Der Geschichtsort Villa ten Hompel in Münster

Eine didaktische Schnittstelle zwischen Geschichte und Gegenwart
03/2003Gedenkstättenrundbrief 111, S. 26-38
Alfons Kenkmann

»Heute, da die Generation der Zeitzeugen uns verlässt, ist es um so wichtiger, noch für die nachwachsenden Generationen die Erinnerung an das wach zu halten, was das ›Dritte Reich‹ bedeutete, wie es dazu kommen konnte, was es an Verheerungen über die Welt und uns gebracht hat.« Es ist der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen Wolfgang Clement, der diese Sätze bei der Eröffnung der Dauerausstellung »Im Auftrag. Polizei, Verwaltung und Verantwortung« am 7. Mai 2001 in der Villa ten Hompel spricht. Die Geschichte des Hauses spiegele, so Clement, »die Brüche der jüngeren deutschen Geschichte wider«. Deshalb sei es so wichtig, »einen authentischen Geschichtsort wie die «Villa ten Hompel» als Haus der Erinnerung, des Forschens und des Lernens für die Bildungs- und Gedenkstättenarbeit zu erhalten.« Denn es seien Geschichtsorte wie diese, denen es gelänge, »auch bereits Vergessenes oder Verdrängtes wieder ins Bewusstsein zu heben.« Die Dauerausstellung zu Polizei und Verwaltung sei »dafür ein herausragendes Beispiel.«1

Vier Jahre nach Beginn des Projekts Villa ten Hompel und eineinhalb Jahre nach der Eröffnung der Dauerausstellung ist die Zeit für eine erste Zwischenbilanz gekommen. Bis heute prägt die Authentizität des Ortes das wissenschaftliche und pädagogische Design des Hauses.

Die Geschichte der Villa ten Hompel –

Vom Schauplatz der NS-Verbrechen zum Ort des Lernens

Das Haus am Kaiser-Wilhelm-Ring war in seiner wechselvollen Vergangenheit von 1924 bis 1968 zugleich Tatort des Unrechts und Dienststelle der Wiedergutmachung.

In den zwanziger Jahren als Wohnsitz des Fabrikanten und Zentrumsabgeordneten Rudolf ten Hompel gebaut, wurde die Villa ten Hompel 1940 Schaltzentrale der Ordnungspolizei für den Wehrkreis VI. Hier koordinierten 40 Mitarbeiter den Einsatz von 200 000 Ordnungskräften.

Nach dem Krieg spielte die Villa zunächst als Sitz eines Bombenräumkommandos und beim Aufbau der Landespolizei wieder eine Rolle, bis 1953 war hier das Kommando der Wasserschutzpolizei-Gruppe »Westdeutsche Kanäle« untergebracht.

Von 1953 bis zu seiner Auflösung 1968 hatte das »Dezernat für Wiedergutmachung für politisch, rassisch und religiös Verfolgte« seinen Sitz in der Villa ten Hompel, anschließend die Staatliche Büchereistelle und das Gewerbeaufsichtsamt. Seit 1999 arbeiten am Kaiser-Wilhelm-Ring 28 die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Geschichtsortes.

Rudolf ten Hompel: Großindustrieller und Bauherr der Villa

»Leider macht man ja so häufig die Erfahrung, dass ›Freunde‹, denen man selbst in besseren Zeiten geholfen hat, alles vergessen zu haben scheinen, wenn man selbst vom Geschick betroffen wird«2, schrieb der Großindustrielle Rudolf ten Hompel am 31. Dezember 1931. Mit dieser Einsicht nahm der Bauherr der Fabrikantenvilla gewissermaßen die Erfahrung jener Menschen vorweg, deren Los im NS-Regime mit jenem Gebäude verbunden war.

Die Geschichte der Villa ten Hompel wäre sicher anders verlaufen, wenn ihr Erbauer, der als hochbegabter, aber eigensinniger Unternehmer und als risikofreudige Spielernatur galt, die Geschicke sowohl seines Wicking-Konzerns als auch seiner Familie in eine andere Richtung gelenkt hätte. Unter seiner Führung als Generaldirektor expandierte die Firma mit Verwaltungssitz in Münster durch den Aufkauf fremder Werke zum größten Zementkonzern im Deutschland der 20er Jahre.

Sein Engagement innerhalb der Zentrumspartei bescherte ihm in der Weimarer Republik eine steile politische Karriere, die ihn als Reichstagsmitglied von 1920 bis 1928 nach Berlin führte.

Seiner wirtschaftlichen und politischen Stellung entsprechend gestaltete Rudolf ten Hompel sein Auftreten. Das Anwesen vermittelt heute noch immer einen Eindruck vom herrschaftlichen Lebensstil der Industriellenfamilie.

Es war die Zeit der einsetzenden wirtschaftlichen Talfahrt: Im Jahr 1931 geriet der Wicking-Konzern 1931 durch unverantwortliche Investitionen im In- und Ausland und durch den Zusammenbruch der Hauptgläubigerbank in Zahlungsschwierigkeiten. Rudolf ten Hompel musste einer Übernahme seines Zement-Imperiums unter Verlust seiner Position zustimmen.

Der einst allseits gefragte Mann zieht sich von allen öffentlichen Ämtern zurück. 1935 kam es zu einem Aufsehen erregenden Prozess vor dem Landgericht Münster gegen den einstigen Generaldirektor.

Die Anklage lautete auf Veruntreuung, Konkursvergehen, Vermögensverschiebungen und Urkundenfälschung. Mit der Verurteilung des siebenundfünfzigjährigen zu drei Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe von 22 000 Reichsmark endete das Verfahren.

