Das Bunkermuseum Emden

10/2002Gedenkstättenrundbrief 109, S. 11-17
Siegfried Sommer

Der Aufsatz sieht vor, die wesentlichen Entwicklungslinien in der Entstehung des Bunkermuseums, seiner kontextuellen Bedingungen und seiner Arbeitsweise nachzuzeichnen. Damit sollen die wesentlichen Prägekräfte und der Begründungszusammenhang seiner Entwicklungspragmatik sichtbar und auch einschätzbar gemacht werden. Gleichwohl gibt es unter den ausschließlich ehrenamtlich tätigen MitarbeiterInnen einen Diskurs zu theoretischen Fragen der Zielsetzung, Arbeitsweise, Museumsdidaktik etc. und vor allem der weiteren Perspektive der Arbeit. Diese hier wiederzugeben sprengte den Rahmen der Vorstellung und bedürfte einer gesonderten Ausarbeitung.

Das Bunkermuseum Emden: authentischer Ort - Erinnerungsstätte - Museum und außerschulisch-soziokultureller Lernort • Bunker prägen das Stadtbild Emdens in unübersehbarer Weise. Über Jahrzehnte waren die Besucher der Seehafenstadt von jedem Standort aus mit mindestens einem der insgesamt 31 riesigen Betonklötze in ständigem Blickkontakt. Diese »grauen Riesen« animieren jahrzehntelang nicht nur die nachwachsenden Kindergenerationen, sie als Spielstätten zu erobern und verbotenerweise in sie einzudringen. Vor allem den aus dem Ruhrgebiet in Scharen kommenden Sommergästen beleben sie alte Erinnerungen an Kriegskindheit und Bombennächten, wecken ihre Neugier und lassen sie aktiv werden. Die Besichtigung der Bunker wird als besonderes Urlaubserlebnis gewünscht.

Was Jahre vorher einer kleinen Gruppe an der jüngeren Stadtgeschichte der NS-Zeit Emdens interessierten Bürgern nicht gelang, brachten die Gäste schließlich in Bewegung. So entwickelte sich aus dem Kreis des Hotel- und Gaststätten-Gewerbes Anfang der 90er Jahre eine Initiative, einzelne Bunker für ihre Gäste in Begleitung von MitarbeiterInnen der Stadtführergilde einsehbar und begehbar zu machen. 1993 setzten sich an einem solchen Projekt interessierte Bürger unterschiedlicher Bezugsgruppen erstmals zusammen, weil schnell einsichtig wurde, daß eine nähere Begegnung oder Besichtigung der Bunker ohne Beachtung ihres historischen Kontextes und einer »pädagogischen Konzeption« kaum Aussicht auf Erfolg haben würde. Vier in den 80er Jahren für den zivilen Katastrophenschutz restaurierte Bunker kamen dafür in Frage. Letzten Anstoß gab das durch die Wiedervereinigung veränderte politische Klima, den im Stadtzentrum gelegenen Bunker Holzsägerstraße für eine 14-tägige Ausstellung zur Verfügung zu stellen.

Historischer Kontext und lokales Erinnerungsfeld • Der am 1. September 1939 mit dem militärischen Überfall auf Polen begonnene zweite Weltkrieg hatte für die Menschen in Emden keine wesentlichen Veränderungen ihres Alltags zur Folge. Die schon Jahre vorher begonnene politisch-ideologische und militärische Vorbereitung auf den Krieg hatte ihre Spuren bislang nur gegenüber den offenen Gegnern vor allem aus der Arbeiterbewegung und dem nicht geringen jüdischen Bevölkerungsteil der Stadt spürbar und manifest werden lassen. Die Abwesenheit der Männer und Väter in den Familien während der ersten Kriegsmonate kann durch die täglichen militärischen Erfolgmeldungen in Radio und Presse als übertüncht und »verschmerzt« gelten, waren sie doch wahrscheinlich »heldenhaft« daran beteiligt. Überraschend und die Emder Bevölkerung schockierend fielen plötzlich am 13. Juli 1940 die ersten Bomben mitten in das Zentrum der Stadt. Erhebliche Zerstörungen und zahlreiche Tote waren am nächsten Tag von der offiziellen Parteizeitung, der Ostfriesischen Tageszeitung (OTZ) zu vermelden. Was die ersten erahnten, wurde schnell bittere Realität. Die Luftwaffe und Flugabwehr sahen sich entgegen der vertrauten Propaganda nicht in der Lage, die Emder Bevölkerung weder vor den systematisch auf die Stadt gerichteten Angriffe, noch vor den regelmäßigen Restbomben-Abwürfen zu schützen. Es stellte sich heraus, daß die Angriffe auf das Reich durch die westlichen Alliierten entlang der niederländischen Küste alle über den Dollart und über Emden geführt wurden. Das gab dann auch auf Initiative des amtierenden NS-Bürgermeister den Anstoß für den Bau von insgesamt 31 Hochbunkern durch die Organisation Todt.

