Das Herinneringscentrum Kamp Westerbork

02/1999Gedenkstättenrundbrief 87, S. 3-11
Hans Colpa

Die Geschichte des Lagers Westerbork ist schon vor dem Einmarsch der Deutschen in Holland mit der nationalsozialistischen antijüdischen Politik verbunden. Aufgrund der judenfeindlichen Gesetzgebung und Diskriminierung flohen viele deutsche Juden aus dem Land, in dem sie geboren waren. Ungefähr 35000 von ihnen gingen in die Niederlande. 1939 beschloß die holländische Regierung, ein Lager für diese Flüchtlinge in der Stadt Westerbork im Bezirk Drenthe zu errichten. Die ersten 22 Insassen kamen am 9. Oktober 1939 im Lager an. Am 10. Mai 1940 – als die Deutschen die Niederlande besetzten – waren 750 Personen in dem Lager. Diesen wurde kurz darauf untersagt, das Lager zu verlassen.

Die deutsche Besatzungsmacht führte zahlreiche diskriminierende Gesetze ein, die es für Juden zunehmend schwieriger machten, ein normales Leben zu führen. Die Juden mußten, wie in anderen Ländern auch, ein Abzeichen mit einem Stern tragen, um sie in der Öffentlichkeit kenntlich zu machen. Letztendlich mußten sie in separaten Vierteln wohnen. Ihre Bewegungsfreiheit war sehr eingeschränkt.

Einige Juden versuchten der Verfolgung zu entgehen, indem sie sich versteckt hielten. Ein sehr bekanntes Beispiel für das Leben im Versteck ist das von Anne Frank und ihrer Familie. Am 4. August 1944 wurden alle acht Personen, die sich in dem Versteck in der Amsterdamer Prinsengracht aufhielten, festgenommen. Obwohl die Geschichte des Anbaus in der Öffentlichkeit bekannt ist, wird oft vergessen, daß auch Anne ins Lager Westerbork deportiert wurde. In Westerbork war sie in einer Strafbaracke untergebracht. Am 3. September 1944 wurde Anne mit dem letzten Transport nach Auschwitz deportiert. Sie starb im März 1945 in Bergen-Belsen.

Das zentrale Flüchtlingslager Westerbork wurde im Juli 1942 von der deutschen Besatzungsmacht übernommen. Das Lager wurde ausgeweitet und in ein sogenanntes »Judendurchgangslager« umgewandelt. Holländische Juden wurden mit dem Zug aus ihren Wohnvierteln nach Westerbork transportiert und von dort meist in die Vernichtungslager in Auschwitz und im besetzten Polen.

Die Situation der Juden im Lager Westerbork wurde von falschen Hoffnungen bestimmt. Ihre Aufenthaltsbedingungen sollten nicht zu unangenehm sein, um sie nicht jeglicher Überlebenshoffnung zu berauben. Es existierte eine jüdische Selbstverwaltung innerhalb des Lagers. Die Insassen waren sehr darauf aus, in einem der vielen Industriezweige und Büros des Lagers zu arbeiten. Denn die Tatsache, einen Arbeitsplatz zu haben, hieß, von den Transporten ausgenommen zu sein. Um der Deportation zu entkommen, versuchten die Insassen des Lagers, in den Besitz einer »Sperre« zu gelangen, einer Markierung auf dem Lagerausweis, die für die Befreiung von den Transporten stand. Es handelte sich jedoch um eine Freistellung mit dem Zusatz »bis auf weiteres«. Solange die Menschen über eine »Sperre« verfügten, konnten sie auf einen dauerhaften Aufenthalt in den Niederlanden hoffen. Bis auf weiteres allerdings, denn es bestand niemals die Sicherheit, daß man einen alle betreffenden Transport verhindern konnte. Die Angst vor einer ungewissen Zukunft »im Osten« blieb bestehen. Im Grunde war es der deutsche Kommandant des Lagers, Obersturmführer Albert Konrad Gemmeker, der letztendlich die Entscheidungen traf. Er gab die Befehle, und die jüdische Selbstverwaltung mußte sie ausführen.