Über den weiteren Lebensweg der Familie ist nur Weniges bekannt. Rudolf ten Hompel wurde das letzte Mal 1939 als Eigentümer und Bewohner der Villa genannt. Das Anwesen gelangte dann in den Besitz des Reichsfiskus, und die Familie ten Hompel siedelte nach München über. Hier war Rudolf ten Hompel als Geschäftsführer einer Baustoffgesellschaft mbH eingetragen. 1948 starb Rudolf ten Hompel im Alter von 70 Jahren.

Sitz des Befehlshabers der Ordnungspolizei für den Wehrkreis VI

Seit April 1940 war Dr. Heinrich B. Lankenau Hausherr der Villa ten Hompel.3 Das repräsentative Anwesen entsprach der gewichtigen Funktion, die die Ordnungspolizei im Wehrkreis VI ausfüllte, dem bevölkerungsreichsten und größten Polizeibereich im damaligen Deutschen Reich. Dieser umfasste das heutige Nordrhein-Westfalen, den Raum Osnabrück und ab 1940 Teile Belgiens.

Die Übernahme der Villa am Kaiser-Wilhelm-Ring symbolisierte eine Entwicklung, die »Reichsführer SS« Heinrich Himmler systematisch verfolgt hatte: Aus den 16 Länderpolizeien formierte er eine Reichspolizei unter seinem Einfluss. In seiner Doppelfunktion als RFSS und »Chef der Deutschen Polizei« unterstanden Himmler die beiden Hauptämter »Sicherheitspolizei« (Geheime Staatspolizei/Kriminalpolizei) und die »Ordnungspolizei«. Während sich die »Sicherheitspolizei«, hier insbesondere die Gestapo, ganz bewusst mit der Aura von Furcht und Grusel umgab, kannten die Bürger ihre Ordnungspolizei über die vielen Beamten auf den Straßen und an den Schreibtischen der Ortspolizeibehörden.

Der »Inspekteur der Ordnungspolizei« war als Dienstaufsicht für die Zusammenarbeit der zahlreichen Polizeikräfte – Gendarmerie, Schutzpolizei und Hilfspolizei – zuständig. Sie betreuten die militärische Aus- und Fortbildung der uniformierten Polizei und überwachten die Vorkehrungen für den Fall der Mobilmachung und des Katastrophenschutzes.

Paramilitärische Formationen wurden im Befehlsbereich eingerichtet und in Polizeiausbildungsabteilungen zusammengefasst. Die zum Polizeidienst eingezogenen Männer wurden hier auf ihre Rolle als Instrument der nationalsozialistischen Expansionspolitik vorbereitet. Bei der Besetzung Österreichs 1938 konnten sich die Hundertschaften erstmals in ihrer neuen Funktion präsentieren.

Kurz vor der deutschen Westoffensive am 16. März 1940 beförderte Himmler die vier »Inspekteure der Ordnungspolizei« in den besonders luftgefährdeten westlichen Industriegebieten Münster, Hamburg, Wien und Stuttgart zu »Befehlshabern der Ordnungspolizei« (BdO). Im Wehrkreis VI waren insgesamt 21 Städte zu besonders gefährdeten Luftschutzorten erster Ordnung erklärt worden. Alles in allem befehligte der BdO im Wehrkreis VI damit an die 200 000 Mann.

Der Krieg erweiterte die Aufgaben des BdO. In der Villa ten Hompel erhöhte sich die Mitarbeiterzahl von sieben auf vierzig. Es wurden Wachmannschaften für die Deportationszüge in die Vernichtungslager gestellt und Transportbegleitungen in die Konzentrationslager im Osten. Auch das Aufsichtspersonal für die so genannten Arbeitserziehungslager war von hier aus zu stellen. Gegen Ende des Krieges unterstanden dem BdO darüber hinaus die Land- und Stadtwachten, die »Fremdarbeiter und Kriegsgefangene« zu überwachen und bei Fluchtversuchen wieder zu ergreifen hatten. Zum Aufgabenspektrum gehörte auch die Aufstellung von insgesamt mindestens 22 Polizeibataillonen, die später massiv an den Morden an der jüdischen Bevölkerung Osteuropas beteiligt waren.

Im Oktober 1944 wurde der Befehlssitz der Ordnungspolizei nach Düsseldorf-Kaiserswerth evakuiert. Die Luftschutzfunkzentrale blieb zunächst noch in Münster, bevor man sie wenig später in die Haard bei Recklinghausen verlegte.

1945 bis 1953: Neuaufbau der Polizei in der Villa ten Hompel

Beim Einrücken der alliierten Truppen im März 1945 war auch in Westfalen der gesamte zivile Behördenapparat und das Polizeiwesen zusammengebrochen. Die Briten planten eine konsequente Entmilitarisierung und Dezentralisierung der deutschen Polizeiverwaltung nach englischem Vorbild. Große soziale Probleme und die hohe Kriminalität der unmittelbaren Nachkriegszeit drängten die Briten dabei zu größter Eile.4

Sie stellten jedem neu ernannten Regierungspräsidenten, Oberbürgermeister und Landrat sogleich einen »Chef der Polizei« zur Seite, der die Polizei in seinem Bezirk, seiner Stadt oder in dem Landkreis wieder aufbauen sollte.