Es folgte ein jahrelang anhaltendes Bombardement. Auf den Wechsel systematischer Angriffe und ungezielter Restbombenabwürfe reagierte die Bevölkerung genauso regelhaft mit dem Aufsuchen der Bunker. Der fast regelmäßige tägliche Fliegeralarm erschien als nichts Ungewöhnliches mehr im vor allem nächtlichen Zeitablauf der Menschen. Bis plötzlich am helllichten Spätnachmittag des 6. September 1944 ohne Vorwarn-Sirenen Vollalarm ertönte: Alliierte Bomberverbände hatten mit über 180 Liberator-, Halifax- und Lancaster-Maschinen aus zwei Richtungen kommend zu einem Großangriff auf Emden angesetzt. Um 18.26 Uhr beginnend, wurde die Seehafenstadt innerhalb von 18 Minuten in Schutt und Asche gelegt, der dadurch ausgelöste folgende nächtliche Feuersturm tat sein Übriges und zerstörte die über viele hundert Jahre historisch gewachsene Stadt in unwiderbringlicher Weise.

Insgesamt 1500 Sprengbomben, ein halbes Dutzend Minen, 70 Bomben mit Langzeitzündern, sechs Flammenstrahlbomben, 3000 Phosphor- und 500 Flüssigkeitsbomben schlugen in wenigen Minuten in die vielen Renaissance- und Barockhäuser ein. Der alte Stadtkern wurde zu rund 80 % vernichtet. Die Werftanlagen, der Hafen und die Schleusen blieben überraschend verschont.

Die OTZ meldete über diesen verheerenden Großangriff 27 Tote, 40 Schwer- und 115 Leichtverwundete. Diese relativ geringe Zahl an Menschenverlusten erstaunt, zieht man die Opferzahlen vergleichbarer zerstörerischer Großangriffe heran. Dem in Emden aufgebauten wohl dichtestem Bunkernetz im Reich (im Verhältnis der zu schützenden Bevölkerung) hat es die Bevölkerung offensichtlich zu verdanken, dass die Zahl der Gesamt-Bombentoten Emdens trotz insgesamt 80 systematischer Angriffe die Fünfhundert nicht übersteigt.

Zur weiteren Bedeutung der Bunker für die Emder Bevölkerung • Nach der am 6. Mai 1945 durch die Alliierten erfolgten Besetzung der Stadt, hatte auf dem Hintergrund des Potsdamer Abkommens u.a. die zügige Beseitigung oder Entmilitarisierung der Bunker zu erfolgen. Sie hatten das Inferno des 6. September 1944 relativ unbeschadet überstanden und ragten aus dem Trümmerfeld heraus. Für viele der Überlebenden waren sie ersatzweise Wohnstätte geworden und auch für die in die Stadt zurückströmenden Menschen bedeuteten sie erst einmal vorübergehende Unterkunft und Schutz vor dem Unbill des Wetters. Nachdem das langsam greifende Barackenprogramm in dieser Hinsicht die größte Not lindern konnte, bemühten sich der eingesetzte erste Stadtat und die Verwaltung, die Bunker als Lagerstätten zur Versorgung der Bevölkerung nutzbar zu erhalten. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass neben einer gewissen baulichen Entmilitarisierung alle Bunker einer Total-Sprengung entgingen und für das neue Stadtbild prägenden Eindruck gewannen.

Mit einer enormen Aufbauleistung gingen die Bürger an den Wiederaufbau der Stadt. Auch wenn es aufgrund des Zerstörungsgrades der Stadt zeitweilig den Gedanken gab, Emden an anderer Stelle neu aufzubauen, blieb der alte Standort um die Bunker herum erhalten. Man kann ein gewisses Gefühl der Dankbarkeit diesen Kolossen gegenüber annehmen, dass die Menschen sich so entschieden.

