Aktives Museum Südwestfalen Siegen

01/2000Gedenkstättenrundbrief 93, S. 25
Klaus Dietermann

Die Idee zur Errichtung einer Gedenkstätte bzw. eines Museums wurde nach einer Gedenkstunde für die ermordeten Siegerländer Juden am 9. November 1992 geboren. Eine kleine, nur für diesen Tag zusammengestellte »Ausstellung« zeigte in drei Räumen des Bunkers, der 1941 auf den Grundmauern der zerstörten Siegener Synagoge errichtet worden war, Gegenstände und Dokumente aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde in Siegen. Die Besucher der Gedenkfeier, die dort seit 36 Jahren von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Siegerland veranstaltet wird, waren von dieser Präsentation sehr angetan. Warum sollte nicht an der Stelle, wo von 1904 bis zum Jahr 1938 in Siegen die Synagoge stand, wo seit Jahrzehnten eine Gedenktafel auf die untergegangene jüdische Gemeinde Siegens hinweist, ein regionales Zentrum entstehen, das über die Verfolgungs- und Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten vor Ort aufklärt.

Genau vier Jahre später konnte das Aktive Museum Südwestfalen (AMS) seine Pforte öffnen. Zwar war es noch nicht gelungen, die gesamte Bunkerfläche (mehr als 500qm) für den geplanten Dokumentations- und Lernort zu erhalten, doch konnte auf einer Fläche von 60qm mit der Präsentation der Dauerausstellung »Die Geschichte der Juden im Siegerland« ein Anfang gemacht werden. Eine Erweiterung ist geplant.

Zusätzlich zur Dauerausstellung gibt es Wechselausstellungen und Vorträge. Das Aktive Museum Südwestfalen bietet nach Vereinbarung Stadtrundfahrten, Rundgänge und Friedhofsführungen an.

Postanschrift: Aktives Museum Südwestfalen, Häutebachweg 6, 57072 Siegen, Telefon 0271/2 0100, Fax 0271/24454,

E-mail: cjz.siegen@t-online.de, Leitung: Klaus Dietermann