Anfang Mai 1945 ernannte die britische Militärregierung Friedrich Grützmann zum »Landespolizeipräsidenten«. Er nahm seinen Dienstsitz in der ehemaligen Villa ten Hompel. Der Landespolizeipräsident besaß direkte Befehlsbefugnis gegenüber allen großen Polizeiverwaltungen in der Provinz. Sein Wirkungskreis umfasste alle personellen, materiellen und organisatorischen Angelegenheiten der westfälischen Polizei. Zwischen den Regierungspräsidenten und dem Landespolizeipräsidenten kam es bald zu Konflikten.

Die Regierungspräsidenten betrachteten die Landespolizeibehörde als unerwünschte Konkurrenz, die ihre eigenen polizeilichen Zuständigkeiten einschränkte. Zusätzlich befürchteten sie, dass die Polizei sich unter der direkten Befehlsgewalt des Landespolizeipräsidenten wie im NS-Staat wieder als Sonderbehörde neben der zivilen Verwaltung etablierte.

Erst mit der Unterstützung des neuen Oberpräsidenten Rudolf Amelunxen setzten sie die eindeutige Unterordnung des Landespolizeipräsidenten unter den Oberpräsidenten bei der Militärregierung durch.

Ab 1946 konzentrierte sich die Arbeit des Landespolizeipräsidenten auf den regionalen Neuaufbau der Kriminalpolizei, dessen Zentrum für Westfalen ebenfalls in der Villa ten Hompel war. Aus ihm entstand im Frühjahr 1946 das Kriminalpolizeiamt der Provinz Westfalen. Das Kriminalpolizeiamt fungierte als zentrale Nachrichtensammel- und Auswertungsstelle sowie als Informationsdienst für die örtlichen Polizeidienststellen bei Kapitalverbrechen von überregionaler Bedeutung. Nach der Gründung der neuen Landesregierung Nordrhein-Westfalen wurde das westfälische Kriminalpolizeiamt zum 1. Oktober 1946 aufgelöst und mit dem Kriminalpolizeiamt in Düsseldorf zusammen gelegt.

Kommando »Westdeutsche Kanäle«

Die Villa ten Hompel in Münster blieb jedoch bis 1953 weiterhin Sitz einer Landespolizeibehörde. Seit 1945 war dort auch das Kommando der Wasserschutzpolizei-Gruppe »Westdeutsche Kanäle« untergebracht. Der räumliche Zuständigkeitsbereich erstreckte sich auf die Wasserstraßen in Westfalen sowie jene südlich des Mittellandkanals und des Weser-Elbe-Kanals bis an die Grenze der sowjetischen Zone. In den ersten Jahren nach dem Krieg konnten die Männer ihre Tätigkeit nur zu Fuß und mit dem Fahrrad entlang der Kanäle versehen. Erst nach und nach gab es für die Patrouille wieder betriebsbereite Boote.

Fahndung nach Schmuggelgut, die Aufnahme von Unfällen auf dem Wasser, Leichenbergungen, Bergungen von havarierten Schiffen, Meldung und Bergung von Bomben- und Waffenfunden im Wasser sowie die Überwachung des ausgedehnten »wilden« Badebetriebs in den Kanälen – damals wie heute gleichermaßen beliebt.

1947 ging die Verwaltung der Wasserschutzpolizei auf die Regierung des Landes NRW und damit auf den Innenminister über. Die Wasserschutzpolizei-Gruppe »Westdeutsche Kanäle« wurde 1953 mit der Wasserschutzpolizei-Gruppe »Rhein« am neuen Sitz Duisburg vereinigt.

Wechsel an den Schreibtischen – Entschädigung statt Verfolgung

Bis zu seiner Auflösung 1968 hatte das Wiedergutmachungsdezernat der Bezirksregierung seinen Sitz an der Stätte, an der Beamte nur wenige Jahre zuvor das

NS-Regime aktiv unterstützt hatten.5

»Allen diesen Leuten wird geholfen, warum uns nicht? Bin ja mit einer Rente oder einer einmaligen Abfindung zufrieden, die Sie bestimmen. Aber ich hoffe ja, dass man Recht walten lässt und uns hilft«. Mit diesen Sätzen bat eine Münsteranerin das »Dezernat für Wiedergutmachung für politisch, rassisch und religiös Verfolgte« im Jahre 1953 um Entschädigung. Ihr Ehemann war im Sommer 1938 durch die Gestapo verhaftet worden und schließlich im Alter von 44 Jahren im Konzentrationslager Mauthausen verstorben.

Die Sachbearbeiter des Dezernats lehnten den Antrag der Witwe ab. Was blieb, war Enttäuschung und Entrüstung. Trotz ihrer Beschwerde ging die Münsteranerin leer aus, da ihr Mann – so die Begründung – kein politischer Gegner des Nationalsozialismus und seine Verhaftung wegen »Arbeitsverweigerung« keine typisch nationalsozialistische Gewaltmaßnahme gewesen sei. Wie der Witwe erging es vielen, aber auch Ausgleichszahlungen für erlittenes Leid wurden genehmigt.

Der Staat glich häufig durch Geldmittel aus und das zumeist auf geringem Niveau. Bei wirtschaftlichen Beeinträchtigungen, etwa durch Verlust eines Geschäftes oder Betriebes, wurde der Verfolgte gemäß seines früheren Einkommens in eine Beamtenbesoldungsgruppe eingestuft, um dann für den Schädigungszeitraum Wiedergutmachung zu erhalten. Für Nachkriegsschädigungen erhielten NS-Opfer nichts.

