang von fast 70 000 Menschen unterzeichnete Petition scheint etwas zu bewirken. So fanden jüngst Gespräche zwischen der russischen Präsidialverwaltung, der Permer Gebietsverwaltung und Vertreterinnen sowie Vertretern der Zivilgesellschaft statt. Im Ergebnis konnte Michail Fedotow, Vorsitzender des Menschenrechtsrats beim russischen Präsidenten, Putin abringen, sich zur Umsetzung des föderalen Gedenkstättenprogramms zu bekennen.[31] Inwieweit Putin Glauben zu schenken ist, ist angesichts der Ereignisse der letzten Monate allerdings fraglich. Darüber hinaus wurde ein Beirat eingerichtet, der über die Zukunft von »Perm-36« beraten soll. Das Gremium wird von Wladimir Lukin, dem ehemaligen Menschenrechtsbeauftragten des russischen Parlaments, geleitet und setzt sich paritätisch aus je drei staatlichen und nicht-staatlichen Mitwirkenden[32] zusammen. Es ist zwar nicht davon auszugehen, dass die Verstaatlichung der Gedenkstätte rückgängig gemacht wird. Allerdings besteht mit der Einrichtung des Beirats zumindest vorsichtiger Anlass zur Hoffnung, dass »Perm-36« nicht endgültig zerstört wird.
 

Daniel Seifert ist wissenschaftlich-pädagogischer Mitarbeiter der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten. Er arbeitet im EU-geförderten Projekt »Entrechtung als Lebenserfahrung« in Celle und in der Abteilung Bildung und Begegnung der Gedenkstätte Bergen-Belsen.
 

[1] Der Name »Perm-36« wird im Text je nach Kontext entweder für das Lager oder für die Gedenkstätte verwendet.

[2] Seit Anfang der 1990er-Jahre besteht eine Partnerschaft zwischen Perm und dem Land Niedersachsen, www.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=7023&article_id=19596&_psmand=1000; Zugriff am 30. 9. 2014.

[3] Der Autor dieses Beitrags ist Koordinator der Fachkräfteprogramme und hat »Perm-36« in diesem Rahmen 2013 und 2014 besucht. Erstmals war er 2012 auf Einladung der »NGO ›Perm-36‹« dort, um am »Pilorama-Festival« der Gedenkstätte (detaillierte Informationen, siehe Seite 5 dieses Beitrags) teilzunehmen. Die Ausführungen in diesem Beitrag gründen maßgeblich auf seinen gewonnen Erkenntnissen vor Ort und ausführlichen Gesprächen mit den Permer Kolleginnen und Kollegen.

[4] Das Fachkräfteprogramm wird durch das EU-geförderte Projekt »Entrechtung als Lebenserfahrung« der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten koordiniert, siehe: www.stiftung-ng.de/de/projekte/entrechtung-als-lebenserfahrung/transnationales-fortbildungsprogramm.html.

[5] Gulag ist die Abkürzung für »Glawnoje Uprawlenije Lagerei«, auf Deutsch »Hauptverwaltung Lager«. Im weiteren Sinne wird »Gulag« auch als Begriff für das gesamte sowjetische Straflagersystem gebraucht. Der Gulag als Lagersystem war zunächst ein Terrorinstrument; zugleich entfaltete er aber als Wirtschaftsfaktor eine starke Eigendynamik. Siehe: Knigge/Scherbakova (Hg.), Gulag. Spuren und Zeugnisse 1929–1956, Weimar 2012, S. 28/150.

[6] ITK ist die Abkürzung für »Ispravitelno-Trudowaja Koloniya«, auf Deutsch »Besserungsarbeitskolonie«.

[7] Beispielsweise war im ITK-6 eine Frau aus der Permer Region zu mehr als 20 Jahren Lagerhaft verurteilt wurden, weil sie regelmäßig für ihr Baby heimlich eine Flasche Milch von der Kolchose mitgenommen hatte. Vgl. gulaghistory.org/exhibits/perm/; Zugriff am 15. 10. 2014.

[8] Vgl. Abzalova, The Memorial Center for the History of Political Repression »Perm-36«, www.bideo.info/buesa/imagenes/seminario_rusia.pdf; Zugriff am 15. 10. 2014.

[9] Vgl. Knigge/Scherbakova, Gulag, S. 74.

[10] NKWD: Volkskommissariat (ab 1946 Ministerium) für innere Angelegenheiten. MGB: Volkskommissariat (ab 1946 Ministerium) für Staatssicherheit. Vgl. Knigge/Scherbakova, Gulag. S. 152.

[11] Vgl. gulaghistory.org/exhibits/perm/ und www.gedenkmuster.uni-jena.de/; Zugriff jeweils am 17. 10. 2014.

[12] Siehe: gulaghistory.org/exhibits/perm; Zugriff am 17. 10. 2014.

[13] Der Begriff bezeichnet die illegale Vervielfältigung und Verbreitung von Texten in der UdSSR, die dort nicht erscheinen durften. Knigge/Scherbakova, Gulag. S. 152.

[14] Ein heute noch lebender ehemaliger Insasse von »Perm-36« ist der Menschenrechtsaktivist und Politiker Sergej Kowaljow (geb. 1930). Er war im Samisdat aktiv und Mitglied der sowjetischen Sektion von Amnesty International. Kowaljow setzte sich gemeinsam mit Andrej Sacharow für die Einhaltung der Menschenrechte in der UdSSR ein. 1974 wurde er verhaftet und 1975 wegen »antisowjetischer Aktivitäten und Propaganda« zu sieben Jahren Arbeitslager und anschließender dreijähriger Verbannung verurteilt. Vgl. www.d-k-g.de/kowaljow.html; Zugriff am 16. 10. 2014.