Ich habe von einem ehemaligen Insassen die Geschichte über ein frühgeborenes Baby gehört, die ein gutes, aber tragisches Beispiel für die Politik der falschen Hoffnungen ist: Der kleine Michiel wurde drei Monate zu früh in Vught, einem holländischen Konzentrationslager, geboren. Einige Tage später wurden er und seine Mutter mit einem Transport nach Westerbork geschickt, wo er in warme Kleider gewickelt ankam. Es schien so, als ob Gemmeker ein besonderes Interesse an dem kleinen jüdischen Baby hatte. Er bestellte sofort einen Inkubator aus einem großen Krankenhaus in Groningen. Man ließ die besten jüdischen Kinderärzte kommen, um ihn zu versorgen. Der kleine Michiel mußte künstlich ernährt werden, und jede Stunde bekam er einen Tropfen Brandy aus Gemmekers persönlichen Vorräten. Gemmeker besuchte das Baby regelmäßig im Kinderkrankenhaus. Der kleine Michiel wuchs, nach einigen Wochen durfte er den Inkubator verlassen und wurde in ein Kinderbett gelegt. Der Lagerkommandant fuhr damit fort, ihn zu besuchen. Als der kleine Michiel kräftig genug war, wurde er deportiert. Für den »Arbeitseinsatz« im Osten! Die Mutter des kleinen Michiel war bereits zuvor deportiert worden, da sie den Jungen nicht selbst ernähren konnte.

Das Leben in Westerbork wurde von den täglichen Transporten dominiert, von der Angst, mit einem Zug fortgeschafft zu werden. Vom 15. Juli 1942 bis September 1944 fuhren fast jeden Dienstag Züge ab: Viehwaggons mit einer genau festgelegten Zahl von Menschen. Und ihre Hoffnung stellte sich als falsch heraus, denn mehr als 100000 jüdische und einige Hundert Sinti-Männer, -Frauen und -Kinder sowie viele Flüchtlinge aus europäischen Ländern sind aus dem Lager Westerbork in die Vernichtungslager wie Auschwitz-Birkenau und Sobibór und Konzentrationslager wie Bergen-Belsen und Theresienstadt deportiert worden. Nur wenige Tausend kamen zurück.

1944 befahl der Lagerkommandant, daß im Lager Westerbork ausgedehnt gefilmt werden sollte. Alle Charakteristika des Lagers sollten aufgenommen werden. Obwohl der Film selbst nie fertiggestellt wurde, sind die einzelnen Aufnahmen erhalten. Daher sind mehr als eine Stunde einzigartiger Bilder verfügbar. Die Aufnahmen einer Deportation, einschließlich des Bildes eines Mädchens, das aus den sich schließenden Türen eines Viehwaggons in die Welt blickt, sind weltbekannt. Diese Aufnahmen sind Bestandteil fast aller Dokumentarfilme über die Judenverfolgung im Zweiten Weltkrieg. Übrigens wissen wir heute, wer sie ist. 1994 beschloß ein Journalist, nach ihrem Namen zu forschen. Dabei kam heraus, daß die Aufnahmen des Films am 19. Mai 1944 stattfanden. An diesem Tag wurden 208 Juden und 245 Sinti nach Auschwitz deportiert. Ein Überlebender dieses Transportes erzählte dem Journalisten, daß der Name des Mädchens Settela Steinbach gewesen sei. Es war kein jüdisches, sondern ein Sinti-Mädchen. Zusammen mit ihrer Mutter und neun Geschwistern war sie nach Westerbork und Auschwitz geschickt worden. Settela wurde am 1. August 1944 in den Gaskammern von Auschwitz umgebracht.

Das Lager Westerbork wurde am 12. April 1945 von kanadischen Truppen befreit. Zu diesem Zeitpunkt konnten sich noch 918 verbleibende Insassen über die wiedergewonnene Freiheit freuen.

Aber auch nach der Befreiung vom Nationalsozialismus wurden die Baracken in Westerbork als Lager genutzt: anfänglich als ein Internierungslager für Mitglieder der NSB (der Holländischen Nationalsozialistischen Partei), die mit den Nazis kollaboriert hatte und später als ein Militärlager. Danach diente es als Empfangsstelle für Rückkehrer von den ehemaligen holländischen East Indies. Die längste zusammenhängende Periode in seiner Geschichte erfuhr das Lager Westerbork von 1951 bis 1971, als es zur Unterbringung von Molukken genutzt wurde. Bekannt als das »Schattenberg-Lager« gewährte es dieser Gruppe bis zu dem Zeitpunkt Obdach, als 1971 die letzten Baracken abgerissen wurden.