In der »Villa ten Hompel« arbeiteten 1953 ein halbes Dutzend Angestellte und Beamte der Bezirksregierung, Ende der 50er Jahre waren es bis zu 20. Der Leiter des Dezernats war selbst ein politisch Verfolgter. Die Regierung achtete bewusst darauf, dass vor allem junge, unbelastete Beamte in der »Villa ten Hompel« tätig waren.

Insgesamt stellten im Dezernat rund 12 000 Personen aus dem gesamten Regierungsbezirk Münster einen Antrag auf Entschädigung. 100 Millionen Mark wurden bezahlt. Zahlreiche Verfolgtengruppen fielen jedoch aus der Entschädigung heraus, darunter die Zwangssterilisierten, die Euthanasieopfer, die Deserteure und die ausländischen Zwangsarbeiter, die Homosexuellen oder münsterländische Frauen, die sexuelle Kontakte zu Zwangsarbeitern gehabt hatten. Ihre Verfolgung wurde nicht als »typisch nationalsozialistisch« anerkannt, sondern auf sozial- oder militärpolitische Gründe zurück geführt.

Obwohl das Dezernat in der Villa ten Hompel vielen Verfolgten Hilfestellung bot, saßen hier nach dem Krieg doch wieder Beamte, die auf der Basis eines Gesetzes und gemäß strenger Verwaltungsvorschriften über »gute« und »schlechte« NS-Opfer zu entscheiden hatten. Vor allem in den ersten Monaten, so berichtete es ein ehemaliger Mitarbeiter des Dezernats, war eine Entscheidung nicht immer einfach. Mit der Zeit trat aber doch eine gewisse »Routine« ein, zumal die Beamten davon ausgingen, immer auf der sicheren Seite des Gesetzes zu stehen.

Dass dies vor allem für die Verfolgten mit vielen schmerzhaften Erinnerungen bis hin zu Traumatisierungen verbunden war, spielte kaum eine Rolle. Ein Vorwurf, der den Gesetzgeber trifft. Er presste die Wiedergutmachung, ebenso wie es bei der Verfolgung der Fall gewesen war, wieder in einen Verwaltungsvorgang und ließ damit wenig Raum für die Bewältigung der NS-Zeit und die Anerkennung der Leiden der Opfer.

Neue Aufgaben in der Villa ten Hompel

Die Stadt Münster übernahm mit dem Kauf der Villa ten Hompel und dem Aufbau des Instituts die Verantwortung für die Aufarbeitung eines Themas, dem sich kaum eine Gedenkstätte zum Nationalsozialismus in Deutschland widmet: dem Polizei- und Verwaltungshandeln im 20. Jahrhundert. Am 13. Dezember 1999 eröffnete Oberbürgermeister Dr. Tillmann mit der Sonderausstellung »Verfolgung und Verwaltung. Die wirtschaftliche Ausplünderung der Juden und die westfälischen Finanzbehörden« den neu eingerichteten Geschichtsort Villa ten Hompel. Mit der Präsentation der Dauerschau »Im Auftrag. Polizei, Verwaltung und Verantwortung« hat der Geschichtsort Villa ten Hompel sein neues Tätigkeitsfeld aufgenommen. Es ruht auf drei aufgerichteteten und standfesten Säulen: Erinnern – Forschen – Lernen. Das Erinnern, das Forschen, das Lernen.

Die Eröffnung der Dauerausstellung »Im Auftrag. Polizei, Verwaltung und Verantwortung« stellte das zentrale Ereignis auf dem Felde der Erinnerung dar und fand sowohl bundesweit als auch international Resonanz.6

Daneben erreichte die Ausstellungsofferte eine zentrale Adressatengruppe des Geschichtsorts: die Angehörigen der Polizei. Polizistinnen und Polizisten war es in einzelnen Polizeipräsidien sogar erlaubt, die Ausstellung während der Dienstzeit zu besuchen.7 Seit drei Monaten besteht zudem die Möglichkeit der Recherche und differenzierten Kleinanalyse der Dauerschau in einem eigens angelegten Multimedia-Raum. Alles, was in der Ausstellung an Quellen angeboten wird, kann hier auf

PC-Stationen noch einmal abgerufen werden. Die menügeführte Weiterführung der Themen aus der Ausstellung lässt die Seher und Hörer vor den Terminals schrittweise von einem Dokument zum nächsten gehen. »Sie« oder »Er« bestimmen selbst das Tempo und den Weg der Erläuterungen. Das ist auch gut so, denn die über 800 Dateien auf den Terminals sind auch bei intensivem Studium nicht so leicht zu verarbeiten.8

Wissenschaftliche Forschungsfelder

Die Forschungsprojekte der Villa ten Hompel, die zur zweiten Säule zählen, befassen sich mit zahlreichen Themen und Fragestellungen, wobei von den Bearbeiterinnen und Bearbeitern vielfach auf Dokumente aus den eigenen Sammlungsbeständen in der Villa ten Hompel zurückgegriffen wird.