Wie in der einschlägigen Literatur bekannt, standen die existentielle Sicherung des Lebens und die pragmatische Bewältigung des Lebensalltags gegenüber einer kritischen politischen Aufarbeitung im Vordergrund. Auch wenn es für die Arbeit des später gegründeten Bunkermuseums besonders wichtig ist, die demokratische Aufbauleistung vor allem durch das besondere Wirken ehemaliger Gegner der Nationalsozialisten zu untersuchen und angemessen zu würdigen, kommt es mit Beginn der 50er Jahre primär zu einem Gedenken darüber, was die Menschen verloren haben und mit welchen Mühen sie sich wieder aufzubauen hatten, worin sie heute leben, arbeiten und wohnen. Der 6. September 1944, der Tag eines so nie erwarteten Infernos, wird bis in die 90er Jahre die prägende Form, mit einer Lampionfahrt im Delft - der mitten ins Herz der Stadt hinein führt - der Zerstörung und Wiederaufbauleistung zu gedenken.

Gleichwohl hat die Tragödie kein Ende und ihre alltägliche Erinnerung. Noch immer sind nicht alle Baulücken geschlossen; im Einzelfall waren aufgrund ehemaligen jüdischen Besitzes jahrelange rechtliche Klärungen abzuwarten. Kein Grundstück darf ohne Untersuchungen auf Blindgänger aufgebaut werden. Immer wieder werden Bomben gefunden und müssen Wohnungen bei der Entschärfung geräumt werden, manchmal bis Tausende im nahen Wohnumfeld, wenn es sich z. B. um Fünf-Zentner-Bomben handelt. Die Frage »Wann enden Kriege?« erhält in Emden besondere Bedeutung und lässt die Menschen nicht ganz vergessen, was sie erlebt und was sie verloren haben.

1994: Vereinsgründung - Absichten und erste Ausstellung • Anlässlich des 50. Jahrestages der Zerstörung Emdens, der Vorbereitung, Koordination und Planung einer Vielzahl von Veranstaltungen kommt es im März 1994 zur Gründung des »Vereins Bunkermuseum Emden e.V.«, an der Vertreter verschiedener Interessengruppen und der hiesigen Fachhochschule teilnehmen. Mit der Verabschiedung einer Präambel gelingt es erstaunlich gut, einen gemeinsamen Rahmen zu finden. »In Dankbarkeit für den Schutz und die Rettung des Lebens vieler Emder Bürgerinnen und Bürger, in Erinnerung an die Schrecken und die furchtbaren Folgen des 2. Weltkriegs und als Mahnung für die Zukunft ist es Anliegen der im Verein zusammen geschlossenen Bürgerinnen und Bürgern, einen der Emder Bunker in seiner Funktion und geschichtlichen Einbindung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dabei ist das Zusammentreffen von Gleichgesinnten ebenso von Bedeutung, wie das Begegnen von Menschen und Gruppen, die sich oft mit Distanz und Gegensätzen gegenüberstehen.«

Als besondere Anliegen formuliert die Präambel:

- die Begegnung mit der jüngeren Geschichte an einem Ort des Geschehens;

- die Begegnung mit der Stadt Emden, ihrer wechselvollen und widersprüchlichen Geschichte;

- die Begegnung mit Menschen unterschiedlicher Herkunft und Anschauung, die das.gemeinsame Interesse und der Wunsch zusammenführt, die Geschichte und Gegenwart Emdens näher kennen zulernen;

- angesichts der Zerstörung die Begegnung mit sich selbst im Nachdenken über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Besondere Erwähnung findet der Tatbestand, dass der Bau der Bunker vor allem mit Hilfe ausländischer Arbeiter, Kriegsgefangene und KZ-Häftlingen erfolgte; dass es vor allem ihrer Arbeit zu verdanken ist, dass das Leben von Kindern, Frauen und älteren Menschen gerettet wurde.

Jetzt können Aktivitäten entfaltet werden, mit denen einer der insgesamt 31 Hochbunker für eine »längerfristig angelegte Ausstellung« - von Dauerausstellung wagt noch niemand zu sprechen - gefunden werden kann. In Verhandlungen mit der Stadt Emden, dem Bundesvermögensamt und der Bezirksregierung Weser-Ems gelingt es, zunächst eine Ausstellung für die Dauer von 2 Wochen in einem begrenzten Teil des Bunkers Holzsägerstraße durchführen zu können.

Die Veranstaltungen der Stadt Emden, der Kirchen, die »motivierende Ausstellung« des Arbeitskreises Bunkermuseum und weiterer Organisationen, die alle auf den 50. Jahrestag des 6. September fokussieren, verlaufen außerordentlich eindrucksvoll. Die Belebung der Erinnerungen führt dazu, dass sich immer mehr Menschen melden, als Zeitzeugen zur Verfügung zu stehen und auch für Schulklassen bereit zu stehen. Eine Vielzahl von Dokumenten und Gegenständen wird den Aktiven des Vereins überlassen. Die Ausstellung ist überlaufen und kann den Besucherandrang nicht bewältigen. Für eine Woche kann eine Verlängerung erreicht werden.