Das Lager Westerbork schien von der Erdoberfläche verschwunden zu sein. Die Gräben waren zugeschüttet worden, der Stacheldraht und die Wachtürme waren verschwunden. Und in den siebziger Jahren wurde auf dem ehemaligen Lagergelände das zweitgrößte Radioteleskop-Observatorium der Welt eingerichtet. Da das Observatorium eine störungsfreie Zone für seine Forschungen benötigt, war und ist es der Öffentlichkeit auch heute noch nicht gestattet, das Gelände mit motorisierten Verkehrsmitteln zu betreten. Das Gelände des ehemaligen Lagers Westerbork kann man nur zu Fuß, mit dem Fahrrad und in den letzten Jahren mit dem Bus erreichen.

Nur das nationale Denkmal Westerbork – das 1970 errichtet und von Ralph Prins, einem ehemaligen Gefangenen des Lagers Westerbork, entworfen wurde – war eine konstante Erinnerung an die Geschichte des Lagers zur NS-Zeit. Es steht an der Stelle, wo während des Krieges die Eisenbahnschienen von Hooghalen zum Lager endeten; dort, wo die Züge, nachdem sie das gesamte Lager durchquert hatten, vor einem Prellbock zum Stehen kamen.

Das Monument spiegelt das Entsetzen, die Verwirrung und die Verzweiflung wider, daß diese Verbrechen in einer Welt wie der unseren möglich waren. Es reflektiert gleichzeitig die Essenz des Durchgangslagers Westerbork, die Zugschienen, die Westerbork zum Vorportal des Todes machten. Jede einzelne Bohle unter den Zugschienen des Mahnmals steht für einen der Deportationszüge. Die Zugschienen selbst, die sich am Ende zum Himmel erheben und am Metall Spuren der Zerstörung aufweisen, stehen gleichzeitig für das geschundene Leben derer, denen dort am 4. Mai jeden Jahres, dem Tag des Totengedenkens in den Niederlanden, gedacht wird: den Opfern der Shoah.

Lange Zeit war das Denkmal die einzige Erinnerung an diese Verfolgungsperiode. Eine kleine Gruppe von Personen jedoch, geleitet von der Tochter eines Judens, der in den dreißiger Jahren aus Deutschland geflüchtet war, war der Meinung, daß ein Denkmal allein nicht ausreichen würde. Sie gründeten eine Arbeitsgruppe, um Forschungen über die historische und aktuelle Bedeutung des Lagers zu initiieren. 1981 wurde die Arbeitsgruppe in die »Stiftung Camp Westerbork« umgewandelt. Im gleichen Jahr faßte das Unterhaus des niederländischen Parlaments einen Beschluß, der besagte, daß die Ausstellung, die in einem Block des ehemaligen KZ Auschwitz als holländische Länderausstellung gezeigt wird, auch in den Niederlanden selber zu sehen sein sollte. Der Stiftung gelang es, ein Dokumentationszentrum, in der die Ausstellung ihren Platz haben sollte, ganz in der Nähe des ehemaligen Lagers Westerbork zu errichten. 1983 wurde »het Herinneringscentrum Kamp Westerbork« – die Gedenkstätte Lager Westerbork – offiziell eröffnet. Die Entfernung zwischen dem Museum und dem Lagergelände beträgt zweieinhalb Kilometer.

Das Museum des Lagers Westerbork beinhaltet eine Dauerausstellung, die sich auf die Geschichte des Lagers konzentriert. Diese Ausstellung zeigt Filme, Photographien, Dokumente, Zeichnungen, Gemälde etc.. Das Museum bietet seinen Besuchern vielfältige Programme und Aktivitäten wie z.B. wechselnde Ausstellungen, Lesungen, Workshops, geführte Touren auf dem Gelände des ehemaligen Lagers und Aktivitäten für Kinder an.

Das Museum des Lagers Westerbork hält die pädagogische Arbeit für seine wichtigste Aufgabe. Rundschreiben, Anleitungshefte zum Verfassen von Essays, Fragebögen, Rezensionen, audiovisuelle Materialien etc. stehen daher sowohl zum Gebrauch im Museum als auch im Schulunterricht zur Verfügung.