Auf das weite Themenfeld ›Polizei und Verwaltung‹ rekurrieren unterschiedliche Forschungsvorhaben. Ihre Resultate sind an unterschiedlichen Stellen veröffentlicht. Sei es in Sammelbänden und Tagungsveröffentlichungen, sei es als größere Untersuchungen in der hauseigenen Schriftenreihe. Zu letzterer zählen neben dem Katalogbuch zur Dauerausstellung9 und der Biographie über den Villa-Erbauer und Besitzer Rudolf ten Hompel10 die wissenschaftlichen Studien zur Polizei im frühen Nachkriegsdeutschland11 und über Kommunalbeamte zwischen Kaiserreich und Bundesrepublik.12

Weitere innovative wissenschaftliche Studien sind in den nächsten Jahren zu erwarten zur Geschichte der Entschädigung im Nachkriegsdeutschland13, zur Geschichte der Angehörigen eines Polizeibataillons aus dem Ruhrgebiet zwischen Weltkrieg und Wirtschaftswunder14, zu den Biographien der Befehlshaber der Ordnungspolizei im Wehrkreis VI15 sowie den Einsätzen von und Ermittlungsverfahren gegen Angehörige von Polizeibataillonen.16

Dank der Unterstützung des Fördervereins Villa ten Hompel konnten mit einem Stipendiatenprogramm weitere wissenschaftliche Qualifizierungsarbeiten auf den Weg gebracht werden. So widmen sich ein interdisziplinäres Vorhaben der »weltanschaulichen Erziehung« der Polizeibeamten während des »Dritten Reichs«17 und zwei weitere der Geschichte des Polizeipräsidiums Gelsenkirchen18 und der Geschichte des Regierungspräsidiums Münster 1930 bis 1960«.19 »›Flächendeckende Ordentlichkeit‹. Polizei in Ost- und Westdeutschland. Alltag-Praktiken-Selbstbilder 1962 bis 1972« lautet der Titel eines weiteren Dissertationsprojekts.20

Pädagogische Praxis

Neben den von den Lehrerinnen und Lehrern gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern gestalteteten Projekttagen und den Gedenkblatt-Konzeptionen des Vereins »Spuren suchen« fanden zwei weitere pädagogische Projekte große Beachtung auf lokaler und regionaler Ebene. So wurde mit dem Geschichtskoffer »Jüdische Kindheit im 20. Jahrhundert« ein mobiler Lernort geschaffen, der das Museum in die Schule bringt21, und im Umfeld der Villa ten Hompel ermöglicht ein Geschichtspfad die verdichtete Spurensuche zu Akteuren des 20. Jahrhunderts.

Die größte Resonanz auf schulischer Seite erfährt jedoch das Gedenkstättenfahrtenprogramm »Aus der Geschichte lernen?!«, das von der Akademie Franz Hitze Haus, der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Münster und dem Geschichtsort Villa ten Hompel gemeinsam unternommen wird.

Ca. 1200 Schülerinnen und Schüler nahmen bisher an dieser außerschulischen Veranstaltung teil. 23 Fahrten wurden durchgeführt, vier davon zur Gedenkstätte Buchenwald. In der Summe wurden ca. 60 Seminartage geplant und durchgeführt. Hinsichtlich der Schulformen sind Hauptschulen, Realschulen, Gymnasien, Kollegschulen und Gesamtschulen vertreten, ohne dass ein Schultyp signifikant überrepräsentiert wäre. Die teilnehmenden Schulen kamen überwiegend aus der Stadt Münster bzw. aus dem Münsterland.22

Das Seminarprogramm knüpft an die konkreten Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler an, um davon ausgehend einen ihrer Lebenswelt entsprechenden und der Sache angemessenen Problemhorizont zu entfalten. Auf dieser Basis folgt eine schülerorientierte Form der Auseinandersetzung mit historischen Bild- und Textquellen zur Lokal- und Regionalgeschichte des ›Dritten Reichs‹. Nach diesen Vorarbeiten steht ein Besuch der KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen und die Arbeit vor Ort im Mittelpunkt des Seminarprogramms. Rückblickend werden die Erfahrungen des Gedenkstättenbesuchs aufgegriffen, reflektiert und im Rahmen des Gegenwartstransfers auf die aktuelle Problematik rechtsextremer Gesinnungen und Geschehnisse bezogen.23

Auch im zentralen Bereich der Erwachsenenpädagogik beschritten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter innovative Wege. Vor allem in der Polizeifort- und -ausbildung wurden innovative Teilmodule, sogenannte Thementage zu Inhalten wie ›Rechtsextremismus‹, ›Frauen in der Polizei‹24, ›Aussiedler‹, ›Leitbilder der Polizei‹ sowie ›Polizei in der Geschichte‹ erprobt und fortentwickelt.25

Partner und Kooperationen

Dass die bereits in der Gründungsphase der Villa ten Hompel initiierten Kooperationen wichtige Schritte für den Aufbau eines historisch-politischen Netzwerkes waren, belegen die mittlerweile zahlreichen Projekte und Veranstaltungen mit unterschiedlichen Partnern. Der Geschichtsort Villa ten Hompel ist ein gefragter Mitveranstalter, nicht nur der Christlich-Jüdischen und Deutsch-Israelischen Gesellschaft, sondern ebenso des Evangelischen Forums, der Akademie Franz-Hitze-Haus sowie weiterer Institutionen und Träger aus der Erwachsenenbildung. Als städtisches Institut arbeitet der Geschichtsort Villa ten Hompel darüber hinaus mit vielen kommunalen Institutionen zusammen (Volkshochschule, Stadtarchiv, Stadtbücherei und Stadtmuseum). Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Seminaren des Westfälischen Studieninstituts, der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, der Polizeiführungsakademie, des Polizeifortbildungsinstituts »Carl Severing«, der Heeresunteroffizierschule Münster-Handorf etc. prägen mittlerweile den Bildungsalltag ebenso wie Schülerinnen und Schüler aller Schulformen.