In der regionalen Presse Emdens und im fernen Kanada - ausgelöst durch am 6. 9. 1944 beteiligte ehemalige Bomberpiloten - entwickelt sich eine anhaltende Auseinandersetzung um die Bombardierung Emdens. Zwei beteiligte, damals 17-jährige Piloten besuchen Emden und erfahren erst jetzt das ganze Ausmaß und die Folgen ihrer Aktion. Bedeutete es für sie damals den »Einsatz für Demokratie im Kampf gegen Hitler«, reagieren einige Emder Bürger diametral entgegengesetzt und sehen in ihnen nach wie vor menschenfeindliche Piloten, die in Emden wenigstens an diesem Tag nichts zu suchen hätten.

Obwohl der Oberbürgermeister in seiner Ansprache den Angriff auf die Stadt ausdrücklich nicht als »Terrorakt« verstanden wissen will, wird deutlich, dass es unter den Emder Bürgern immer noch tiefsitzende und schmerzhafte, teilweise unbegriffene Gefühle über das Geschehnis gibt. Der Oberbürgermeister bezieht Stellung und verweist darauf, dass nicht die Amerikaner, Russen, Polen, Franzosen oder Engländer die Aggressoren waren - »nein, wir waren jene, die ganz Europa zur Verteidigung zwangen« und die Zerstörung Deutschlands und auch Emdens als logische Folge der Kriegseröffnung verstehen müssten.

Trotzdem zieht sich als roter Faden in den Leserbriefen und öffentlichen Stellungnahmen die Forderung nach einer dauerhaften Präsentation der Bunker-Ausstellung und einer weiterführenden Aufarbeitung der NS-Zeit. Die Bunker, denen man sein Überleben verdanke, seien dafür der geeignetste Ort, die Geschichte der Stadt und die Erfahrungen seiner Bürger mit dem Krieg und der Zerstörung Emdens zu dokumentieren.

1995: offizielle Eröffnung des Bunkermuseums und die Entwicklung einer Gesamtkonzeption der Präsentation • Bezog sich die erste »motivierende Ausstellung« vor allem auf die Zerstörung Emdens am 6. September 1944, fokussiert die nun erarbeitete Ausstellung »Emden zwischen Kapitulation und Befreiung« das Themenspektrum auf die ganze Breite nationalsozialistischer Herrschaft und Kriegsführung. Die geographische Lage als Grenzregion zu den Niederlanden und Emden als bedeutsamer Marinehafen stellen die lokale und regionale besondere Charakteristik dar. Eine studentische Arbeitsgruppe der Fachhochschule Ostfriesland erarbeitete für diesen Themenzusammenhang im Rahmen ihres Projektstudiums ein prozessorientiertes Gesamtkonzept, dass eine regelmäßige Überarbeitung der Präsentation und die Einarbeitung neuer Erkenntnisse und Dokumente zuläßt. Ein erstmals erstelltes Faltblatt sollte dem Besucher räumliche Übersicht und inhaltliche Orientierung in der nun erheblich erweiterten Ausstellung sichern.

Trotz der räumlichen Ausweitung auf insgesamt 31 Räume auf 14 Halbetagen waren der thematischen Präsentation schnell Grenzen gesetzt, die durch die vertiefende Durchführung thematischer Einzelausstellungen ergänzt und relativiert werden sollten. So vertieften 1995 thematische Sonderausstellungen: »1945 - Neuaufbau der Polizei« und über die Arbeit des Volksbundes für Kriegsgräberfürsorge und »...ein Blick in die 50-er Jahre« die allgemeine Präsentation.

Besondere Entwicklungsmerkmale und Erweiterungen der Arbeit des Bunkermuseums • Die Ehrenamtlichkeit der Arbeit zieht sich bis heute durch alle Bereiche der Vereinsarbeit und des täglichen Museumsbetriebs: Forschungsarbeiten, Archivierung, Dokumentation und Präsentation, einschließlich der täglichen Öffnung, werden von den MitarbeiterInnen unentgeltlich geleistet. Diesem Prinzip entspricht ebenfalls die Finanzierung und der Unterhalt des Museums. Die Einrichtung, fortlaufende Entwicklungs- und Veränderungsarbeiten etc. wurden bislang ausschließlich durch Spenden der Emder Bevölkerung finanziert. Mit Fug und Recht kann davon gesprochen werden, dass es ein »Museum der Emder Bürgerinnen und Bürger« geworden ist. Die Erfahrung, das persönliche Leben der Existenz der Bunker zu verdanken und in dem Museum die eigene Geschichte wieder zu finden, hat wesentlich dazu beigetragen, dem Museum persönliche gerettete Gegenstände und Dokumente zur Verfügung zu stellen. Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang, dass besondere Investitionen, wie beispielsweise die kostenintensive multimediale Videoschau oder die jüngst eingerichteten elektronische Führungs-Geräte ohne herausragende Einzelspenden nicht denkbar wären.