Es besteht ein allgemeiner Konsens darüber, daß ein Museumsbesuch ohne die entsprechende Vorbereitung von geringem Wert ist. Aus diesem Grund besteht eine der Rollen des Museums darin, Lehrer, die die Absicht haben, mit ihren Schülern das Museum zu besuchen, mit Informationsmaterialien zu versorgen, um deren Besuche effektiv und zu einem integralen Teil ihres Lehrplans zu machen.

Die Ziele des Bildungsangebots des Museums des Lagers Westerbork sind jedoch nicht allein auf Wissensvermittlung begrenzt. Auch das Gefühl soll angesprochen werden. Durch Aktivitäten und Projekte möchte das Museum zur Bildung und zum Erwachen eines historischen Verantwortungsbewußtseins beitragen. Für diesen Zweck ist die geschichtliche Information eine wichtige Grundlage und eine notwendige Bedingung in bezug auf dessen Realisierung. Studien zur Vergangenheit sind keine Richtschnur, um aktuelle Probleme zu lösen, aber sie bieten die Möglichkeit, diese Probleme aus dem richtigen Blickwinkel zu betrachten. Das Lager Westerbork ist eines der Symbole für die Verfolgung und die Vernichtung des holländischen Judentums. Das Leben und die Organisation im Lager Westerbork zeigen deutlich, wo Rassismus und andere Formen der Diskriminierung hinführen können und wie teuflisch und hinterhältig dieses System war, das zuließ, daß solches geschah. Die Schüler zu lehren dies zu verstehen und zu analysieren, ist grundlegend beim Unterrichten der Thematik des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges.

Jede Gruppe beginnt ihren Besuch mit einer Einleitung, in der eine kurze Geschichte über eine jüdische Familie, die in der selben Nachbarschaft lebte wie die Gruppe, die das Museum besucht, vorgestellt wird. Diese Informationen werden durch eine Videodokumentation über einen jüdischen Überlebenden, der – zu dem Zeitpunkt, als er oder sie im Lager Westerbork war – gleichen Alters wie die Schüler der Schulgruppe war, ergänzt.

Das Dokumentationszentrum des Museums des Lagers Westerbork enthält eine Sammlung von Büchern, Dokumenten, Photographien, Videokassetten, Objekten, privater Korrespondenz etc., die zu Forschungszwecken zur Verfügung stehen. Das Museum besitzt eine Kopie des Gedenkbuches der Kriegsgräberstiftung. Dieser Band enthält die Namen von mehr als 140000 niederländischen Bürgern, die während des Zweiten Weltkrieges umgekommen sind und nicht angemessen beerdigt wurden. Die Gedenkbücher werden oft von Familienangehörigen oder Freunden auf der Suche nach den letzten Zeichen der Deportierten und Ermordeten eingesehen. Für die Gedenkstätte ist eine sensible Betreuung dieser Besucher ein weitere wichtige Aufgabe.

Wie schon erwähnt, wurden die letzten Baracken auf dem Lagergelände 1971 abgerissen. Nur das Denkmal und die Bäume erzählten zwischenzeitlich die Geschichte der Opfer. Sonst gab es nichts mehr. Das Lager hatte sich völlig verändert: Es ist zu einem ausgedehnten Waldgelände geworden. Dies war der Grund, ein Projekt ins Leben zu rufen, das den Namen »das rekonstruierte Lager« erhielt.

1992 wurden die Rekonstruktionsarbeiten durchgeführt, um dem Gelände des ehemaligen Lagers einen informativeren Charakter zu geben. Die Option, die Baracken und die anderen Gebäude wieder aufzubauen, wurde abgelehnt, da man das Gefühl hatte, daß die Rekonstruktion des Lagers oder eines Teils davon falsch sein würde und als Kitsch betrachtet werden könne. Es wurde beschlossen, eine museologisch-didaktische Annäherung anzustreben: Markierungen zu setzen, die sowohl informativen als auch symbolisch-assoziativen Charakter haben und die heute das Gelände identifizierbar und wiedererkennbar gemacht haben. Die »Neuanlage« ist durch diskret plazierte symbolische Objekte und assoziative Elemente realisiert worden. Die Reorganisation bestand in der Einführung von »Spuren«, um die historischen Charakteristika des Geländes herauszuheben und auf dessen wesentlichste Aspekte hinzuweisen. Dies sind die »Ruinen« – Silhouetten charakteristischer Merkmale des Lagers Westerbork, die beispielsweise die Barackengröße anschaulich machen sollten. Kleine Hügel markieren heute die ehemaligen Standorte der wichtigsten Baracken. Historische Wege und Straßen sind wieder instandgesetzt worden. Ein Teil des Stacheldrahtzauns ist an jedem Ende der Hauptstraße des Lagers wieder aufgebaut, ebenso der Graben wieder ausgehoben worden.