Der Geschichtsort Villa ten Hompel beschränkt sich jedoch nicht nur auf Forschungs- und Bildungsarbeit im Haus am Kaiser-Wilhelm-Ring 28. Durch die Konzeption und Realisierung eigener Wanderausstellungen wie »Verfolgung und Verwaltung. Die wirtschaftliche Ausplünderung der Juden und die westfälischen Finanzbehörden«26 und »Uniform und Speiche«27 gelingt es, den Radius des Instituts erheblich zu erweitern.

Den eingeschlagenen erfolgreichen Weg möchte das Team der Villa ten Hompel in den nächsten Jahren fortsetzen, auch unter der erschwerten Haushaltssituation der Stadt Münster, des Landes Nordrhein-Westfalen und des Bundes. Mittelfristig wird auch am Geschichtsort Villa ten Hompel in den nächsten Jahren nur über die erfolgreiche Einwerbung temporärer Drittmittel die Durchführung von inhaltlich interessanten Schwerpunktprojekten gelingen.

Aktuell konzentrieren sich die Bemühungen auf die Finanzierung der geplanten multimedialen Wanderausstellung »Wieder-gut-gemacht?«, die eine adressatenübergreifende und geschichtsdidaktisch reflektierte Präsentation der Rückerstattungs- und Entschädigungspraxis leisten soll. Der Ausbau der Kontakte mit den bisherigen Partnern (dem Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaft, dem Historischen Seminar und dem Zentrum für Niederlandestudien an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster sowie der Justizakademie des Landes Nordrhein-Westfalen) wird weiter vorangetrieben.

Die Impulse, die vom Geschichtsort Villa ten Hompel in die Aus- und Fortbildungslandschaft von Polizei und Verwaltung hineingetragen wurden, wirken nun angereichert um die Ideen dieser Institutionen wieder auf das Bildungsdesign der Villa ten Hompel zurück. So ist seit dem 1. Januar 2003 an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Münster eine »Dokumentations- und Forschungsstelle zur Geschichte der Polizei im Nationalsozialismus« implementiert. Von Seiten der Fachhochschule wurde damit ein Projekt von Mitte der achtziger Jahre reaktiviert, das seinerzeit an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Dortmund entwickelt worden ist.28 Nicht zuletzt die Arbeit des Geschichtsorts Villa ten Hompel hat dazu beigetragen, diese Neuauflage einer Dokumentations- und Forschungsstelle an den nordrhein-westfälischen Fachhochschulen hier in Münster einzurichten, um zukünftig in enger Kooperation tragfähige Bildungsmodule zu entwickeln.

Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit in den nächsten Jahren wird der Ausbau der internationalen Beziehungen sein. Neben der weiteren Intensivierung der Kontakte zum Centre de la Mémoire in Oradour (Frankreich) soll vor allem die Zusammenarbeit mit niederländischen Partnern ausgeweitet werden. Insbesondere mit dem Nederlands Instituut voor Oorlogsdocumentatie (NIOD), dem Deutschlandinstitut in Amsterdam und der Universität Twente laufen bereits gemeinsame Projekte.29 Für weitere Kooperationen existieren konkrete Planungen.

Hierzu zählen gemeinsame Fachtagungen und Konferenzen. Naher Höhepunkt der Kooperationen ist eine von der Villa ten Hompel, dem NIOD und dem Zentrum für Antisemitismusforschung an der Technischen Universität Berlin in Amsterdam für Ende 2003 geplante internationale Fachtagung »The destruction of European Jewry: structures, motivations, opportunities«. Die Konferenz wird von der Königlich-Niederländischen Akademie der Wissenschaften (KNAW) finanziert.30

Was vor drei Jahren mit einer kleinen Konferenz in Amsterdam begann, hat sich nun zu einer festen Kooperation mit niederländischen Partnerinstitutionen fest entwickelt. Die deutsch-niederländische Partnerschaft könnte Modellcharakter haben, auch für künftige internationale Kooperationen mit weiteren europäischen Staaten: Eine lohnende Unternehmung für Münster, die Stadt des Westfälischen Friedens.

Geschichtsort Villa ten Hompel

Kaiser Wilhelm Ring 28

48145 Münster

Tel: (02 51) 492-70 48 | Fax: (02 51) 492-79 18

tenhomp@stadt-muenster.de

www.muenster.de/stadt/villa-ten-hompel

Beim 39. Bundesweiten Gedenkstättenseminar stehen die neue Ausstellung

und die Arbeitsbereiche der Villa ten Hompel für einen ganzen Tag im Mittelpunkt der Veranstaltung.

39. Bundesweites Gedenkstättenseminar

Münster, 22.–25. Mai 2003

»Erinnerungskultur in westeuropäischer Perspektive (Niederlande,

Belgien, Luxemburg und Deutschland)«

Veranstalter: Stiftung Topographie des Terrors, Geschichtsort Villa ten Hompel,

Münster, Bundeszentrale für politische Bildung

Thomas Lutz, Tel. (030) 25 45 09-15 | lutz@topographie.de

Programm: GedenkstättenRundbrief 110 oder www.gedenkstaettenforum.de

1     Rede des nordrheinwestfälischen Ministerpräsidenten zur Eröffnung der Dauerausstellung »Im Auftrag. Polizei, Verwaltung und Verantwortung«, am 7. Mai 2001, in: Geschichtsort Villa ten Hompel 2001–2002. Entwicklungen-Aktivitäten-Ergebnisse. Dokumentation über den Zeitraum vom 1. Oktober 2000 bis 12. 12. 2002. Hrsg. im Auftrag der Stadt Münster von Alfons Kenkmann, Münster 2003, S. 10–13, S. 10.