- Das Bunkermuseum und die Bunker als authentische Orte nationalsozialistischer Herrschaft und Kriegsinstrument sind selbst Ausstellungsgegenstand und Inhalt. In dieser Hinsicht sind sie weiter zu erforschen und in der Präsentation darzustellen.

- Eine von einer Studentengruppe der Fachhochschule für Gestaltung und Medien in Stuttgart erarbeitete eigenständige Video-Schau geht der Frage nach, wie es zu einer solchen Entwicklung und Verführung in den Krieg mit all seinen verheerenden Folgen kommen konnte. In der Schau werden ausschließlich lokale Dokumente eingesetzt.

- Durch die AG »Lehrer-Weiterbildung« wurde eine Arbeitsmappe zur Vorbereitung von Klassenbesuchen entwickelt, wie auch museumsbezogene Arbeitshilfen für den konkreten Besuch für Lehrer und Schüler erarbeitet. Diese sollen weiter entwickelt und ausgebaut werden.

- Die Arbeit und der Kontakt mit Zeitzeugen stellt nach wie vor ein Herzstück der Arbeit dar. Exemplarisch sei hier das Feld z. B. der Kinderlandverschickung genannt, zu dem eine große Bereitschaft von Bürgerinnen besteht, Erinnerungen und Dokumente zur Verfügung zu stellen. Wie diese Arbeit dem Bedarf nach angemessen bewältigt werden kann, ist jedoch nach wie vor einer besseren Lösung zuzuführen.

- Der Zusammenarbeit mit Künstlern und Vereinen kommt die gleiche Bedeutung zu, haben sie durch die Gestaltung einzelner Präsentationsfelder, Aktionen und Ausstellungen ganz wesentlich zum Gelingen der Gesamt-Präsentation beigetragen.

- Der internationale und interkulturelle Charakter der Ausstellung und der Vereinsarbeit ist in besonderer Weise zu beachten und zu erweitern. Die Tatsache Grenzregion zu sein, hat während der Kriegszeit eine besondere Rolle gespielt und spiegelt sich auch heute noch in der Besucherschaft wieder. So kommen vor allem aus den Niederlanden viele Besucher, darunter immer wieder auch Angehörige ehemaliger Zwangsarbeiter oder Häftlinge, die vor allem beim Bunkerbau und Beseitigen der Bombenschäden eingesetzt waren.

Seit mehreren Jahren besteht die Zusammenarbeit mit dem »Museum 1939-1945« in Uithuizen in den Niederlanden und neuerdings auch mit dem »Museum des Vaterländischen Krieges« in Minsk/Weißrußland. Für ausländische Besucher stehen erstmals seit dieser Ausstellungsperiode elektronisch-mediale Führer neben der deutschen Sprache auch in der englischen zur Verfügung. Wenn weitere Mittel aufgrund ausreichender Spenden zur Verfügung stehen, ist die Übersetzung in weitere Sprachen vorgesehen.

- Das Bunkermuseum ist seit zwei Jahren im Internet vertreten und bemüht sich damit um die weitere Vernetzung seiner Arbeit (www.bunkermuseum.de).

- Es gibt allerdings auch Veränderungsbedarf. Die bislang ausschließlich ehrenamtlich geleistete Arbeit ist an ihre Grenzen gestoßen. Diese hier im einzelnen darzulegen, ist in der notwenigen Kürze nicht möglich - jedoch durchaus dringlich und notwendig. Dazu gehört die Frage nach einer hauptamtlichen Tätigkeit, die Kontinuität, die Weiterbildung und weitere Vernetzung sichert.

Das Bunkermuseum ist primär aus klimatischen Gründen nur während der Sommermonate von Mai bis Oktober geöffnet. Die Wintermonate dienen der Überarbeitung und Vorbereitung neuer Sonderausstellungen.

Das Bunkermuseum e.V.

Postfach 26691/1164 · Telefon 04921-32225

Geöffnet: Anfang Mai bis Ende Oktober

Di-Fr 10-13, 15-17 Uhr · Sa/So 10-13 Uhr

Gruppen auch nach Vereinbarung

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