[15] Ein weiterer prominenter Häftling war der ukrainische Dichter und Publizist Wassyl Stus (geb. 1938). Er war einer der engagiertesten Vertreter der ukrainischen Dissidentenbewegung und wurde zu insgesamt 23 Jahren Straflager und Verbannung verurteilt. 1985 starb er an den Folgen der Haft in »Perm-36«. Vgl. de.wikipedia.org/wiki/Wassyl_Stus und http://www.zeit.de/1985/38/weder-recht-noch-gnade; Zugriff jeweils am 19. 10. 2014.

[16] Vgl. Putz/Huhn, Der Gulag im russischen Gedächtnis, Bremen 2010, S. 11.

[17] Diese wird im Text als »NGO ›Perm-36‹« bezeichnet.

[18] Unter dem Titel »Gedenkmuster. Sowjetische Verbrechen – Russische Erinnerung« unternahm eine Gruppe Studierender 2009 unter Leitung des Lehrstuhls für Osteuropäische Geschichte der Universität Jena und in Kooperation mit der Gedenkstätte Buchenwald eine Seminarreise nach Perm. Siehe dazu: www.gedenkmuster.uni-jena.de/; Zugriff am 10. 10. 2014.

[19] Ebenfalls 2009 fand das Forschungsprojekt »Der Gulag im russischen Gedächtnis. Spurensuche in der Region Perm« für Studierende und Nachwuchswissenschaftler statt. Dabei handelte es sich um eine Kooperation der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen mit »Perm-36«. Ergebnisse des Projekts können hier nachgelesen werden: www.forschungsstelle.uni-bremen.de/UserFiles/file/06-Publikationen/Arbeitspapiere/ap_sonderheft_gulag_2010.pdf; Zugriff am 15. 10. 2014.

[20] Online-Ausgabe Neue Zürcher Zeitung 8. 8. 2014, »Russland verstaatlicht Gulag-Museum. Die Stunde der Stalinisten«: www.nzz.ch/international/die-stunde-der-stalinisten-1.18354823; Zugriff am 2. 10. 2014.

[21] Ebd.

[22] Diesen Betrag nannte die ehem. Direktorin Tatiana Kursina am 21. Juli 2014 während eines Gesprächs in Perm mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des transnationalen Fachkräfteprogramms.

[23] Stepan Bandera (1909–1959) war ein prominenter ukrainischer Nationalist und Partisan,

      siehe: de.wikipedia.org/wiki/Stepan_Bandera; Zugriff am 28. 10. 2014.

[24] Beitrag von NTW auf youtube: www.youtube.com/watch?v=Nr8BVUGTguY; Zugriff am 20. 10. 2014.

[25] Text der Online-Petition: www.change.org/p/pr%C3%A4sident-der-russischen-f%C3%B6deration-gouverneur-der-region-perm-die-russische-gedenkst%C3%A4tte-f%C3%BCr-die-opfer-des-gulags-und-f%C3%BCr-die-geschichte-politischer-repressionen-perm-36-muss-erhalten-und-unabh%C3%A4ngig-bleiben; Zugriff am 28. 10. 2014.

[26] Siehe die russischsprachige offizielle Website des Menschenrechtsrats beim russischen Präsidenten: www.president-sovet.ru/events/6471/; Zugriff am 30. 10. 2014.

[27] Juli-Newsletter der Berliner NGO »Deutsch-Russischer-Austausch«, in dem die Kontrolle erwähnt wurde: www.austausch.org/index.php?id=30&monat=211#artikel2; Zugriff am 17. 10. 2014.

[28] September-Newsletter der Berliner NGO »Deutsch-Russischer Austausch«: www.austausch.org/newsletter.html#artikel12; Zugriff am 18. 10. 2014.

[29] Exemplarisch sei auf den Artikel »Pervertiertes Gedenken an den Gulag. Bühne frei für Ex-Kerkermeister« in der Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung vom 30. 7. 2014 verwiesen: www.sueddeutsche.de/kultur/pervertiertes-gedenken-an-den-gulag-buehne-frei-fuer-ex-kerkermeister-1.2068047; Zugriff am 22. 10. 2014.

[30] Siehe: www.change.org/p/pr%C3%A4sident-der-russischen-f%C3%B6deration-gouverneur-der-region-perm-die-russische-gedenkst%C3%A4tte-f%C3%BCr-die-opfer-des-gulags-und-f%C3%BCr-die-geschichte-politischer-repressionen-perm-36-muss-erhalten-und-unabh%C3%A4ngig-bleiben; Zugriff am 28. 10. 2014.

[31] Siehe die Meldung auf der russischsprachigen Webseite der Nachrichtenagentur ITAR-TASS am 14. 10. 2014: itar-tass.com/obschestvo/1507131; Zugriff am 30. 10. 2014.

[32] Auf nicht-staatlicher Seite gehören dem Beirat der Vorsitzende der »NGO ›Perm-36‹« Viktor Schmyrow, die ehemalige Gedenkstättenleiterin Tatiana Kursina und der frühere politische Gefangene und heutige Vorsitzende von MEMORIAL Moskau, Arseni Roginski, an.