2 Corinna Fritsch: Rudolf ten Hompel. Aus dem Leben eines westfälischen Industriellen und

Reichstagsabgeordneten, Essen 2002 (= Villa ten Hompel; Schriften 2), S. 7. An dieser Publikation orientieren sich auch die nachfolgenden Passagen zum Lebenslauf der Großindustriellen.

3   Christoph Spieker: Die Befehlshaber der Ordnungspolizei im Wehrkreis VI – biographische Skizzen,

 in: Alfons Kenkmann/Christoph Spieker (Hg.): Im Auftrag. Polizei, Verwaltung und Verantwortung. Begleitband zur gleichnamigen Dauerausstellung – Geschichtsort Villa ten Hompel, Essen 2001

(= Villa ten Hompel; Schriften; 1), S. 192–199.

4   Zur Reorganisation der Polizei in Westfalen siehe Gabriele Lotfi: Die frühe Nachkriegszeit. Polizeibehörden in der Villa ten Hompel 1945-1953, in: Alfons Kenkmann/Christoph Spieker (Hg.): Im Auftrag. Polizei, Verwaltung und Verantwortung. Begleitband zur gleichnamigen Dauerausstellung – Geschichtsort Villa ten Hompel, Essen 2001 (= Villa ten Hompel; Schriften 1), S. 266–277 u. Stefan Noethen: Polizei in der Besatzungszeit – Vorstellungen und Einflüsse der Alliierten, in: Hans-Jürgen Lange (Hrsg.): Die Polizei der Gesellschaft. Zur Soziologie der Inneren Sicherheit (= Studien zur Inneren Sicherheit; Bd. 4), S. 77–90.

5   Die Geschichte der Entschädigungspraxis erforscht Julia Volmer; vgl. dies.: Zur Hausgeschichte nach 1945. Die Villa ten Hompel 1953 bis 1968 – ›Wiedergutmachung‹ an einem Täterort. In: Kenkmann, Alfons/Spieker, Christoph (Hg.): Im Auftrag. Polizei, Verwaltung und Verantwortung. Begleitband zur gleichnamigen Dauerausstellung, Essen 2001 (= Villa ten Hompel. Schriften; 1), S. 342–364.

6   Vgl. Karl-Heinz Janßen, Massenmord in Grün. Eine Ausstellung zeigt: Auch die Polizei war an

NS-Verbrechen beteiligt, in: DIE ZEIT v. 10. Mai 2001; Michael Jeismann, Freund, Feind und Helfer.

Der Schupo als Polizeisoldat: Eine Ausstellung in Münster, in: FAZ v. 16. Juni 2001; Berthold Seewald, Des Staates dritte Säule. Eine Ausstellung in Münster zeigt die Verstrickung der Polizei in die

NS-Diktatur, in: DIE WELT v. 23. November 2001 u. Peter Krevert: Die Polizei im NS-Staat.

Oder: Himmlers grünen Helfern auf der Spur, in: Kriminalistik, H. 1(2002), S. 49–54.

7   Vgl. Alfons Probst: Im Auftrag. Polizei, Verwaltung und Verantwortung, in: Tacheles. Neues aus dem Polizeipräsidium Münster, Sonderausgabe vom 11. Mai 2001, S. 2.

8   Vgl. Christoph Spieker: Multimediale Erweiterung der Dauerausstellung »Im Auftrag. Polizei,

Verwaltung und Verantwortung, in: Geschichtsort Villa ten Hompel 2001–2002. Entwicklungen-Aktivitäten-Ergebnisse. Dokumentation über den Zeitraum vom 1. Oktober 2000 bis 12. Dezember 2002. Hrsg. im Auftrag der Stadt Münster von Alfons Kenkmann, Münster 2003, S. 10–13, S. 25–27.

9     Alfons Kenkmann/Christoph Spieker (Hg.): Im Auftrag. Polizei, Verwaltung und Verantwortung. Begleitband zur gleichnamigen Dauerausstellung – Geschichtsort Villa ten Hompel, Essen 2001

(= Villa ten Hompel, Schriften 1).

10    Fritsch: Rudolf ten Hompel.

11  Stefan Noethen: Alte Kameraden und neue Kollegen. Polizei in Nordrhein-Westfalen 1945–1953, Essen 2002 (= Villa ten Hompel; Schriften 3).

12  Sabine Mecking: »Immer treu«. Kommunalbeamte zwischen Kaiserreich und Bundesrepublik

(= Villa ten Hompel; Schriften 4). Münster 2003.

13  Vgl. Julia Volmer: Verwaltete Wiedergutmachung. Entschädigung für nationalsozialistische

Verfolgung im Regierungsbezirk Münster. In: Geschichte im Westen (Im Erscheinen).

14    Vgl. Martin Hölzl: Grüner Rock und weiße Weste: Adolf von Bomhard und die Legende von der sauberen Ordnungspolizei, in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft Jg. 50, H.1 (2002), S. 22–43.

15    Vgl. Christoph Spieker: Export von Münster nach Den Haag: BdO Dr. Heinrich Lankenau (1891–1983) u. ders.: Die Befehlshaber der Ordnungspolizei im Wehrkreis VI – biographische Skizzen, in: Alfons Kenkmann/Christoph Spieker (Hg.): Im Auftrag. Polizei, Verwaltung und Verantwortung.

Begleitband zur gleichnamigen Dauerausstellung – Geschichtsort Villa ten Hompel, Essen 2001

(= Villa ten Hompel; Schriften 1), S. 176–191 u. S. 192–199.

16    Stefan Klemp: Polizeibataillone. Einsätze und Ermittlungsverfahren. Erscheint 2004 als Bd. 5 in der Reihe Villa ten Hompel Schriften).