Auf dem ehemaligen Appellplatz hat man 102000 Steine plaziert. Sie bilden in ihrer Anordnung die Umrisse der Niederlande nach. Die Steine sind unterschiedlich hoch. Diese Plazierung soll symbolisieren, daß die Verfolgung der Juden 102000 Mal einen Menschen getroffen hat. Jeder Stein hat an seinem Ende den Davidsstern.

Auf 200 Steinen ist eine Flamme angebracht: Eine Gruppe von 245 Zigeunern wurde via das Lager Westerbork deportiert, und die meisten von ihnen wurden später ermordet. Mehrere Dutzend Steine haben kein Symbol: Sie stehen für die Widerstandskämpfer, die via Lager Westerbork deportiert und letztendlich ermordet wurden.

Die gesamte Gedenkstätte gliedert sich somit in drei Teile: Lagergelände, Denkmal und Museum. Gemeinsam tragen sie bei zum Gedächtnis, zur Erinnerung, zur Bildung und zur Reflexion der Geschichte des Lagers.

In der Zukunft ist die Erweiterung der Gedenkstätte geplant. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist das Museum nicht adäquat ausgestattet, um dem anwachsenden Informationsbedarf der Besucher nachzukommen. Es wird Investitionen für eine Erweiterung des Gebäudes geben müssen, um weiterhin in der Lage zu sein, dem Andrang der Besucher gerecht werden zu können. Die Erweiterung der touristischen Infrastruktur und der kulturhistorischen Information, bestehend aus dem ehemaligen Gelände des Lagers Westerbork, dem Museum und den Waldgebieten um Hooghalen, wird einen positiven Effekt auf das Besucherinteresse haben. Die Verbesserung der Verkehrssituation, der Parkmöglichkeiten und der Beschilderung des Museumsgeländes sind notwendig. Die Erweiterung beinhaltet darüber hinaus: Unterrichtsräume, um mehrere Schulgruppen gleichzeitig betreuen zu können, Ausstellungsräume, ein Film-theater, eine Buchhandlung sowie ein Museumscafé, das möglicherweise einen Teil der 300000 Menschen anzieht, die die umliegenden Wälder besuchen etc..

Die tägliche Arbeit des Museums selbst wird durch Subventionen unserer Regierung gewährleistet, die auch zur Unterhaltung der Gebäude und zur Pflege des Geländes genutzt werden können. Aber dies beinhaltet nicht eine Ausweitung als Bildungseinrichtung. Die museumspädagogischen Erweiterungsbauten werden durch weitere öffentliche Mittel aus den Niederlanden, von der EU sowie von Industrie und Handel finanziert.

Das Museum hat auch Pläne für kooperierende Projekte und Austauschprogramme, die sich auf junge Menschen aus Ländern, die Mitglieder der Europäischen Union sind, konzentrieren sollen. Einige holländisch-deutschen Projekte sind bereits mit der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste und den Organisationen, die in der Gedenkstätte Bergen-Belsen Sommerlager durchführen, verwirklicht worden.

Andere Aktivitäten sind in Vorbereitung: So soll der Ausbau der holländisch-deutschen Zusammenarbeit zu einer Zunahme deutscher Besucher führen. Die Aufarbeitung der Geschichte lokaler jüdischer Gemeinden in den Niederlanden wird nicht nur Besuche von Schulgruppen aus den jeweiligen Orten und Regionen, sondern auch individuelle Besuche fördern.

All dies – und vieles mehr – ist unserer Meinung nach notwendig, um das Lager Westerbork als ein historisches Monument zu erhalten und neue Generationen auf eine adäquate Art und Weise zu informieren.