17    Thomas Köhler: Anstiftung zu Versklavung und Völkermord. »Weltanschauliche Schulung« durch Literatur. Lesestoff für Polizeibeamte während des ›Dritten Reichs‹, in: Alfons Kenkmann/Christoph Spieker (Hg.): Im Auftrag. Polizei, Verwaltung und Verantwortung. Begleitband zur gleichnamigen Dauerausstellung – Geschichtsort Villa ten Hompel, Essen 2001 (= Villa ten Hompel. Schriften; 1),

S. 130—158.

18    Vgl. Daniel Schmidt: Die Bürgerkriegsarmee. Gelsenkirchener Schutzpolizei und politischer Extremismus 1928–1932 und ders.: »Vom Prügelknaben eines verrotteten Systems zum ersten Instrument des Staates«. Die Eingliederung der Gelsenkirchener Schutzpolizei in den NS-Staat 1933–1938. Beide in: Stefan Goch (Hg): Geschichte der Gelsenkirchener Polizei seit dem 19. Jahrhundert (Im Erscheinen).

19    Bearbeitet von Hedwig Schrulle.

20  Diese Unternehmung ist eine Weiterentwicklung der Magisterarbeit von Michael Sturm: »Gewalt wird mit Gewalt beantwortet.« Polizei und Straßenprotest in München am Ende der Ära Adenauer. Hausarbeit zur Erlangung des Magistergrades an der Philosophischen Fakultät der Georg-August-Universität Göttingen, Göttingen 2001.

21    Vgl. Vera Hanfland: Geschichtskoffer »Jüdische Kindheit im 20. Jahrhundert«. Versuch eines kindgerechten Zugangs zu einem schwierigen Thema, in: Gedenkstättenrundbrief , Nr. 108 (2202), S. 32–37.

22    Siehe hierzu Markus Köster/Stefan Querl/Meik Zülsdorf: Über Verantwortung Nachdenken« – Ein historisch-politisches Seminarprojekt mit Besuch einer KZ-Gedenkstätte, von Markus Köster,

Stefan Querl und Meik Zülsdorf, in: Barbara Menke/Manfred Jastrzemski/Klaus Waldmann/Peter Wirtz (Hg.): Ermutigung zur Zivilcourage. Innovative Konzepte und Projekte politischer Bildung, hg. im Auftrag der GEMINI (Gemeinsame Initiative der Träger politischer Jugendbildung), Schwalbach 2002 (Im Erscheinen). Demnächst auch: Frank Buskotte/ Stefan Querl/ Meik Zülsdorf: »Auf Fahrt – In Fahrt?« Ein Seminarprogramm für den schulischen Besuch ehemaliger KZ-Standorte. Münster 2003

(= Villa ten Hompel aktuell, 3).

23    Vgl. Alfons Kenkmann: Historisches Bewusstsein gegen Rechtsextremismus? In: Ahlheim, Klaus/Heger, Bardo (Hg.): Intervenieren. Nicht resignieren, Schwalbach/Ts. 2003 (Im Erscheinen).

24    Zu dieser Thematik veranstaltete der Geschichtsort Villa ten Hompel am 6. Februar 2003 ein

bundesweites eintägiges Symposium »100 Jahre Frauen in der deutschen Polizei«.

25    Vgl. zu diesem Aspekt Christoph Spieker: Bildungsarbeit in der Villa ten Hompel zwischen Abwehr gegen Belehrung und Suche nach Orientierung, In: Arbeitskreis NS-Gedenkstätten NW (Hg.), Forschen – Lernen – Gedenken. Bildungsangebote für Jugendliche und Erwachsene in den Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus in Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf 2002, S. 54–64.

26    Vgl. Alfons Kenkmann/ Bernd-A. Rusinek (Hg.): Verfolgung und Verwaltung. Die wirtschaftliche Ausplünderung der Juden und die westfälischen Finanzbehörden. Katalog zur Wanderausstellunng. Münster 1999; Sabine Mecking: Didaktische Mappe ´Verfolgung und Verwaltung. Die wirtschaftliche Ausplünderung der Juden und die westfälischen ›Finanzbehörden‹, Münster 2001 (= Didaktische Bausteine, 1); Olaf Kaltenborn, Finanzämter – willige Helfer der Nazis. Mit deutscher Gründlichkeit plünderte der Fiskus die zur Deportation bestimmten Juden aus, in: Süddeutsche Zeitung v. 14. Dezember 1999;

27    Michael Sturm: Uniform und Speiche, in: Leezen-Kurier Nr. 60, 2/2002, S. 22–25 .

28    Deren Ergebnisse wurden in einer eigenen Schriftenreihe veröffentlicht. Der erste Bd. der Schriftenreihe der Dokumentations- und Forschungsstelle der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Nordrhein Westfalen wurde 1989 herausgegeben von Friedrich Gerhard Schwegmann und trug den Titel: Zwischen Gehorsamspflicht und Widerstandsrecht: ein unlösbares Dilemma der deutschen Beamtenschaft?

29    Houwink ten Cate, Johannes/Kenkmann, Alfons (Hg.): Deutsche und holländische Polizei in den besetzten niederländischen Gebieten. Dokumentation einer Arbeitstagung, Münster 2002 (= Villa ten Hompel Aktuell; 2).

30    Die Tagung trägt den Titel: The destruction of European Jewry: structures, motivations, opportunities und findet statt vom 10. bis 13. Dezember 2003 in Amsterdam.